Robert Dietrich - Der vogelwilde Aufsteiger

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Für Robert Dietrich von den DEG Metro Stars ging in den letzten Wochen der Weg ganz steil nach oben. Für den DEL-Verteidiger, der vor Jahresfrist noch mit den Straubing Tigers die Zweitligameisterschaft gewann, ist die WM-Teilnahme in Moskau (Russland) nun die vorläufige Krönung seines Höhenflugs.

 

„Früher hatte ich mir gedacht, dass das alles nicht so einfach wird“, gibt der 20-Jährige unumwunden zu, „aber ich habe mich von der Oberliga hochgearbeitet, auch weil ich immer das Vertrauen meiner Trainer und viel Eiszeit hatte.“

 

Vorgezeichnetes Sprungbrett in die DEL war der Aufstieg mit Straubing. Robert Dietrich bezeichnet es rückblickend als „gute Zeit“, auch weil die Mannschaft ruhig geblieben ist und Erfolg hatte, obwohl es zwischenzeitlich Kritik hagelte. An die damals entscheidende Serie gegen Bremerhaven, die über die volle Distanz von fünf Partien ging, hat er beste Erinnerungen. „So etwas als Spieler mit 19 Jahren miterleben zu dürfen, ist einfach großartig“, meint er dankbar.

 

Seine Entwicklung, die Robert Dietrich einfach mal so als „verrückt“ bezeichnet, setzte sich auch in der zurückliegenden DEL-Saison fort. „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es so läuft. In den ersten DEL-Spielen habe ich schon gemerkt, dass ich noch etwas überfordert bin. Durch eine Verletzung von Jean-Luc Grand-Pierre bin ich dann in die Mannschaft gerückt, habe versucht einfach zu spielen und dadurch immer mehr Selbstvertrauen getankt. Ich bin langsam reingekommen.“

 

Rasant entwickelte es sich dagegen in den vergangenen Wochen in der Nationalmannschaft. Eigentlich dachte Robert Dietrich, der in der abgelaufenen DEL-Saison auf fünf Treffer kam, nur an ein kurzes Gastspiel in der WM-Vorbereitung und rechnete damit, von Bundestrainer Uwe Krupp wieder aussortiert zu werden. Doch plötzlich gehörte er zum Aufgebot für die WM als der jüngste und kleinste Verteidiger. „Das ist ein Hammer, dass ich mitfahren konnte.“

 

Jetzt ist Robert Dietrich, der sich im Kreis der Nationalmannschaft gut aufgenommen und integriert fühlt, in Moskau. Doch statt großer Augen stehen große Taten an. Im ersten WM-Spiel gegen Kanada sorgte er mit einem Sonntagsschuss fast von der Mittellinie für ein Tor, von dem viel gesprochen wurde. „Ich hatte eigentlich auf einen Nachschuss spekuliert, doch plötzlich jubelten alle. So ein Ding wird mir nicht so leicht noch einmal gelingen.“

 

In der Abwehr habe er wie jeder andere den gleichen Job zu erfüllen. In Über- und Unterzahl kommt er wie im Club zum Einsatz, genießt das Vertrauen des Trainers. „Wir müssen bei einem solchen Turnier mit acht Verteidigern spielen“, erklärt Robert Dietrich, dass es auch das System erfordert.

 

Von Moskau selbst ist der Youngster, der mit dem Team bereits den Roten Platz besucht hat, sichtlich beeindruckt: „Das ist eine riesengroße Stadt, ein Wahnsinn, eine Erfahrung wert.“ Erfahren mussten die deutschen Spieler dabei auch rasch, dass in der russischen Metropole das landesübliche Warten in Demut auch für die DEB-Auswahl gilt, wenn man sich trotz einer Polizeieskorte eine Stunde lang durch den dichten Verkehr zur Halle müht.

 

Der Stimmung im Team tut das keinen Abbruch, wie Robert Dietrich unterstreicht. Jeder sorge dafür. Ohnehin sieht er sich als jemand, mit dem „kein Mensch große Probleme“ hat. Außer den Gegnern auf dem Eis vielleicht.

 

Dort muss er allerdings die ihm mit 1,78 Metern an Körperlänge fehlenden Zentimeter mit Kraft kompensieren. „Das ist dann manchmal nicht so einfach, wenn man an der Bande auf Spieler mit hundert Kilo wie den Kanadier Rick Nash trifft“, bekennt Robert Dietrich, der sich selbst ein wenig augenzwinkernd als „vogelwild“ bezeichnet. Seine Stärken sieht er darin, dass er ruhig im Umgang mit der Scheibe ist und sich auch in Überzahl einiges zutraut. So bringt er sich jetzt auch im DEB-Team ein.

 

Trotzdem weiß er, woran er arbeiten muss. Dem Höhenflug in die Nationalmannschaft wird sein zweites DEL-Jahr folgen. Robert Dietrich glaubt, dass das nicht so einfach werden könnte. „Viele Spieler sagen das. Ich will aber vermeiden, dass das auch bei mir zutrifft und viel spielen, das ist für mich das Wichtigste.“ Und das Vertrauen der Trainer wie im Club von Don Jackson oder jetzt in der Nationalmannschaft von Uwe Krupp ist es, das ihn zu einem der Aufsteiger der Saison gemacht hat. Um seinen Höhenflug fortsetzen zu können, wird er auch weiter dafür hart arbeiten, um auf dieses Vertrauen bauen zu können.

 

Christian Fuchs

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