Red Bull München übernimmt die Führung der DEL-TabelleDEL Spieltag kompakt

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EHC Red Bull München – Kölner Haie 4:1 (1:0, 2:1, 1:0)

Duell der Seriensieger in München! Während die heimischen Redbulls die letzten drei Spiele für sich entscheiden konnten, schafften die Kölner Haie sogar vier Erfolge hintereinander. Mit breiter Brust und entsprechendem Selbstvertrauen traten die Domstädter in der bayerischen Landeshauptstadt an – und mit Sebastian Uvira, der erst vor wenigen Tagen aus Augsburg nach Köln im Tauschgeschäft mit Philip Riefers gewechselt war und an die Seite von Routinier Charly Stephens und Alexander Weiß gestellt wurde. Die Hausherren, bei denen Verteidiger Florian Kettemer sein 300. DEL-Spiel absolvierte, legten von der ersten Minute an gleich los wie die Feuerwehr und mühten sich mit druckvollem Offensivspiel, dem Gegner gleich zu zeigen, wer Herr im Hause ist und schnürten die Kölner in den ersten Minuten regelrecht ein in deren Verteidigungsdrittel. Es dauerte aber bis zur 18. Minute, bis sich Alexander Barta über rechts durchsetzte und den freistehenden Yannic Seidenberg bediente, der mit einem trockenen Handgelenkschuss halbrechts das hochverdiente 1:0 erzielte. In der 25. Minute fielen zwei Treffer binnen 52 Sekunden. Zunächst brachte Evan Brophey die Münchner mit 2:0 in Front, postwendend verkürzte Alexander Weiß. Er stand da, wo ein Torjäger stehen muss - nämlich vor dem Tor und stocherte eine Hereingabe von Stephens irgendwie im Getümmel zum 2:1 über die Linie. Routinier Michael Wolf staubte bei doppelter Überzahl zum Pausenstand am kurzen Pfosten zum 3:1 ab (34.). Im Schlussdrittel brachte Alexander Barta (41.) mit seinem dritten Scorerpunkt des Abends nach Videobeweis der Unparteiischen seine Farben in beste Position und erzielte mit einem schönen Schuss unter die Latte und dem 4:1 gleichzeitig den Endstand.

Am Sonntag reist München nach Wolfsburg. Köln dagegen bekommt es auf eigenem Eis mit den Schwenninger Wild Wings zu tun.

Tore:1:0 Yannick Seidenberg (17:10), 2:0 Evan Brophey (24:09), 2:1 Alexander Weiss (25:07), 3:1 Michael Wolf (33:44/PP2), 4.1 Alexander Barta (40:34)
Zuschauer: 4.105

Adler Mannheim – Grizzly Adams Wolfsburg 3:4 (1:1, 2:1, 0:1, 0:1) n.V.

Wenn Mannheim gegen Wolfsburg spielt, dann haben es die Adler nicht leicht. In den vergangenen Jahren hatten die Kurpfälzer einige Probleme mit den Niedersachsen, die Grizzlys sind quasi der „Angstgegner“ der Adler. Tyson Mulock nach feiner Vorarbeit von Matt Dzieduszycki bewies das, und sorgte für die Führung der Gäste. Der aufgerückte Sinan Akdag glich danach aus. Nach der Pause kamen die Hausherren besser ins Spiel. Christoph Ullmann besorgte das 2:1 per Abstauber. Matt Dzieduszycki interessierte das recht wenig. Der Kanadier stellte die Partie wieder auf null. Bis Sinan Akdag kam. Einmal in Fahrt, nutzte der Nationalverteidiger den Platz und erzielte seinen zweiten Treffer. Knapp zehn Minuten vor dem Ende hatte Wolfsburgs Verteidiger Peter Lindlbauer genug von der Mannheimer Führung – und glich aus zum 3:3. In der Overtime machte Lindlbauer mit seinem zweiten Tor alles klar.

Für die Adler geht die Reise am Sonntag nach Düsseldorf. Wolfsburg empfängt mit München das nächste Topteam. „Jeder muss von der ersten Sekunde an und zu Einhundertprozent da sein. Nehmen wir uns Auszeiten, bekommen wir dafür die entsprechende Quittung", weiß Pavel Gross um die Offensiv-Qualitäten des kommenden Kontrahenten München.

