Red Bulls verschlafen Play-off-StartMünchen - Wolfsburg 0:4

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Im Gegensatz zu den bisherigen Partien hatten die Red Bulls ihre liebe Mühe, in diese Partie zu finden. Die Gäste aus Niedersachsen agierten, wie gewohnt mit viel Körpereinsatz und konsequenten Forechecking, welches den Gastgebern zunehmend Schwierigkeiten bereitete. Auch eine Spieldauerstrafe gegen Wolfsburgs Nicholas Schaus konnte den Knoten der Red Bulls nicht zum Platzen bringen. Die Grizzly Adams wurden nun auch in der Offensive mutiger, fanden bis dahin aber ihren Meister in Florian Hardy.

Die ersten heimischen Fans begannen unruhig zu werden, denn jetzt stand das berüchtigte zweite Drittel an, das bekanntlich nicht gerade das stärkste der Mannschaft von Don Jackson ist. Dieses Drittel setzte jedoch allem bisher Gesehenen die Krone auf. Die Red Bulls ließen sich derart gehen, wie man es kaum in dieser Saison gewohnt war. Der Spielaufbau war oft zu kompliziert gewählt, genauso die Aktionen in der Defensive, die den Anschein von einer kindlichen Naivität nahelegten. München ließ sich über weite Strecken ausspielen wie eine Schülermannschaft. Deutlich wurde das besonders beim dritten Treffer der Grizzly Adams, als Yannick Seidenberg Tyler Scofield hinter seinem Rücken unbehelligt agieren ließ und seine Augen nur dem Spielgerät widmete. „Wir standen heute zu weit vom Gegner weg und sind nicht ins Spiel gekommen“, konstatierte ein bedienter Trainer Don Jackson.

Auch das Schlussdrittel brachte kaum nennenswerte Offensivaktionen der Gastgeber mit sich. Auch am vierten Treffer, der zugleich der Endstand war, traf die Münchner Defensive, wenn man sie denn heute überhaupt so nennen konnte, eine erhebliche Mitschuld.

Florian Kettemer fand nach der Partie deutliche, ehrliche Worte: „Jeder, der das Spiel heute gesehen hat, hat gesehen, dass wir heute nicht bereit waren, und das muss sich bis am Freitag ändern. Wir müssen das Spiel abhaken, trainieren und voll motiviert in das Spiel am kommenden Freitag gehen.“

Tore:
0:1 (24:47) Christoph Höhenleitner (Tyson Mulock)
0:2 (31:53) Vincenz Mayer (Gerrit Fauser, Marco Rosa)
0:3 (36:31) Tyler Scofield (Vincenz Mayer, Christian Neuert)
0:4 (55:59) Jeffrey Likens (Armin Wurm/4-5, ENG)

Schiedsrichter: Stephan Bauer / Gordon Schukies
Strafen: München 4, Wolfsburg 6 + 5 + Spieldauer (Nicholas Schaus)
Zuschauer: 3735