Roosters: Eindrucksvolles Sechs-Punkte-Wochenende - Kotschnew überragend

Roosters: Fünf Tore im Schlussdrittel lassen die Fans jubelnRoosters: Fünf Tore im Schlussdrittel lassen die Fans jubeln
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Seine Heimpremiere hatte sich der neue Adler-Trainer Helmut de Raaf sicherlich ganz anders vorgestellt. Nach starkem Beginn und einem komfortablen 2:0 Vorsprung standen er und sein Team am Ende mit leeren Händen da. Die Adler gingen ohne Derek Plante ins Match, der wegen Adduktorenproblemen aussetzen musste. Im Mannheimer Tor stand Marc Seliger. Sein Gegenüber Dimitrij Kotschnew erhielt, genau wie am Freitag, erneut den Vorzug vor Mike Fountain.

Die Adler versuchten von Beginn an das von Helmut de Raaf angekündigte "neue" Offensivsystem umzusetzen. Das gelang auch ganz hervorragend, denn die Adler ließen die Roosters kaum zur Entfaltung kommen und fuhren einen Angriff nach dem anderen auf das Iserlohner Tor. Begünstigt durch eine 2+2 Minuten Strafe gegen David Cooper, der sich in der dritten Minute mit dem Ex-Iserlohner Tomas Martinec einen Zweikampf lieferte, gingen die Adler im Powerplay in Führung. King konnte die Scheibe nicht aus dem Drittel befördern, Edgertons Schuss konnte Kotschnew nicht festhalten und Corbet bedankte sich mit einem Abstaubertor zum 1:0. So einfach kann Eishockey sein!

Entsetzen bei den Roosters in der achten Spielminute, als Schiedsrichter Rademaker auf Penalty für Mannheim entschied. Tomas Martinec war "durch" und wurde vor dem Iserlohner Tor gefoult. Klare Sache. Nicht jedoch für den Schützen Robert Hock, der den Penalty kläglich vergab und an Kotschnew scheiterte. Ungeachtet dessen lief die Angriffsmaschinerie der Adler weiter. Nachdem Sandrock mit einem wuchtigen Schlagschuss an Seliger gescheitert war, erhöhte Hlushko fast im Gegenzug auf 2:0 für die Kurpfälzer. Sein platzierter Schuss ins linke Eck ließ Kotschnew keine Chance. Weitere Hochkaräter vergaben Martinec und Podollan für die Adler. Alles lief scheinbar nach Plan für die Adler und ihren neuen Coach. Dieser begann jedoch im weiteren Verlauf des Drittels seine Reihen durcheinander zu wirbeln. Fortan kamen die Roosters etwas besser ins Spiel. Als Mannheims Captain Sascha Goc die erste Strafzeit für sein Team nahm und gerade einmal 17 Sekunden auf der Strafbank saß, da klingelte es schon in Seligers Kasten. Was war geschehen? King und Adams hatten für Black aufgelegt und dieser hatte aus der zentralen Position wenig Mühe zum 2:1 Anschlusstreffer einzunetzen. Die Roosters kamen immer besser ins Spiel und straften nicht einmal drei Minuten später die Kritiker ihres sonst doch eher biederen Überzahlspiels Lügen. Cooper hatte mit einem wuchtigen Schlagschuss von der blauen Linie zum 2:2 getroffen. So ging es auch in die Pause.

Das torlose zweite Drittel war eigentlich eine klare Angelegenheit für die Adler. Nachdem die Roosters anfangs noch einige gute, aber weniger gefährliche Konter fahren konnten, nahm der Druck auf das Tor der Sauerländer ab der 24. Minute enorm zu. Beide Teams checkten früh vor und so ergab sich viel Spielraum auf dem Eis, die aber die Adler besser zu nutzen wussten. Ganz besonders ab der 29. Minute, als die Roosters einige Unterzahlsituationen zu überstehen hatten, musste die Defensive Schwerstarbeit verrichten. So scheiterten Goc (30.) und Joseph (31.) mit Schüssen an Kotschnew. Nur zwei Minuten später entschärfte der junge Goalie ein Edgerton-Geschoss in Top-Goalie Manier. Gute Gelegenheiten gab es kaum noch für die Roosters. Am Drücker waren nur die Adler, aber sie blieben immer wieder im Iserlohner Abwehrbollwerk hängen oder fanden im überragenden Kotschnew ihren Meister. Das Schussverhältnis betrug im zweiten Drittel zwölf zu drei für die Adler. Aber sowohl Edgertons Schuss in der 34. Minute, als Bernhardt auf der Sünderbank saß, als auch Martinec` Schuss in der 38. Minute stellten kein Problem für den erst 22 Jahre alten Goalie dar. Dank der tollen Paraden Kotschnews stand es auch nach vierzig Minuten noch 2:2.

