Roosters kämpfen Lions nieder – Kotschnew der Turm in der Schlacht

Roosters: Fünf Tore im Schlussdrittel lassen die Fans jubelnRoosters: Fünf Tore im Schlussdrittel lassen die Fans jubeln
Lesedauer: ca. 3 Minuten

In einem begeisternden Kampfspiel besiegten die Iserlohn Roosters am Sonntagabend den amtierenden deutschen Meister Frankfurt Lions mit 2:0. Am Ende wurden die Sauerländer für ihre tolle Leistung mit „Standing ovations“ von den 3100 Zuschauern verabschiedet.

Ohne die verletzten Adams und Knold mussten die Roosters antreten. Dafür konnten der endlich spielberechtigte Igor Alexandrov (wir berichteten) und der wieder genesene Oliver Bernhardt wieder mitwirken. Im Tor der Roosters stand diesmal Dimitrij Kotschnew.



Im ersten Abschnitt gestalteten beide Teams das Spiel ausgeglichen. Frankfurt hatte die reifere Spielanlage, machte aber in diesem Abschnitt etwas zu wenig aus seinen Möglichkeiten. Die Roosters hielten mit einer hohen Laufbereitschaft und großem Einsatz dagegen. Kotschnew geriet auch gleich unter Druck, parierte aber die Chancen von Robidas (2.) und Murphy (6.) gut. Auf der anderen Seite prüfte Brian White Ian Gordon im Lions-Tor. In Überzahl vergaben Beaucage, Lebeau und Ratchuk (9.) gute Gelegenheiten. Besser machten es die Iserlohner. Als Bouchard zwei Minuten auf die Sünderbank musste, erzielte der in den letzten Wochen immer stärker werdende Higgins die 1:0 Führung der Hausherren. Mitchell und York hatten für ihn vorbereitet. Eine weitere Strafe gegen Bernhardt konnten die Lions nicht nutzen. Vor allem Dimitrij Kotschnew rettet den knappen Vorsprung in die erste Pause.



Im zweiten Drittel entwickelte sich das Match zu einem echten „Knüller“. Zunächst nahmen die Löwen Iserlohns Goalie Kotschnew unter „Beschuss“. Der parierte die Großchancen von Lebeau (Break nach 16 Sekunden), Magnussen (21.), Murphy (22.) und nochmals Lebeau (25.) jedoch glänzend. Die Roosters befreiten sich nur langsam. Yorks Zauberpass auf Gordon (24.) war eine Augenweide, die aber nicht mit einem Treffer belohnt wurde.

Toll, wie die Defensive der Roosters in Unterzahl stand. Mit Mann und Maus wurde die eigene Zone verteidigt, als Mitchell in der 26. Minute „sitzen“ musste. Kotschnew erwies sich zudem immer mehr als Turm in der Schlacht. Die Strafen gegen Bassen (29.) und Pronger (31.) im weiteren Verlauf brachten keinen Treffer für die Roosters ein. Lysaks tolle Drehung, mit der er sich frei vor Gordons Tor bugsierte, wäre auch einen Treffer wert gewesen.

Bange Minuten mussten die Roosters dann überstehen, als Hauptschiedsrichter Schimm White und wenig später Goldmann (35.) hinaus stellte. Lions-Coach Chernomaz nahm prompt eine Auszeit, um sein Team noch einmal zu „puschen“. Kotschnew & Co. ließen aber mit viel Einsatz und dem Glück des Tüchtigen keinen Treffer zu. Ganz im Gegenteil. Als Ratchuk 50 Sekunden vor Drittelende für die Lions „sitzen“ musste, dauerte es nur 17 Sekunden, bis Mitchell auf 2:0 erhöhte. Mit einem traumhaften Schlagschuss von der blauen Linie hatte er genau in den Winkel getroffen.



Im letzten Abschnitt erarbeiteten sich die Lions zunächst ein kleines Plus. Torschütze Mitchell musste allerdings nach Stockschlag an Sulkovsky die nächste Strafe „fressen“ Sulkovsky, der angeschlagen vom Eis mußte konnte nach kurzer Erholungspause aber wieder weiter spielen. Das Powerplay brachte nichts ein. Es ging wieder rauf und runter. Tolles Offensiveishockey wurde den Zuschauern geboten. So auch in der 46. Minute, als Alexandrov und Bernhardt aus einer 2-1 Situation kein Kapital schlagen konnten. Ex-Rooster Michael Hackert hatte die nächste Chance (48.), scheiterte aber mit seinem verdeckten Schuss an Kotschnew. Der wurde dann von Kohmann angegangen. Richtig, dass dieser für zwei Minuten wegen hohen Stocks auf die Sünderbank gehen musste.

Die beste Chance in diesem Powerplay hatte Alexandrov für die Roosters. Aber auch Gordon im Lions-Tor erwies sich einmal mehr als Meister seines Fachs, als er gegen den heranstürmenden Intranuovo hielt. Nur einen Wimpernschlag später hatte Lebeau für Frankfurt den nächsten „Hochkaräter“ auf dem Schläger. Seinen Schuss parierte Kotschnew allerdings mit einem „big save“. Psychologisch auch für die Mitspieler wichtig. Eine weitere Strafe gegen Mitchell überstanden die Roosters bravourös.

Frühzeitig nahmen die Lions in der Schlussphase ihren Torwart zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Es half nichts. Iserlohn stemmte sich mit aller Kraft und der endlich mal wieder tollen Unterstützung der Fans dagegen. Am Ende schaffte das Mason-Team mit dem 2:0 Sieg drei wichtige und verdiente „big points“ im Abstiegskampf. (MK)

Iserlohn Roosters – Frankfurt Lions 2:0 (1:0/1:0/0:0)

Tore: 1:0 (15:58) Higgins (Mitchell/York) PP, 2:0 (39:27) Mitchell (Gordon/York)

Strafen: Iserlohn 22 – Frankfurt 18

Schiedsrichter: Schimm (Berlin)

Zuschauer: 3073

Jetzt die Hockeyweb-App laden!