Tore: 0:1 Tyson Mulock (4:49), 1:1 Sinan Akdag (12:08), 2:1 Christoph Ullmann (25:23), 2:2 Matt Dzieduszycki (31:24), 3:2 Sinan Akdag (33:54), 3:3 Peter Lindlbauer (50:44), 3:4 Peter Lindlbauer (63:26/PP1)
Zuschauer: 9.674

Iserlohn Roosters – ERC Ingolstadt 3:5 (2:0, 0:2, 1:3)

Der deutsche Meister zu Gast am Seilersee. Die Roosters, bis auf den noch angeschlagenen Jeff Giuliano nahezu komplett angetreten, erwischten gegen den ERC Ingolstadt gleich einen Start nach Maß. Brodie Dupont hatte das Team von Cheftrainer Jari Pasanen nach weniger als vier Minuten in Front gebracht. Noch vor der Pause war Sean Sullivan im Powerplay für die Sauerländer erfolgreich. Timo Pielmeier war es zu verdanken, dass es dabei blieb. Nach der Pause wurde Ingolstadt besser. Gleich die erste Powerplay-Situation der Schanzer nutzte Aaron Brocklehurst zum Anschluss für den amtierenden Titelträger. Ausgerechnet in eigener Überzahl erlaubten sich die Roosters einen dicken Patzer. Jared Ross sagte per Shorthander danke und stellte die Partie wieder auf Anfang. Gut, dass es einen Brent Raedeke gibt: Der Defender erzielte im Powerplay das 3:2 im letzten Durchgang. Das ließ Petr Taticek nicht auf sich sitzen und egalisierte danach für Ingolstadt, das durch Thomas Greilinger sogar den vierten Treffer schaffte. Ryan MacMurchy machte mit einem Schuss aufs leere Tor alles klar.

Iserlohn muss am Sonntag zu Schlusslicht Straubing, dagegen kommt es in Ingolstadt zum Duell Meister gegen Rekordmeister. „Berlin mag in der Tabelle nicht so gut da stehen, aber sie sind extrem stark“, warnt Keeper Timo Pielmeier.

Tore: 1:0 Brodie Dupont (3:46), 2:0 Sean Sullivan (14:26/PP1), 2:1 Aaron Brocklehurst (25:37/PP1), 2:2 Jared Ross (37:03/SH1), 3:2 Brent Raedeke (44:58/PP1), 3:3 Petr Taticek (52:21), 3:4 Thomas Greilinger (56:24), 3:5 Ryan MacMurchy (59:21/ENG)
Zuschauer:  

Eisbären Berlin – Krefeld Pinguine 4:3 (0:1, 2:1, 1:1, 0:0,1:0) n.P.

Für zwei Spieler war das Duell zwischen den Eisbären Berlin und den Krefeld Pinguinen ein besonderes: Auf Seiten der Gastgeber trat der gebürtige Krefelder Marcel Noebels gegen das Team aus seiner Heimatstadt an. Beim KEV hatte sich der Außenstürmer in den vergangenen Jahren auch immer fit gehalten, bevor es zurück nach Nordamerika ging. Gleiches galt für Marcel Müller bei den Pinguinen. Der erst vor einer Woche verpflichtete Ex-Kölner ist in Berlin geboren und reifte bei den Eisbären zum Profi. Entsprechend motiviert ging das Duo in das Match. Personell konnten die Hausherren wieder auf die Langzeitverletzten André Rankel und Matt Foy zurückgreifen, so dass Cheftrainer Jeff Tomlinson erstmals seit Wochen vier Sturmreihen zur Verfügung standen. Auf der Gegenseite fiel neben Joel Perrault und David Fischer auch Torjäger Adam Courchaine kurzfristig aus. 

