Roosters ergattern nach 0-2 Rückstand noch Punkt gegen den Meister

Roosters: Fünf Tore im Schlussdrittel lassen die Fans jubelnRoosters: Fünf Tore im Schlussdrittel lassen die Fans jubeln
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Nach fünf Niederlagen in Folge feierte der amtierende Deutsche Meister Krefeld Pinguine wieder einen Sieg. Mit 4:3 nach Penaltyschießen setzte sich das Team von Butch Goring in einem kampfbetonten und stets spannenden Westderby bei den Iserlohn Roosters durch.

Ohne den aus persönlichen Gründen freigestellten Ian McIntyre mühte sich das Team der Roosters von Beginn an Druck auf das Tor der Krefelder auszuüben. Das gelang auch ganz gut. King und Cipolla verpassten die ersten guten Torchancen. Krefeld wirkte eingespielter und konnte sehr schnell in das Drittel der Roosters vordringen. Die Führung der Gäste durch Kelleher in der neunten Spielminute kam vielleicht ein wenig überraschend, aber keineswegs unverdient.



Iserlohn zeigte sich wenig beeindruckt und drängte auf den Ausgleich. Black verpasste nur knapp, als Müller sehr weit aus seinem Kasten gerückt war, verzog der Ex-NHL Haudegen nur knapp. Krefelds Konter waren stets gefährlich, aber mit dem Glück des Tüchtigen vereitelte die Abwehr der Sauerländer um den guten Mike Fountain im Tor einen weiteren Gegentreffer im ersten Drittel. Gegen Ende des ersten Spielabschnitts verhängte Schiedsrichter Chvatal zwei weitere Strafen gegen Krefeld. Kurtz und Beaucage saßen draußen. Der vom IEC Anhang erhoffte Ausgleich gelang aber nicht, da die Roosters zu umständlich in Überzahl agierten.



Die letzten Sekunden der Strafen gegen Kurtz und Beaucage verpufften im zweiten Drittel. Nun begann die schwächste Phase der Sauerländer in diesem Match. Das Spiel der Mason-Truppe war geprägt von Missverständnissen und individuellen Fehlern. Eine Überzahlsituation als Bartolone auf die Sünderbank musste, ließ der KEV noch ungenutzt. Der Druck auf Fountains Tor erhöhte sich allerdings von Minute zu Minute und als in der 29. Spielminute Schiri Chvatal eine weitere Strafe gegen Iserlohns Franz angezeigt hatte, gelang Herperger der Treffer zum 0-2, noch ehe Franz seine Strafe antreten konnte.

Nach diesem Treffer fanden die Roosters wieder zurück ins Spiel. Kings Treffer zum 1-2 in der 33. Minute nährte wieder neue Hoffnungen beim Anhang der Iserlohner. Black und Sandrock hatten die Beihilfen für den kleinen kanadischen Wirbelwind gegeben. Vater Dave King, der mit seinen Hamburg Freezers spielfrei war, weilte übrigens nebst Gattin bei diesem Spiel. Er erlebte, wie sich das Spiel der Roosters von Minute zu Minute besserte. Krefeld hatte nur noch wenige gute Gelegenheiten durch Kurtz und Guillet, die aber scheiterten. Angepeitscht von den 3000 Zuschauern gelang den Roosters mit der Schlusssirene des zweiten Drittels sogar noch der Ausgleich. Adams hatte auf Zuspiel von Cooper und Bartolone vollendet.



Im letzten Drittel entwickelte sich phasenweise ein schön anzusehender kampfbetonter Schlagabtausch zwischen beiden Teams. Die Torhüter rückten mehr und mehr in den Blickpunkt des Geschehens und konnten sich mehrfach auszeichnen. Als Schiri Chvatal mit Kurtz und Guillet gleich zwei KEV Akteure auf die Strafbank setzte gelang Henderson die erstmalige Führung der Roosters. Nachdem Müller den ersten Schuss noch abwehren konnte, reagierte Henderson am schnellsten und bugsierte den Puck über die Linie. Der Führungstreffer verlieh den Roosters Flügel. Mit schön anzusehenden Spielzügen gelangten die Roosters nun schnell vor das Tor von Müller. Dieser hielt mit tollen Reflexen den KEV allerdings im Spiel. Die Druckphase der Roosters fand ein Ende, als Schiedsrichter Chvatal , der mehrfach beim Publikum sehr umstrittene Strafen verhängte, in der 56. Minute Bartolone und Adams auf dem Sünderbänkchen Platz nehmen ließ. Folgerichtig suchte Krefeld seine Chance zum Ausgleich. Erneut Kelleher konnte sich in die Torschützenliste durch einen sehenswerten Schlagschusstreffer von der blauen Linie zum 3-3 in der 57. Minute eintragen. In den restlichen Minuten der reglären Spielzeit gingen beide Teams kein großes Risiko mehr ein. Durch das Penaltyschießen musste also der Sieger ermittelt werden. Hier hatte der KEV das Glück auf seiner Seite. Guillet konnte den entscheidenden Penalty für die Seidenstädter versenken. Nach dem Spiel zeigten sich beide Trainer mit den Punktgewinnen durchaus zufrieden. Iserlohns Doug Mason fügte an, dass er zwar dem Schiedsrichter keineswegs die Schuld an der Niederlage geben wolle, man aber bei fünf gegen fünf Situationen einfacher attraktives Hockey spielen könne, als in Unterzahl. Seine Jungs seien nach dem Spiel "sauer und hungrig". Das erleichtere ihm die Arbeit.