Rick Adduono: „Ich werde es nie verstehen!“Der Trainer der Krefeld Pinguine über sein Team und Uwe Krupp

Rick Adduono - Dito: Sylvia HeimesRick Adduono - Dito: Sylvia Heimes
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Die Krefelder Pinguine schickten die Straubing Tigers am Dienstagabend mit 7:3 auf die Heimreise zurück nach Bayern. Die Tigers egalisierten den Spielstand zum 3:3 innerhalb kürzester Zeit zum Ende des ersten Drittels und hatten Abschlusspech im Mittelabschnitt. Dies wussten die Mannen von Coach Rick Adduono zu nutzen und schlugen Straubing letztendlich etwas zu hoch mit 7:3.Nach der Partie stand der Trainer der siegreichen Pinguine Hockeyweb zu einem kurzen Gespräch zur Verfügung:

Rick Adduono, Gratulation zum 7:3 Sieg gegen die Straubing Tigers! Das 1. Drittel endete 3:3 – für den neutralen Zuschauer ein tolles Ergebnis! Wie haben Sie es erlebt?

Ganz ehrlich – für einen Trainer ist dies gar kein gutes Ergebnis! Wir haben 3:1 geführt, eigentlich eine beruhigende Führung, es hätte 4:1 oder sogar 5:1 sein können! Hätte, aber dann haben wir zwei unbegreifliche Fehler bei Vier gegen Vier begangen – es war schlimm! Ein Spieler, David Fischer, der seit Beginn der Saison mit einem Handicap spielt, das seine Spielweise beeinflusst, und ihm deswegen jeden Kredit einräume, verschuldete den Anschlusstreffer und Francois Methot, der erst gerade wieder in das Team zurückgekehrt ist, war maßgeblich am Ausgleich beteiligt. Ich kann beiden also überhaupt keinen Vorwurf machen! Diese Gegentreffer waren schon schlimm, doch das Gute an dem Spiel war dann, das wir zurückgekommen sind.

Im Mittelabschnitt waren die Tigers die tonangebende, bessere Mannschaft und Tomas Duba Goalie hat Krefeld im Spiel gehalten! Wie haben Sie es gesehen?

Wir versuchen in dieser Saison in der Defensive stabiler, besser dazustehen. Vor zwei Spielen haben wir 25 Torschüsse zugelassen – so möchte ich es haben. Aber wir haben auch Begegnungen, in denen wir 45 Schüsse auf unseren Kasten kriegen – das möchte ich eigentlich nicht! Mein Team hat in diesem Jahr ein ganz anderes Gesicht als letzte Saison und wir müssen daher unsere Spielweise etwas ändern, anpassen. Wir machen jetzt mehr Fehler als zuvor, hervorgerufen durch die vielen Veränderungen in der Mannschaft. Wir haben noch viel zu tun!

Jetzt bald steht die Nationalmannschaftspause an – werden Sie diese Zeit nutzen?

Wir werden den Spielern fünf Tage frei geben, um wieder runter zu kommen und ihre Gedanken zu sammeln. Ja, und dann werden wir richtig hart arbeiten, werden dann hoffentlich besser zurückkommen, wie in den letzten beiden Jahren. Wir müssen einfach besser werden, denn die Liga ist so ausgeglichen. Wir haben zwar nicht mehr die Tiefe im Team, aber wir sollten als eine Einheit auftreten. Obwohl ich gehofft hatte, dass ich irgendwie im Team Canada involviert sein werde, werde ich mir einige Partien im Fernsehen anschauen.

Was sagen Sie eigentlich zu der Aktion der Kölner Haie, Uwe Krupp und seinen ganzen Trainerstab zu entlassen?

Jeder mag seinen Grund haben, aber in diesem Fall findet das in keinster Weise meine Zustimmung! Die Haie hatten und haben – so langsam lichtet es sich – sehr viele Verletzungen. Kommen die Verletzten nach einer langen Pause zurück, brauchen sie erst einmal eine gewisse Zeit, um wieder die gewohnte Form zu erreichen. Die Kölner Haie haben ums Überleben gekämpft bis Uwe Krupp kam und das Team wieder auf den richtigen Weg geführt hat. Sein Nachfolger Niklas Sundblad ist ein guter Coach, der im letzten Jahr die Meisterschaft gewonnen hat, keine Frage, ist ein junger, erfolgshungriger Trainer – Uwe Krupps Haie waren wegen der vielen Verletzungen vom Erfolgsweg abgekommen. Aber jedem war eigentlich klar, dass mit deren Rückkehr auch der Erfolg wieder kommen würde. Die Kölner besitzen eines der besten Teams in der DEL. Ich kann es nur noch einmal wiederholen: Uwe Krupp ist ein tadelloser Mensch, ein sehr guter Trainer! Mit der Nationalmannschaft hat er große Erfolge gefeiert! Dann hat er die am Boden liegenden Kölner übernommen und zu zwei ‚Vize-Meisterschaften geführt. Es ist einfach unbegreiflich, nach so großen Erfolgen einen solchen Mann zu feuern – mir fehlen echt die Worte. Ich verstehe es nicht und werde es wahrscheinlich nie verstehen. Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich sehr oft eine andere! Ich könnte mir gut vorstellen, dass er wegen seines jungen Alters (49) und seiner Karriere in der NHL und seinen Verbindungen, dort auch einen Job finden wird. Aber ich komme einfach nicht drüber hinweg, was mit Krupp angestellt wurde. Ich könnte da noch den ganzen Abend drüber philosophieren, aber … Uwe wird, da bin ich mir sicher, bald wieder einen Trainerjob haben! Nichts gegen Niklas Sundblad, wir alle wollen einen Job und es war auch klar, dass er über kurz oder lang einen bekommt.

Zum Abschluss noch ein paar Worte zu Ihren Pinguinen 2014/15!

Es ist schon witzig, aber Zuhause sind wir eine Macht. Unsere Heimspielbilanz kann sich sehen lassen! Er war nie besser seit ich hier bin. Dafür sieht es bei der Bilanz der Auswärtsspiele nicht so rosig aus. Hier stehen wir ziemlich schlecht da! Daran kann man auch erkennen, dass wir ein anderes Team zusammen haben. Wir müssen noch hart daran arbeiten, um die abgewanderten Torschützen (Kevin Clark, Freezers & Mark Voakes, Grizzly Adams (Anm. d. A.) auch nur ansatzweise zu ersetzen. Mit ihnen haben wir auch einiges an Charakter verloren – und dies zu ersetzen, ist sehr schwierig. Wir versuchen es, wir haben eine sehr gute Truppe beisammen und wir werden versuchen, es zu bewerkstelligen.

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