Für Courchaine gesellte sich Norman Hauner zu Daniel Pietta und Marcel Müller in den Krefelder Topsturm. 
Den besseren Start erwischten zunächst die Hausherren, als sie sich durch zwei Strafzeiten der Krefelder gute Gelegenheiten erspielen konnten. Es waren aber die Gäste, die das 0:1 durch Martin Schymainski erzielen konnte. Der unermüdliche Arbeiter nahm einen "no-look" Pass von Daniel Pietta freistehend vor dem gegnerischen Kasten auf und vollendete in Torjägermanier. In der 16. Minute schnappte André Rankel den Puck an der eigenen blauen Linie einem Krefelder Verteidiger ab, zog alleine unnachahmlich auf und davon und beförderte das Spielgerät trocken unten links an Tomas Duba zum 1:1 vorbei in die Maschen. In der 34. Minute fielen innerhalb von 26 Sekunden zwei Treffer: Matt Foy spielte zunächst zentral Petr Pohl an, der aus kurzer Distanz in den Winkel schoss, praktisch im Gegenzug bediente der Hüne Oliver Mebuns seinen Mannschaftskameraden Andreas Driendl, der alleine vor Petri Vehanen zum 2:2 dem Keeper keine Chance ließ. Im letzten Drittel brachte Barry Tallackson die Eisbären durch einen Tip-in mit 3:2 in Führung, doch die Krefelder kämpften sich zurück in die Partie und ausgerechnet der gebürtige Berliner Marcel Müller konnte kurz vor Ende der regulären Spielzeit den Ausgleich zum 3:3 erzielen (58.). Die Overtime blieb trotz Überzahlmöglichkeiten für beide Teams torlos, das Spiel entschied dann in der Verlängerung des Penaltyschießens Matthew Foy für die Eisbären.

Während es am Sonntag an der Donau zum Duell zwischen dem amtierenden Meister Ingolstadt und Rekord-Champion Berlin kommt, empfangen die Krefelder die Fuggerstädter aus Augsburg.

Tore: 0:1 Martin Schymainski (09:41/PP1), 1:1 André Rankel (25:13), 2:1 Petr Pohl (33:08); 2:2 Andreas Driendl (33:36), 3.2 Barry Tallackson (45:05), 3:3 Marcel Müller (57:27), Matthew Foy (65:00/PS)
Zuschauer: 11.560

Augsburger Panther – Düsseldorfer EG 1:4 (0:1, 0:2, 1:2)

Mit mächtig viel Applaus wurden die beiden neuen Spieler der Augsburger Panther begrüßt. Während mit Greg Moore ein alter Bekannter wieder für die Fuggerstädter die Schlittschuhe schnürt, war das Match gegen die Düsseldorfer EG der erste Auftritt für Zugang Philip Riefers, der im Tauschgeschäft mit Sebastian Uvira von Köln nach Augsburg gewechselt war. Die Anfangsphase gehörte naturgemäß den Hausherren. Doch die Düsseldorfer Defensive stand gut, so dass der AEV nicht allzu viele Mittel fand, die Lücke zu finden. Als sich beide Mannschaften schon in der Kabine wähnten, schoss Stephan Daschner das 1:0 für die Gäste (20.). Im zweiten Abschnitt erhöhte Travis Turnbull für die DEG. Die Panther mühten sich redlich, zum Erfolg zu kommen, doch gegen das Bollwerk der Rheinländer war kein Kraut gewachsen. Im Schlussdurchgang durften die Augsburger dann jubeln. Spencer Machacek hauchte dem Heimteam Leben ein, allerdings nur ungefähr eine Minute, ehe Daniel Kreuter das 3:1 aus DEG-Sicht markierte. Alex Preibisch machte alles klar für Düsseldorf.

Tore: 0:1 Stephan Daschner (19.23), 0:2 Travis Turnbull (24:58), 1:2 Spencer Machacek (53:59/PP1), 1:3 Daniel Kreutzer (54:56), 1:4 Alexander Preibisch (57:17)
Zuschauer: 4.552

Hamburg Freezers – Straubing Tigers 4:5 (2:1, 1:4, 1:0)

„Ladies Night“ in Hamburg. Vor allen Dingen die zahlreichen weiblichen Fans in der O2 World wollten die Freezers im Heimspiel gegen die Straubing Tigers begeistern. Erstmals mit von der Partie: Der 27 Jahre alte Bretton Stamler, der in einer Nacht-und-Nebel-Aktion am Donnerstag aus Nordamerika eingeflogen kam und heute sein Debüt gegen die Niederbayern feierte. Auch Thomas Oppenheimer meldete sich nach einer Grippe wieder fit.

