Roosters fahren ersten Heimsieg ein - 2:1 n. P. gegen Meister Frankfurt

Roosters: Fünf Tore im Schlussdrittel lassen die Fans jubelnRoosters: Fünf Tore im Schlussdrittel lassen die Fans jubeln
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„Hauptsache gewonnen!“ So werden die meisten der 3231 Zuschauer in der Iserlohner Eissporthalle nach dem Spiel gegen den amtierenden Deutschen Meister Frankfurt Lions gedacht haben. Um den ersten Heimsieg der noch jungen Saison einzufahren, waren allerdings „Überstunden“ für die Roosters nötig. Nach einem spannenden Penaltyschießen hieß es am Ende verdientermaßen 2:1 für die Sauerländer, die durch den Erfolg auf Rang elf der Tabelle klettern konnten. Beide Teams konnten im Spiel kämpferisch überzeugen. Spielerisch blieben besonders die Lions einiges schuldig. Mit einer besseren Chancenverwertung wäre ein höherer Sieg der Roosters schon in der regulären Spielzeit „drin“ gewesen.



Schon nach neun Sekunden im ersten Drittel setzte Hauptschiedsrichter Schurr mit Bouchard den ersten Lions-Akteur auf die Sünderbank. Mehr als ein York-Schuss vom Bullykreis sprang aber zunächst im Powerplay nicht für die Roosters heraus. Frankfurts NHL-As Robidas in der dritten Spielminute und Norris bei 5:14 nahmen die nächsten Strafen für die Lions. Iserlohn machte aber zu wenig aus seiner Überzahl. Die wenigen hochkarätigen Chancen waren eine sichere Beute von Ian Gordon im Tor der Hessen. So auch in der achten Spielminute, als Rhett Gordon mit einem schönen Pass Brett Lysak in Szene setzte. Dieser scheiterte aber völlig frei am Zerberus der Lions.


Eine gute Gelegenheit für die Mainstädter hatte auch der ehemalige Augsburger Strakhov in der neunten Minute. Aber auch er schoss über das Tor. Danach brach die stärkste Phase der Hausherren im ersten Drittel an. Im Duell Gordon gegen Gordon scheiterte Iserlohns Stürmer Rhett völlig frei vor Frankfurts Goalie Ian. Der Meister setzte eine weitere Duftmarke durch Robidas´ Schuss in der zehnten Minute. Fast im Gegenangriff scheiterte Knold mit einem Schlagschuss wiederum an Gordon. Das war aber alles in allem nicht zwingend genug, um den Torhüter zu überwinden. Bei 11:44 kassierten dann die Roosters ihre erste Strafe. White saß draußen wegen Haltens. Das eingespielt wirkende Powerplay der Hessen zeigte gleich Wirkung. Der völlig frei im Slot stehende Murphy scheiterte mit einem Schuss an Kotschnew und Beaucage, der völlig frei am rechten Pfosten lauerte, verzog nur wenig später über das Tor. In den Schlussminuten des ersten Drittels hatten dann die Roosters wieder die klareren Möglichkeiten, aber sowohl Martin mit einem Schlagschuss und Higgins, der sich in der 18. Minute schön bis vor das Tor „durchgetankt“ hatte, fanden in Gordon ihren Meister. Von einer meisterlichen Form schienen die phasenweise undiszipliniert agierenden Lions weit entfernt zu sein. Iserlohn ließ weiterhin die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor vermissen.



Der zweite Abschnitt war zunächst ein Abbild des ersten Drittels. Eine Strafe gegen Iserlohn brachte den Lions erst einmal nichts ein. Dann waren die Frankfurter wieder dran mit einer Strafe. Klenner saß draußen wegen Behinderung. Aber auch hier sprang außer einem Schlagschuss von Knold nichts Erwähnenswertes für die Roosters heraus. Die Roosters agierten zu umständlich im Spielaufbau und hatten Probleme sich im Drittel der Lions festzusetzen. Nachdem eine weitere Strafe gegen Hackert keinen Torerfolg brachte und die Roosters sich immer schwerer taten Torchancen im Powerplay heraus zu spielen, kam so langsam aber sicher auch Ungeduld beim treuen Anhang der Sauerländer auf. Die Fehlpässe im Spiel der Roosters trugen ihr Übriges dazu bei. Frankfurt war keineswegs besser, wirkte von der Spielanlage allerdings reifer. So hatte Ratchuk Pech, dass sein Schuss von Kotschnew abprallte und im sicheren Abwehrbollwerk der Roosters landete.


Frankfurt spielte zunehmend undisziplinierter. Und das, obwohl die Fouls vom umsichtigen Referee Schurr rigoros geahndet wurden. In der 33. Minute erwischte es wieder einmal Michael Hackert. Nur 45 Sekunden später folgte ihm Murphy auf die Sünderbank. Und endlich war der Bann gebrochen. Bei 5:3 Überzahl gelang Knold mit einem fulminanten Schlagschuss in den rechten Torwinkel der Führungstreffer (34.). Endlich! Und die Roosters wollten nachsetzen, denn noch lief über eine Minute der verbleibenden Strafe gegen Murphy. Schlagschüsse von Knold und Mitchell verfehlten aber ihr Ziel. Die letzten Minuten des Drittels gingen dann an die Lions. Bei 37:48 ging Mitchell auf die Sünderbank. Ganze fünf Sekunden dauerte es, bis NHL-Crack Robidas mit einem knallharten Schlagschuss zum 1:1 Ausgleich traf. Der Treffer gab den Lions sichtlich Auftrieb. Hackerts Durchmarsch wurde nicht belohnt. Kotschnew kratzte seinen Schuss von der Linie. Und auch Torjäger Pat Lebeau scheiterte wenige Sekunden vor Drittelende an Kotschnew.


Auch das letzte Drittel war zunächst wieder geprägt von Strafen gegen die Lions und einem Team der Iserlohn Roosters, das sich im Powerplay sichtlich schwer tat den entscheidenden Pass zu spielen. Ärgerlich, dass York in der 52. Minute knapp verzog. Auch Goldmann verpasste das erlösende zweite Tor knapp. Auf der anderen Seite verhinderte Kotschnew im Iserlohner Kasten gegen Lebeau und Norris einen Rückstand. Besonders in der 56. Spielminute, als er einen Lebeau-Schuss glänzend parierte. Das 1:1 Unentschieden entsprach nach sechzig Minuten durchaus den gezeigten Leistungen. Iserlohn hatte aus den zahlreichen Überzahlsituationen zu wenig gemacht, während die Lions für einen amtierenden Meister herzlich wenig Meisterliches zeigten.



Im anschließenden Penaltyschießen trafen im ersten Durchgang Beaucage und Norris für Frankfurt, während auf Iserlohner Seite Mitchell und Knold ihre Penaltys versenken konnten. Der Norweger Knold war es dann auch, der im zweiten Durchgang den entscheidenden Penalty einnetzen konnte. Er krönte seine gute Leistung mit diesem wichtigen Treffer und erhielt auf der Pressekonferenz von seinem Coach Doug Mason auch prompt ein Sonderlob.



Das nächste Match bestreiten die Roosters erst am kommenden Dienstag. Dann treten die Roosters um 19:30 Uhr bei den Kölner Haien an.


Tore:

1:0 (33:38) Knold (Mitchell/York, 5-3 PP)

1:1 (37:53) Robidas (Lebeau, 5-4 PP)

2:1 (60.00) Knold (Penalty)


Strafminuten: Iserlohn 12, Frankfurt 22

Schiedsrichter: Schurr (Bad Wörrishofen)

Zuschauer: 3231