Reimer lobt die DEG und bangt um deren ZukunftDüsseldorfer EG

Früher Düsseldorf, jetzt Nürnberg: Patrick Reimer. (Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de)Früher Düsseldorf, jetzt Nürnberg: Patrick Reimer. (Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de)
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Während Connor James auch in Franken mit einem Dauergrinsen herum läuft, als wären seine Mundwinkel per Gummiband hinter den Ohren befestigt, macht Evan Kaufmann derzeit einen Gesichtsausdruck, als hätte er gerade auf dem Christkindlsmarkt eine kalten Glühwein getrunken. Der kleine Stürmer fällt mit einer Handgelenkverletzung bis in den März hinein aus. „Das ist ein harter Schlag“, sagte Kaufmann.

Wesentlich entspannter lehnte da schon Patrick Reimer an der Wand zur Kabine der Ice Tigers. Zwei Tore hatte der 29-Jährige beim 4:3 gegen die DEG erzielt, darunter den Siegtreffer in der Verlängerung. „Da habe ich dann aber auch mal gejubelt“, sagte Reimer. Der Allgäuer wurde vor der Partie für sein 500. Spiel in der Deutschen Eishockey Liga geehrt. 478 davon bestritt er im Trikot der DEG, deren Verantwortliche es in Nürnberg allerdings verpassten, die acht Jahre am Rhein entsprechend mit zu würdigen. Reimer hingegen hat seinen Ex-Verein immer noch im Blick. „Ich habe gehört, dass es schon wieder Schwierigkeiten gibt, die kommende Saison zu finanzieren. Ich kann einfach nicht verstehen, dass sich in einer Stadt wie Düsseldorf niemand findet, der Geld ins Eishockey investieren will. Die DEG darf doch nicht so einfach von der Bildfläche verschwinden“, sagte Patrick Reimer, der zudem lobende Worte für das Team von Trainer Christian Brittig fand. „Sie arbeiten sehr hart und erzielen deutlich bessere Ergebnisse, als vor der Saison zu befürchten war.“

Wie auch in Nürnberg, wo nun dem nächsten vermeintlichen Titelkandidaten getrotzt wurde. Schon in Köln, Ingolstadt und Mannheim war die DEG nicht ohne Punkt geblieben, gegen Hamburg und Berlin wurde daheim sogar gewonnen. Das bringt Respekt. „Wir wollten nach unserer Führung defensiver spielen“, sagte Ice-Tigers-Trainer Jeff Tomlinson.

Ein Plan, der nicht aufging, weil Ashton Rome 180 Sekunden vor der Schlusssirene mit seinem ersten Saisontor für die DEG das 3:3 erzielte. „Ich habe immer an unsere Chance geglaubt. Wir haben sehr geduldig auf sie hin gearbeitet, aber ich ärgere mich, dass wir in der Verlängerung dann nicht konzentriert geblieben sind“, sagte Christian Brittig, der sich jedoch für Ashton Rome gefreut hat. „Wir wussten, dass wir nicht den begnadetsten Techniker geholt haben, aber Ashton erfüllt seine Aufgaben und dieser Treffer wird ihm sicher Auftrieb geben“, sagte Brittig.

Gestern war die Düsseldorfer EG spielfrei. Die Partie bei den Hamburg Freezers wurde wegen einer Hallenbelegung auf den morgigen Dienstag (19.30 Uhr) verschoben. Fehlen wird dort auch weiter Alex Henry, dessen Sperre trotz Einspruchs nicht reduziert wurde. Zudem müssen sein Abwehrkollege Drew Paris und Angreifer Travis Turnbull wegen einer Magen-Darm-Grippe passen. Verteidiger Marian Bazany beginnt nach seiner Knie-Verletzung morgen mit der Reha und fällt noch bis Ende Dezember aus.

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