Das letzte Drittel hatte es dann ganz besonders in sich. Das Drehbuch hätte Alfred Hitchcock nicht spannender schreiben können.

In dem insgesamt ausgeglichen gestalteten Drittel hatten die Roosters zunächst die klareren Chancen, aber Henderson (43.), Cooper (47.), Higgins (49.), Black (50.) und nochmals Henderson (53.) scheiterten an Seliger. Die Adler spielten bis zur blauen Linie schön, ließen dann jedoch den letzten Biss vor dem Tor vermissen. Die Chancen von Edgerton (52.) und Corbet (53.) auf Seiten der Mannheimer stellten keine ernsthafte Gefahr für Iserlohn dar.

Anders sah es da schon aus, als Corbet auf Martinec passte, dieser aber den langen Pass nicht ganz erreichte, weil Kotschnew aufgepasst hatte und schnell genug aus seinem Kasten gekommen war um ihm die Scheibe vor der Schlägerspitze wegzuspitzeln. Überraschend, aber keineswegs unverdient dann die Iserlohner Führung in der 54. Spielminute. Adams Schuss fälschte Black über die Torlinie zum 2:3 ab. Als Bernhardt in der 56. Minute zwei Minuten wegen Hakens kassierte, bot sich den Adlern noch einmal die Chance zur Wende. Stattdessen aber konnten die Roosters sogar in Unterzahl für Gefahr vor dem Adler Tor sorgen. So scheiterte Cipolla (57.) an Seliger. Kurz darauf nahmen die Adler eine Auszeit. Trotzdem agierten se übernervös und gaben den Roosters immer wieder Torgelegenheiten. King (58.) und Higgins (59.) hatten das 2:4 auf dem Schläger. Alles schien für die Roosters auch in den Schlusssekunden nach Plan zu laufen, denn die Abwehr stand sehr sicher. Schien, denn drei Sekunden vor Spielende hatte Cooper in einer brenzligen Situation das Tor absichtlich verschoben. Schiedsrichter Rademaker zögerte keinen Augenblick und zeigte regelgerecht Penalty an. Sollten die Roosters drei Sekunden vor Spielende doch noch den Sieg aus der Hand geben? Andy Roach sollte es für die Adler richten. Er trat zum Penalty an. Mit seinem halbrechts anvisierten Schuss konnte er Kotschnew, der die Ruhe behielt, jedoch nicht bezwingen. Der Rest war Formsache. Iserlohns Coach Doug Mason nahm seine Auszeit noch schnell und die restliche Spielzeit war ohne Probleme verstrichen. Während die enttäuschten Adlerfans schnell das Weite suchten, feierten die rund 100 mitgereisten Iserlohner Fans ihr Team noch lange nach Spielende. Ähnlich, wie am Freitag im Heimspiel gegen Hannover, hatten sie ihr Team phantastisch unterstützt.

Durch den Spielausfall in Hannover beträgt der Abstand zu den auf Platz 13 stehenden Scorpions nun acht Punkte. Am kommenden Freitag wartet bereits das nächste schwere Match auf die Roosters. Dann geht es auf heimischem Eis gegen den Playoff Aspiranten Augsburger Panther. Erstes Bully ist um 18:30 Uhr. (MK)

Tore: 1:0 (3:12) Corbet (Podollan, Edgerton) 5-4; 2:0 (8:41) Hlushko (Groleau, Kathan); 2:1 (15:10) Black (Adams, King) 5-4; 2:2 (18:08) Cooper (Sandrock, Hommel) 5-4; 2:3 (53:22) Black (Adams, King)


Schiedsrichter: Axel Rademaker

Strafminuten: Adler Mannheim 12 - Iserlohn Roosters 16

Zuschauer: 5200

Jetzt die Hockeyweb-App laden!