Red-Bull-Trainer Don Jackson: „Mads Christensen hat uns beschenkt“Intensives Duell im DEL-Play-off-Halbfinale

Matthias Plachta war am Ostermontag wieder dabei. (Foto: GEPA pictures/ Markus Fischer)Matthias Plachta war am Ostermontag wieder dabei. (Foto: GEPA pictures/ Markus Fischer)
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Bereits vor dem unfairen Check von Steve Pinizzotto gegen Matthias Plachta war die Stimmung bei beiden Fangruppen schon sehr stark aufgeheizt. „Da denken wir nicht mehr dran. Wir müssen aufs Eishockey schauen“, so Christensen. Nach der Aktion des Deutsch-Kanadiers gab es kein Halten mehr. Umso giftiger war die Atmosphäre zwischen den Fans in Spiel zwei und auch beim dritten Spiel der Halbfinalserie, das München mit 2:1 (1:0, 0:0, 0:1, 0:0, 1:0) nach Verlängerung gewann.

So wurden die Akteure von Bill Stewart mit mehr als dem üblichen Pfeifkonzert empfangen, allen voran Matthias Plachta, der nach seiner Gehirnerschütterung bereits wieder im Kader der Kurpäflzer stand. Neben David Wolf war er einer der auffälligeren Spieler am Montagabend.

Auffällig war auch das Banner, das die Fans der Red Bulls emporreckten. Die Aufschrift lautete EhreHerzCourage, schräg untereinander versetzt.

Mit erstaunlicher Gelassenheit spielten die Red Bulls ihr System und ließen sich nicht von den Nickligkeiten provozieren, wenngleich auch die großen Torchancen zunächst ausblieben. Da war klar: eine Einzelaktion muss es richten. Das dachte sich auch Münchens Kapitän Michael Wolf, als er Endras keine Chance ließ und bis zur 50. Minute das einzige Tor in einem durchweg von Kampf und kleinen und großen Nickligkeiten geprägten Spiel erzielte. Indes stritten sich verbal beide Fanlager weiter, als ob das Spiel gleichzeitig ein Finale und Derby wäre. Der zwischenzeitliche Ausgleich von Devin Setoguchi brachte die ausverkaufte Olympia-Eishalle an den Rand des Bebens und machte die Partie zu einem Ereignis, das für  Patienten mit chronischem Bluthochdruck lieber mit Vorsicht zu genießen ist.

Genauso wie es sich das Eishockeyherz vorstellt. Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit gab es dann beinahe ein Déjà-vu aus Spiel eins, als Markus Kink ebenfalls vor den Augen der Referees einen „Check gegen Kopf und Nacken“ fuhr.

Nach einer kurzen Diskussion ging es für alle Akteure außer Kink weiter, der für zwei plus zehn Minuten auf die Strafbank musste. Nach 60 hochereignisreichen Minuten ging es in die Overtime. Ganz so schnell wie in Berlin ging es in München jedoch nicht. Dort waren 25 Minuten und 30 Sekunden zusätzlich zu spielen, bis Geburtstagskind Mads Christensen die Red Bulls mit Herz und Courage zum 2:1 Sieg im Spiel und in der Serie schoss. „Das hat heute Spaß gemacht. Da spielen zwei gute Mannschaften“, sagte er.

„Für so ein Spiel braucht man zwei Top-Mannschaften“, sagte auch Adler-Coach Bill Stewart. „Großes Kompliment an die Mannschaft. Der Glaube und der Wille haben für die Umsetzung des Gameplans gesorgt. Mads hat uns alle beschenkt mit seinem entscheidenden Treffer", erklärte Red-Bulls-Trainer Don Jackson.