Roosters haben die besseren FlügelMünchen – Iserlohn 1:4

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Die Bullen kamen so druckvoll aus der Kabine, als wollten sie die Hähne vom Seilersee in Rekordzeit auf die Hörner nehmen. Folgerichtig fiel das 1:0 durch Nick Palmieri, der einen Nachschuss, unmittelbar vor dem Tor stehend, unbedrängt in die Ecke des Hühnerstalls platzieren konnte. Eine Strafzeit gegen die Hausherren brachte kurz danach ein wenig Ruhe ins Spiel, doch ließen die ersten Chancen der  Sauerländer durch Chris Connolly und den überragenden Brooks Macek bis zur neunten Spielminute auf sich warten. Andrew Wozniewski machte kurz vor Drittelende auch körperlich Ernst mit der Hühnerjagd und schickte Connolly von hinten in die Bande. Dafür musste der Rooster mit Kopfverband per Trage das Eis räumen und sein amerikanischer Landsmann aus München durfte vorzeitig duschen. Die Westfalen vermochten daraus aber noch kein Kapital zu schlagen.

Zur Halbzeit begann dann die Macek-Show: erst konnte er zwei Großchancen nicht an Mika Noronen vorbei ins Bullen-Gehäuse befördern. Dann durfte er auf der Strafbank darüber nachdenken, wie man es besser macht - das half: als er diese verließ, bekam er von Mike Brennan mit einem exakten Steilpass durch zwei Verteidiger hindurch die Scheibe, verlud Noronen und schob das Spielgerät kühl zum Ausgleich in den Kasten. Die Bullen rannten nun noch wütender an, bekamen die Roosters aber nicht mehr zu packen. Kühl und planvoll setzten sie immer präziser ihre Konter, hatten zwar ein Schussverhältnis von nur 8:18 in diesem Spielabschnitt, doch waren die Hausherren mit dem Unentschieden nach 40 Minuten gut bedient.

Im letzten Spielabschnitt zeigten die Kampfhähne dann erbarmungslos die Defensivschwächen der Landeshauptstädter auf, die diese während der gesamten Saison nie in den Griff bekamen: Als sich wieder einmal alle Münchner in der Vorwärtsbewegung befanden, setzte Jeff Giuliano über links einen Konter, wurde von Grant Lewis nicht mehr eingeholt und schob Noronen die Scheibe wie selbstverständlich zur ersten Roosters-Führung in der Serie durch die Beine. Wenig später gab der Videobeweis Aufschluss über weitere typische Defensivmängel der Pagé-Schützlinge: so konnte Brodie Dupont nach einem 2-2-Konter den Abpraller seines eigenen Schusses, inzwischen bereits selbst hinter dem Münchner Tor stehend, noch an Noronen vorbei spitzeln, ohne daran von drei umherstehenden Hausherren gehindert zu werden. Die Red Bulls berannten danach unaufhörlich, aber kopflos das Hühnergehege, schossen aus allen Lagen, fanden aber stets im überragenden Mathias Lange im Gästetor ihren Meister. Schließlich war Macek der finale Todesstoß für die Bullen vorbehalten: wieder konnte er aus dem eigenen Drittel mit der Scheibe auf das Münchner Tor zulaufen, hatte keine Mühe, Stürmer Fabio Caciola als letzten Münchner Verteidigungsversuch ins Leere laufen zu lassen und den Puck erneut durch Noronens Beine zu legen.

Pagé ging anschließend außergewöhnlich deutlich mit seiner Mannschaft ins Gericht:  „Mit diesem Team kann ich nicht arbeiten: keine Disziplin, keine Verantwortung, drei Breaks im Schlussabschnitt - unglaublich! Ich konnte die Persönlichkeit des Teams nicht ändern.“ Dennoch schloss er persönliche Konsequenzen aus: „Red Bull hat einen Plan. Diesen müssen wir Schritt für Schritt weiter verfolgen“, gab der Kanadier sich kämpferisch. Nur Toni Ritter und Thomas Holzmann nahm Pagé aus seinem Rundumschlag aus. Der Rest des Teams dürfte beim Thema Vertragsverlängerung schlechte Karten haben.

Kühl und präzise wie die Spielweise seiner Mannschaft analysierte hingegen Pasanen das Geschehen: „Super Torwart. Starker Wille. Körperliche Fitness. Das waren unsere Schlüssel zum Sieg.“ Schließlich erläuterte der Finne seine perfekte Erfindung des körperlosen Spiels: „Wir haben es anders versucht und immer verloren. Wir müssen mit unseren geringen finanziellen Mitteln und den Spielern, die wir damit holen können, aber spielen, was wir können“, begründet er die Änderungen seit seinem Amtsantritt während der Spielzeit. Ohne Körperkontakt und Zweikämpfe an der Bande verstellen die Roosters lediglich die Passwege im eigenen Drittel und lassen den Gegner um ihre massive Box herumspielen. Aus dieser Deckung setzen sie pfeilschnelle Konter und können diese mit Finesse zuende fahren. „Auf diesem Wege haben wir selten Verletzungen und sind nicht ausgepowert“, verrät der Finne weitere Vorzüge seines Systems. „Ich bin gespannt: im nächsten Jahr wollen vielleicht bereits fünf bis sechs andere Teams so spielen wie wir“, orakelt er augenzwinkernd.

Man darf gespannt sein, denn die Reise der Roosters, die mittlerweile 17 ihrer letzten 23 Spiele gewannen, muss auch im Viertelfinale gegen den Hauptrunden-Primus Hamburg Freezers nicht zuende gehen. Für den selbsternannten und früh gescheiterten Meisterschaftsfavoriten aus der bayerischen Landeshauptstadt dürfte jedoch ein stürmischer Sommer des Umbruchs beginnen.

Tore: 1:0 (2.) Palmieri (Lewis, Duncan), 1:1 (32.) Macek (Brennan), 1:2 (43.) Giuliano (Teubert, Foster), 1:3 (47.) Dupont, 1:4 (56.) Macek (Orendorz)

Strafen: München 13 + Spieldauerstrafe Wozniewski, Iserlohn 14
HSR: Jablukov, Piechaczek; LSR: Flad, Holzer
Zuschauer: 5.133

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Sonntag 23.02.2020
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Krefeld Pinguine Krefeld
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Straubing Tigers Straubing
Augsburger Panther Augsburg
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Adler Mannheim Mannheim
EHC Red Bull München München
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Düsseldorfer EG Düsseldorf
ERC Ingolstadt Ingolstadt
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Iserlohn Roosters Iserlohn
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Fischtown Pinguins Bremerhaven
Dienstag 25.02.2020
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