Reifere Tigers hinterlassen ratlose Panther Augsburg - Straubing 2:3 n.V.

Patrick Ehelechner konnte die Niederlage trotz vieler großer Glanztaten nicht verhindern. (Foto: Armin Rohnen - www.stock4press.de)Patrick Ehelechner konnte die Niederlage trotz vieler großer Glanztaten nicht verhindern. (Foto: Armin Rohnen - www.stock4press.de)
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Am Freitag können nun die Niederbayern bereits vorzeitig den Einzug ins Play-off-Viertelfinale in eigener Halle perfekt machen.

Mit der Bürde von vier Saisonniederlagen gegen den schwäbischen Nachbarn reisten die Niederbayern zum Derby in den Augsburger Eiskeller Curt-Frenzel-Stadion. Dafür hatten sie den psychologischen Vorteil zweier Siege am vergangenen Wochenende im Gepäck, womit schließlich noch der Sprung in die Pre-Play-offs gelang. Hingegen hatten die Panther, nachdem sie vor ein paar Wochen noch auf Platz sechs schielten, am letzten Spieltag erst in buchstäblich letzter Minute ihre Teilnahme am Saisonfinale gesichert. Und diese Voraussetzungen waren spürbar: defensive, aber gut organisierte und hoch effiziente Tiger erwarteten ungestüme, aber auch planlos wirkende Panther in der eigenen Spielhälfte.

Beide Teams schenkten sich nichts, waren körperlich von Anfang an präsent und fuhren konsequent ihre Checks zuende. Doch während die Gastgeber gleich drei Überzahlspiele ungenutzt verstreichen ließen, nutzten die Gäste vom Gäuboden die  einzige Augsburger Unterzahl konsequent und überlegt zum Führungstor: Tyler Beechey passte von der rechten Torlinie scharf durch den Torraum auf den völlig frei anstürmenden René Kramer, der Patrick Ehelechner mit einer Direktabnahme keine Abwehrchance ließ. Erst in ihrer dritten Überzahl ergaben sich die ersten beiden echten Chancen für die Hausherren aus jeweils kurzer Distanz vor dem Tor. Ansonsten spielten sie zumeist hübsch sauber, aber weitgehend ungefährlich um die aufmerksame Box der Gäste herum; daran sollte sich auch im weiteren Verlauf des Spiels nichts ändern.

Wie ausgewechselt kamen die Fuggerstädter aus der ersten Drittelpause: nicht nur aggressiv, sondern auch zielstrebig erarbeiteten sie sich nun ihre Chancen. So dauerte es gerade einmal 27 Sekunden bis zum Ausgleichstreffer durch Derek Whitmore, der vom rechten Bullypunkt nach Pass von Steffen Tölzer direkt abzog. Vorausgegangen war eine Nachlässigkeit im Spielaufbau der Niederbayern, die Brian Roloff zum Puckgewinn noch im Drittel der Straubinger nutzte. Kurz darauf setzte Benedikt Brückner, frei im Slot nach einer 3-1-Situation, seinen Schuß zur neuerlichen Führung der Gäste neben das Tor. Stattdessen gelang den Hausherren durch Tölzer fast im Gegenzug die Führung. Danach verblasste die Zielstrebigkeit der Schwaben wieder, und es begann die Zeit der Glanztaten beider Torhüter, wobei Ehelechner weit öfter in höchster Gefahr retten musste als sein ebenfalls starker Gegenüber Jason Bacashihua. Gegen die Pfostentreffer von Karl Stewart zum Ende des zweiten und Beechey zu Beginn des Schlussdrittels wäre aber auch Ehelechner machtlos gewesen.

Fast eine Kopie des ersten Treffers war auch der Ausgleich der Tiger, diesmal durch Stewart, als beide Teams mit nur vier Spielern agieren durften. Als Sekunden später Nicholas Ross sein Team wegen eines Kniechecks für fünf Minuten dezimierte und selbst vorzeitig zum Duschen geschickt wurde, musste man um Augsburg bangen. Allerdings kämpften die Panther nun um jeden Zentimeter, warfen sich in Straubings Schüsse und hatten selbst durch Kyle Helms bei einem 1:0-Break die größte Chance zur neuerlichen Führung, doch scheiterte er an Bacashihua. Und in den letzten sechs regulären Spielminuten luden die Gäste durch drei direkt aufeinander folgende überflüssige Strafzeiten die Hausherren zum Siegtreffer ein, doch wollten diese solcherart Gastgeschenke nicht annehmen und vergaben fünf Sekunden vor Schluss sogar durch John Zeiler die Einschussmöglichkeit vor dem leeren Tor. - Overtime!

In der Verlängerung erhöhten beide Teams dann nochmal ihre Bemühungen um die Entscheidung, wobei Straubing nach einem dicken Fehler von Justin Forrest im eigenen Drittel seine daraus resultierende Siegchance mit dem insgesamt dritten Pfostenschuss ausließ. 30 Sekunden vor Schluss der ersten Verlängerung stocherte Michael Endraß die Scheibe dann doch noch zum umjubelten Siegtor aus kurzer Distanz für die Mannen vom Gäuboden über die Torlinie. Damit schaffte er verdientermaßen nach dreieinviertel Stunden die beste Ausgangsposition für den Außenseiter zum Erreichen des Viertelfinales. 28:35 Torschüsse und die offenbarte Harmlosigkeit im Überzahlspiel lassen die Schwaben mit wenig Hoffnung am Freitag nach Niederbayern reisen. Gleichwohl erwarten beide Trainer dann erneut „ein intensives, enges Match“.

Tore: 0:1 (6.) Kramer (Beechey, Down) 5-4, 1:1 (21.) Whitmore (Tölzer, Roloff), 2:1 (24.) Tölzer (Bassen, Zeiler), 2:2 (47.) Stewart (Down, Canzanello) 4-4, 2:3 (80.) Endraß (Down, Beechey)

Strafen: Augsburg 17 + Spieldauerstrafe Ross, Straubing 24
HSR: Brüggemann, Piechaczek, LSR: Hauber, Holzer
Zuschauer: 5.233 (ausverkauft)


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