Robert Müller: Gelassen in die Saison

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Er freut sich auf die neue Saison. Und er wirkt fröhlich und gelassen: Mannheims Torwart Robert Müller sitzt der Hockeyweb-Redakteurin im Restaurant Rosso der SAP-Arena gegenüber und alle Anspannung scheint von ihm abgefallen zu sein. Er hat gelernt durch seine Krankheit, sagt er. Dass immer etwas Unvorhergesehenes über einen hereinbrechen kann, dass man kämpfen können muss um Dinge, die einem wichtig sind. Und er ist dankbar, "dass es niemanden von meiner Familie getroffen hat, dafür nehme ich das gerne auf mich".

Noch bis Freitag geht die Chemotherapie, "dann ist offiziell Schluss". Über Nebenwirkungen könne er nicht klagen, sagt Robert, "ich hab aber auch den Ferrari der Cheomotherapien erwischt". Statt am Tropf zu hängen, schluckt er Pillen und die verträgt er gut. "Ich fühle mich rundum fit", sagt der Bayer und schickt sich an, die Herausforderung im Team anzunehmen.

Dass die Adler in der vergangenen Saison Adam Hauser verpflichtet haben, das kann er verstehen, "sie mussten ja etwas machen". Und in diesem Zusammenhang ist es ihm wichtig, der Organisation Adler zu danken: "Wie man sich hier um mich gekümmert hat, das war einfach nur großartig. Dafür möchte ich jetzt wirklich mal ausdrücklich danken." Er habe großes Glück gehabt, bei den Adlern unter Vertrag zu stehen, als die Krankheit ausbrach, nicht eine Sekunde habe er bangen müssen um seinen Arbeitsplatz.

Mit Jean-Marc Pelletier sei er prima ausgekommen, den habe er gerne gemocht, sagt er. Natürlich wäre es ein merkwürdiges Gefühl gewesen, wenn man zu Beginn der Saison als Nummer eins käme und dann nicht in den Play-offs spiele, aber so wie es gelaufen sei, wäre das richtig gewesen. Die letzten Sekunden, als die Fans ihn ins Tor riefen, "das war ein merkwürdiges, aber auch ein sehr schönes Gefühl". Überhaupt die Fans, die hätten ihm sehr viel Freude gemacht mir ihren Genesungswünschen, "auch, wenn mir da erst wirklich bewusst wurde, was ich für eine Krankheit hatte". Vorher, da habe er das abgetan als etwas, womit er auf jeden Fall fertig würde, "ich hab ja noch nichtmal Angst vor der Operation gehabt", sagt der Bayer, "das sag ich jetzt nicht, um als Held dazustehen, es war einfach so". Er habe sich bei den Ärzten unter Professor Debus hundertprozentig sicher gefühlt.

Der Arzt war es auch, der irgendwann zu Robert kam und sagte: "Na, haben Sie Lust, mal wieder was zu tun?" Da kam er gerade an den Richtigen, Müller musste noch einige ärztliche Stationen zur eigenen Sicherheit durchlaufen - darauf bestanden die Adler - aber dann war er wieder mit an Bord. Früher, als die meisten gedacht hatten, stand er im Training wieder seinen Mann.

Alle Werte sind jetzt bestens, im Sommer hat Müller wie ein Wilder trainiert, jetzt ist er bereit. Wozu, das weiß er noch nicht so genau, "die Trainer werden entscheiden und ich werde das machen, was man von mir erwartet". Dass da gewissen Wünsche und Ziele in ihm schlummern, klar, sagt er, es wäre ja auch merkwürdig, wenn er nicht möglichst oft ins Tor wolle. Aber, wie gesgt, "entscheiden werden die Trainer". Greg Poss, der auch gerade im Rosso zugange ist, bescheinigt seinem deutschen Goalie, "dass er topfit ist". Wie man die Situation mit Hauser und ihm regeln werde, das wisse man noch nicht. Poss: "Wir beobachten derzeit alles ganz genau und werden dann weitersehen." Müller, der als er von der Zweijahresverpflichtung Hausers gehört hatte, durchaus mal die Fühler ausgestreckt hatte in der DEL, wird mit der Entscheidung umgehen. Auch das hat er gelernt, nichts mit der Brechstange zu wollen, sondern sich seiner Stärken zu besinnen und nie aufzugeben. Der Mann verfügt über Format und Stärke, so einer steht jedem Team gut an. Er hat zudem einen gesunden Ehrgeiz und großes Können und das wird er in die Waagschale werfen. In der kommenden Spielzeit kann er beweisen, dass mit ihm zu rechnen ist.

Robert Müller ziehts nach Hause. Zwei Kinder haben er und seine Jenny jetzt, Sohn Louis wurde im April geboren. Wie ist denn seine hochschwangere Frau mit der Nachricht, er habe Krebs, umgegangen damals? "Sie war nach außen stark", antwortet der Goalie und fügt an, dass man das auch sein müsse, schon der Kinder wegen.

Gerüchte, er ginge nach Heilbronn, stimmten übrigens nicht, fügt er noch an. Er bleibe bei den Adlern. Würde er bei den Falken auflaufen, dürfe er nur noch einmal wechseln, dann nicht mehr. Jetzt freut er sich auf eine Spielzeit, in der die Adler oben mitspielen dürften. Das Team sei Klasse, lobt der Torwart, gut sei auch, dass man einander schon kenne. "Ob es uns gelingt, die Meisterschaft wieder zu holen, das weiß ich nicht", sagt Robert, "aber probieren werden wir es auf jeden Fall".

Angelika von Bülow


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