René Röthke: „So etwas habe ich noch nicht erlebt“Kommt die DEG zur rechten Zeit?

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Dabei kann man den Niederbayern wenig vorwerfen. Optisch sind die Tigers meist auf Augenhöhe, spielen hart auf den Körper und schenken weder sich noch dem Gegner was. Doch im Freitagsspiel bei den Roosters waren wieder keine Punkte zu holen. „Das ist eine Katastrophe. Wir hatten wieder zwei Lattenschüsse, das erste Tor wird nicht gegeben“, meint Marcel Brandt, der eines der beiden Tore erzielte. Zu treffen ist zwar schön, doch siegen wäre schöner. „Torschießen macht immer Spaß, es ist halt blöd, wenn man jedes Spiel verliert. Wir haben eine Krise, wir haben Pech, wir haben kein Glück“, erklärt Brandt.

Der andere Torschütze am Freitag war René Röthke. Er gehört zu den dienstältesten Spielern der Tigers und bestritt kürzlich sein 600. DEL-Spiel, doch so eine Serie ist auch ihm komplett fremd. „Ich habe sowas auch noch nicht in meiner Laufbahn erlebt, aus 14 Spielen nur zwei Siege. Das ist einfach brutal, aber es hilft jetzt nichts rumzujammern. Wir wissen, dass wir kurz davor sind, einen Sieg einzufahren, wir sind jetzt immer kurz davor, die Spiele auf unsere Seite zu bringen und jetzt hoffen wir einfach, das morgen der Hockeygott auf unserer Seite ist“, sagt der Routinier, für den die Niederlagen natürlich auch kein Spaß sind. „Ne, sicherlich nicht. Wir haben uns das alles ganz anders vorgestellt. Aber jetzt sind wir da unten in der Krise und jetzt geht es darum, da wieder rauszukommen.“

Marcel Brandt hat natürlich noch deutlich weniger DEL-Spiele in seiner Vita stehen, doch auch aus seinen Nachwuchszeiten kann er sich an solche eine Serie nicht erinnern: „Ganz ehrlich – nein! Ich kann mich nicht erinnern, dass ich schon mal irgendwo acht Spiele am Stück verloren habe, vielleicht mal zwei oder drei, aber acht noch nicht.“ Dabei nagt die Serie aber offenbar schon: „Ich sag‘ mal, das ist hart an dir selbst zu arbeiten, dass man physisch und mental stabil bleibt und immer weiter hart arbeitet.“ Trotzdem glaubt der Youngster nicht an einen Fluch oder verhexte Schläger, die man besser auf einem Scheiterhaufen verbrennen sollte. Obwohl es schwer ist, glaubt er an das altbekannte Rezept und die Stärke im Team: „Einfach weitermachen, das Glück kommt wieder auf unsere Seite und dann geht’s dahin und wir gewinnen acht, neun Spiele in Folge.“ Dabei könnte ein weiterer Ausfall dazukommen. Dass Blaine Down, Thomas Brandl und Carsen Germyn sicher fehlen werden, ist klar, doch im Samstagstraining erwischte es Peter Fache, der sich einen tiefen Cut am Finger zugezogen hat, als sein Schläger brach. Flache wurde erstmal ins Krankenhaus gefahren. Näheres ist jedoch unbekannt.

Die Spieler der verschiedenen Mannschaften kennen sich natürlich untereinander, viele haben schon mal irgendwo zusammen gespielt und so mancher Kumpel ist auch schon mal durch eine sportlich schwere Zeit gegangen. Doch die alten Bekannte um Rat zu fragen, geht dann doch zu weit: „Nein, wir versuchen, da unsere eigenen Wege zu finden, wie wir da rauskommen. Wir werden alles daran setzten, dass wir morgen vor heimischem Publikum die Menschen im Stadion wieder glücklich machen“, sagt Röthke. Dabei könnte ausgerecht der Sonntagsgegner das Vorbild sein. Denn die DEG ging vergangene Saison ebenfalls durchs Tal der Tränen. „Da gibt es ja mehrerer Beispiele für Mannschaften, die ganz weit unten im Keller standen und es dann am Ende doch noch geschafft haben, in die Play-offs zu kommen. Hamburg letztes Jahr und, ich glaube, Nürnberg hatte auch schon mal eine so schwere Zeit. Es gibt da schon genug Beispiele, dass es möglich ist und dass man nicht die Hoffnung aufgeben darf“, beschreibt René Röthke. Marcel Brandt meint: „Ich sage nicht Aufbaugegner, aber ich glaube, das ist der richtige Gegner, dass man zeigen kann, dass wir wollen, dass wir da sind und Spiele gewinnen können.“

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