Rob Zepp: „Das war meine fünfte Meisterschaft. Und das war noch nicht alles!“DEL-Finale: Eisbären-Stimmen nach Titel Nummer sieben

Rob Zepp in Aktion - Foto: Andreas DickRob Zepp in Aktion - Foto: Andreas Dick
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Wer es nicht ganz so mit den Eisbären aus Berlin hat, der wird wohl gelangweilt sagen: „Meister Berlin. Schon wieder!“ Allerdings gibt es gute Gründe dafür, weshalb sich die Hauptstädter auch diesmal gegen zweifelsohne starke Kölner Haie durchsetzen konnten. Eisbären-Urgestein Sven Felski fasste diese mit einem breiten Grinsen im Gesicht zusammen: „Die inkostanten Leistungen der Vorrunde spielten für die Mannschaft in den Play-off keine Rolle mehr, da spielte sie ein ganz anderes Eishockey. Sie weiß Lösungen zu finden und Serien zu beenden. Die Eisbären sind, wenn es drauf ankommt, einfach schwer zu schlagen.“

Die Spieler der Berliner verfügen im Kern, an dem sich aller Wahrscheinlichkeit nach zur Spielzeit 2013/14 wenig ändern wird, über eine besondere Qualität. „Wir wissen, was wir zu tun haben“, wiederholten Constantin Braun schon während der Vorrunde gebetsmühlenartig. Man mochte es ihm häufig kaum noch glauben, weil allzu oft die Ergebnisse eine andere Sprache sprachen. Braun fügte erklärend hinzu: „Ja, wir haben in der Saison immer wieder gesagt, dass wir schon auch eine andere Mannschaft haben, mit anderen Führungsspielern in neuen Rollen, in die hineinzufinden Zeit brauchte. Aber genau zum richtigen Zeitpunkt waren wir da, wo wir sein wollten.“ Dass er, der 24-jährige, zum Play-off-MVP gewählt wurde, hat Braun dann aber doch überrascht: „Da habe ich schon andere vorn gesehen - Julian Talbot, TJ Mulock oder Rob Zepp.“ Immerhin beendete Julian Talbot die Play-off als Top-Scorer (8 Tore/11 Vorlagen in 13 Spielen), nachdem er zum Triumph der Eisbären zwei weitere Treffer beisteuerte. Constantin Brauns Ausbeute (2 Tore/10 Vorlagen) lässt sich ebenfalls sehen, macht ihn zum punktbesten Verteidiger in den Play-off. Was den gebürtigen Lampertheimer aber hauptsächlich auszeichnet, zeigte sich einmal mehr in der 35. Spielminute beim noch engen Zwischenstand von 2:1: Da nahm Braun den Puck in der eigenen Zone auf und marschierte unaufhaltsam Richtung Kölner Drittel – am Ende dieser Aktion stand es 3:1 für die Eisbären. Constantin Brauns großer Wille hatte den Weg dazu geebnet. Alle Mal hat sich der Nationalverteidiger den Titel Play-off-MVP hart erarbeitet und somit auch verdient. „Er gehört der ganzen Mannschaft, auch wenn ich ihn bekommen habe. Alleine gewinnst du keine Meisterschaften“.

Vor Spiel eins der Finalserie gegen die Haie sagte Brauns Verteidiger-Kollege Frank Hördler: „Jede Meisterschaft war auf ihre Art etwas Besonderes. Jetzt wäre es wieder etwas Anderes. Wir können Großes erreichen!“ Und wie fühlt es sich nun an, da das Ziel siebte Meisterschaft erreicht ist? „Megagroß! Nach all dem Auf und Ab in dieser Saison so was hinzulegen, so viel Konstanz zu zeigen, ist einfach großartig!“ Entgegen aller seit Monaten sich um Meistercoach Don Jackson rankenden Wechselgerüchte, klingt es jetzt nach Jacksons fünften Titel in sechs Jahren ganz anders: „Ich habe gesagt, dass ich so lange ein Eisbär bin bis man mir sagt, ich bin es nicht mehr. Ich gibt für mich keinen Grund, Berlin zu verlassen, es ist ein guter Ort für mich.“ Für alle Eisbären-Skeptiker muss es wie eine Drohung klingen, wenn ihr Torsteher Rob Zepp vor laufenden Kameras sagt: „Das war mein fünfter Titel. Und das war noch nicht alles!“

Zur Meistergalerie >>