Rob Zepp: „Das war mein bisher wichtigster Sieg für die Eisbären“

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Es gab nicht wenige, die vor dem entscheidenden fünften Spiel der Play-off-Halbfinalserie zwischen den Eisbären Berlin und den DEG Metro Stars darauf gewettet hätten, dass Düsseldorfs Goalie Jamie Storr letztlich den Ausschlag für einen Finaleinzug der Rheinländer geben könnte. Im Gegensatz zu seinem jüngeren Berliner Kollegen wurde ihm sehr wohl zugetraut, seiner Mannschaft das letzte Spiel der Serie gewinnen zu können. Doch es kam anders. Am 3:1-Erfolg der Hauptstädter und damit deren vierten Finalteilnahme innerhalb von fünf Jahren hatte Rob Zepp (Foto by City-Press) einen gehörig großen Anteil. „Ich weiß nicht, ob das mein bestes Spiel für die Eisbären war“, gab sich der 26-jährige Kanadier bescheiden, „aber gewiss war es mein bisher wichtigster Sieg. Es war aber der Erfolg der gesamten Mannschaft, ein Charaktersieg!“

Nationalstürmer Florian Busch, der mit seinem Treffer zum 1:0 die Tür zum Finale für die Berliner aufstieß, sah das nicht anders: „Wir haben nach dem Spiel am Dienstag in den Spiegel geschaut und waren uns im Klaren, dass so etwas nicht zweimal passieren darf. Die Moral hat heute gestimmt, jeder war mit seinem Herzen und Kopf voll bei der Sache. Rob Zepp war hervorragend wie alle anderen, alle haben einen super Job gemacht. Wir haben wieder defensiv besser gespielt, und dann fallen halt auch irgendwann die Tore. Insgesamt, glaube ich, waren wir die bessere Mannschaft.“  

Die Niederlage der DEG besiegelte zugleich das Ende einer Sturmreihe, die über Jahre hinweg eine der besten in der DEL war. Daniel Kreutzer, Tore Vikingstad und Klaus Kathan. KVK, drei Buchstaben, die für Qualität bürgten und zur eigenen Marke avancierten. Kathan, der die DEG Richtung Hannover verlassen wird, sagte: „Wir wollten heute unbedingt ins Finale. Es hat nicht gereicht, wir sind schwer enttäuscht.“ Der Norweger Tore Vikingstad meinte: „Wir waren nicht die schlechtere Mannschaft, aber heute einfach zu uneffektiv.“ Düsseldorfs Jungnationalspieler Robert Dietrich trauerte ebenfalls den durchaus vorhanden gewesenen Möglichkeiten nach: „Es ist wirklich schade, aber wir haben zu wenig aus unseren Chancen gemacht.“

Lance Nethery, der während der für die Metro Stars enttäuschend verlaufenen Vorrunde neben dem Managerposten auch den des Chefcoaches übernahm, resümierte: „Die Eisbären haben sehr gut gespielt und verdient gewonnen. Die Special Teams haben in dieser Serie letztlich den Unterschied gemacht. Man hat auch gesehen, wie wichtig der Heimvorteil in den Play-off ist. Das Publikum war heute der Eisbären siebter Mann, die Fans haben ihr Team sehr unterstützt. Es war schön, noch einmal im Wellblechpalast sein zu können. Die Atmosphäre hier war immer eine besondere, ich werde sie vermissen. Nach dem Friedrichspark in Mannheim, der Brehmstraße bei uns in Düsseldorf und auch der Lentstraße in Köln, verliert die Liga mit dem Wellblechpalast wieder eine dieser besonderen Hallen.“

Einer, der ebenfalls seinen Beitrag leistete, dass der Wellblechpalast noch nicht in den DEL-Ruhestand versetzt wird und zu guter Letzt noch ein weiteres Finale um die deutsche Meisterschaft erleben kann, ist Verteidiger René Kramer. Der 20-Jährige verbrachte den größten Teil der Saison mit einer Förderlizenz der Eisbären bei den Kassel Huskies in der 2. Bundesliga und ist dort unter Trainer Stepháne Richer weiter gereift. Ausgestattet mit einem Zweijahresvertrag, ist zukünftig wohl damit zu rechnen, dass der gebürtige Berliner im DEL-Kader der Eisbären einen festen Platz erhält. Zum wiederholten Male ließ er mit einer Top-Leistung keinen Zweifel an seiner Tauglichkeit aufkommen. „Es ist schon immer eine große Umstellung, von der 2. Bundesliga in die technisch anspruchsvollere DEL zu wechseln, wo man weniger Zeit für seine Aktionen hat, alles sehr viel schneller geht. Dennoch ist der Sprung aus der 2. Liga in die DEL leichter, als aus der Oberliga. Ich bin gern in Kassel und die Zeit dort hat mir sehr geholfen. Egal wo ich gerade bin, ich gebe immer 100 Prozent. Aber lieber spiele ich schon hier in Berlin.“

Sein Coach Don Jackson war nach dem Match doch etwas emotionalisiert. Wie die TV-Bilder in der Spielzusammenfassung des RBB am späten Abend bewiesen, hatte der einstige NHL-Haudegen doch tatsächlich mit ein paar Tränen der Freude zu kämpfen. Hatte er vielleicht insgeheim selbst nicht mit so einem starken Auftritt seiner personell geschwächten Truppe gerechnet? Fehlten doch neben dem gesperrten Sven Felski auch der bisher so auffällig agierende Brandon Smith in der Defensive, sowie Routinier Mark Beaufait im Sturm verletzungsbedingt. Weitere Spieler wie Stefan Ustorf, Denis Pederson und Steve Walker gingen bekanntlich angeschlagen ins Match. Schon wieder gefasst zog Jackson sein Fazit: „Wir haben gut gegen eine starke Mannschaft gespielt und gewonnen. Es war wichtig, heute keine Breaks der DEG zuzulassen wie noch am Dienstag. Das ist uns gelungen. Rob Zepp hat exzellent gehalten, obwohl viele Schüsse aufs Tor kamen. Ich will jedes Spiel gewinnen, egal ob zu hause oder auswärts. Doch heute war der Heimvorteil für einige Spieler sehr wichtig. Es ist gut, dass dies nicht unser letztes Spiel im Wellblechpalast gewesen ist!“

(mac/ovk)


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