Roosters gehen neue (Foto-)Wege

Roosters: Fünf Tore im Schlussdrittel lassen die Fans jubelnRoosters: Fünf Tore im Schlussdrittel lassen die Fans jubeln
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„Wir haben nach einer ganz anderen Idee gesucht und sie in unserer Geschichte gefunden“, sagte Manager Karsten Mende in einer Pressenotiz über die diesjährige Fotositzung der Iserlohn Roosters. Ein weiteres Mannschaftsbild vor leeren Tribünen wollte man am Seilersee vermeiden. Deshalb haben die Verantwortlichen gemeinsam mit dem Bremer Fotografen Thomas Hellmann nach einer neuen Idee gesucht, die Mannschaft in Szene zu setzen. Fündig geworden ist Hellmann in der jahrzehntelangen sauerländischen Eishockeytradition, die in den 50-er Jahren im Hemeraner Ortsteil Deilinghofen ihren Ursprung nahm. In Anlehnung an die erste Mannschaft des EC Deilinghofen und die „Wunderzeiten“ (Wirtschaftswunder, „Wunder von Bern“) haben sich Hellmann und die Roosters entschieden, Mannschaftsbild und Autogrammkarten im Stil der frühen Jahre der Bundesrepublik Deutschland zu kreieren.

Mit Hilfe der Kölner Stylistin Jenny Burghardt verwandelten sich viele Akteure in Jungs der späten 50-er Jahre. „Föhnwellen und cooles Lächeln sind eigentlich nicht der typische Look einer Eishockeymannschaft“, sagt Mende, trotzdem seien die Fotos richtig gelungen. Auch das Team selbst findet die Idee gut. „Die Fotos wirken anders als in den zurückliegenden Jahren, außerdem versuchen wir mit den Bildern an unsere Tradition zu erinnern“, erkärt in der gleichen Notiz Verteidiger Collin Danielsmeier. Erich Goldmann betont dagegen den zweiten Aspekt der Aufnahmen: „Gelingt uns der Einzug in die Play-offs, hoffen wir, in Iserlohn eine Euphorie zu wecken, die im Kleinen vergleichbar ist, mit dem was unsere Fußballnationalmannschaft 1954 geschafft hat“, so Goldmann. Selbstverständlich sei das „Wunder von Bern“ in der Bedeutung für die Geschichte Deutschlands nicht mit einem Play-off-Einzug der Roosters zu vergleichen, aber die daraus entstandene Aufbruchsstimmung, der Stolz der Fans auf ihr Team, dürfe gern ein kleines Stückchen auf das märkische Sauerland abfärben. „Außerdem kann man gar nicht genug daran erinnern, was die Menschen in den 50-er Jahren für unser Land getan haben“, sagt Goldmann, schon deshalb sei es wichtig ihre Arbeit zu würdigen. Schon am Tag der Saisoneröffnungsparty werden die Fans der Iserlohn Roosters einen ersten Eindruck von den gemachten Bildern bekommen. Dass bei der Autogrammstunde in der Märkischen Bank verschenkte Mannschaftsposter zeigt das Team in Schwarz-Weiß und dem Stil der 50er Jahre. Auch in den Sonderheften der Magazine „Kicker“ und „Eishockey News“ werden sich die Roosters entsprechend präsentieren. In den kommenden Tagen werden auch die Autogrammkarten und das offizielle Mannschaftsfoto in diesem Layout vorgestellt. Insbesondere die weiblichen Fans dürfen sich schon auf Brad Tiley und Sebastian Jones als James Dean freuen.