Die erste Sturmformation um Garrett Festerling sorgte für das 1:0 aus Sicht der Alster-Mannschaft. Kevin Clark und Jerome Flaake hatten die Vorarbeit geleistet. Hamburg danach auf dem Weg nach vorne – aber hinten zu wackelig: Tobias Wörle glich kurz danach mit seinem ersten Saisontreffer aus. Morten Madsen stellte kurz danach den alten Abstand wieder her. Im Mitteldurchgang wurde es dann böse für Hamburg: Erst sorgte Harrison Reed schnell für den Ausgleich bei doppelter Überzahl der Tigers, Thomas Gödtel markierte dann sogar die erste Führung für die Niederbayern. Damit nicht genug: Jared Gomes benötigte im Anschluss nur 32 Sekunden, um den vierten Treffer für Straubing zu erzielen. Das Match war endgültig gedreht. Erst recht, als Nick Deschamps Tor Nummer fünf für die Gäste markierte. DEL-Topscorer Clark schloss mit dem 3:5 aus Sicht der Hanseaten wieder an. Das Schlussdrittel brachte aus Sicht der Freezers nicht mehr viel. Sam Klassen schaffte wenige Sekunden vor dem Ende noch den vierten Hamburger Treffer. Das allerdings sollte es gewesen sein. Straubing feierte den ersten Auswärtsdreier der Saison.

Tore: 1:0 Garrett Festerling (11:56), 1:1 Tobias Wörle (14:52), 2:1 Morten Madsen (16:38), 2:2 Harrison Reed (20:53/PP2), 2:3 Thomas Gödtel (26:01), 2:4 Jared Gomes (26:33), 2:5 Nick Deschamps (34:13), 3:5 Kevin Clark (37:48) Sam Klassen (59:33/SH1EA)
Zuschauer: 8.038

Schwenninger Wild Wings – Thomas Sabo Ice Tigers 7:5 (1:2, 1:2, 5:1)

Schwenningens Coach Dave Chambers hatte erneut Markus Janka den Vorzug vor Dimitri Pätzold im Kasten der Wild Wings gegeben. Auf der Gegenseite war es klar, wer das Tor der Thomas Sabo Ice Tigers hüten würde. Nach der Verletzung von Stammgoalie Jochen Reimer ist Andreas Jenike für die kommenden Wochen die Nummer eins im Frankenland. Jenike bekam bei seinem zehnten Saison-Einsatz zunächst jede Mange zu tun. Der Schlussmann reagierte in der Anfangsphase stark und durfte sich nach rund fünf Minuten über die Führung durch Connor James freuen. Als Alex Oblinger draußen saß, dauerte es nur 15 Sekunden, da glich Dan Hacker aus. Doch die Freude währte wiederum nur kurz: 23 Sekunden danach war Nürnbergs Fredrik Eriksson zur Stelle und brachte die Gäste abermals in Führung. Im Anschluss daran mussten sich die Fans gedulden, bis weitere Tore fielen. Nürnberg schaffte den dritten Treffer durch Jason Jaspers quasi zur Halbzeit. Oblinger setzte sogar noch einen drauf, bevor Ryan Caldwell wenige Sekunden vor Ablauf der Uhr für die Hausherren traf – 2:4 aus Sicht der Wild Wings nach 40 Minuten. Richtig was los war, als MacGregor Sharp das 3:4 schoss. Was dann passierte, daran werden sich die Fans in Schwenningen lange erinnern: Innerhalb von nicht mal vier Minuten drehten die Wild Wings die Partie mit vier Toren zum 7:4. Patrick Reimers Anschluss war nur noch eine Sache der Statistik.

Zum Auswärtsspiel am Sonntag in die Domstadt fährt ein vom Fanprojekt organisierter und mit über 600 SERC-Fans besetzter Sonderzug von Villingen nach Köln. „Wir wollen auf jeden Fall was aus Köln mitnehmen“, weiß Keeper Janka.

Tore: 0:1 Connor James (4:50), 1:1 Dan Hacker (9:18/PP1), 1:2 Fredrik Eriksson (9:41), 1:3 Jason Jaspers (29:06), 1:4 Alex Oblinger (17:04), 2:4 Ryan Caldwell (39:34/PP1), 3:4 MacGregor Sharp (44:14/PP1), 4:4 Simon Danner (48:09), 5:4 Ashton Rome (50:40), 6:4 Kyle Greentree (51:25), 7:4 Ashton Rome (51:47), 7:5 Patrick Reimer (59:14/EA)
Zuschauer: 3.765

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