Red Bull München siegt im Derby in StraubingOberbayern schlagen Niederbayern

Red Bull München kam - anders als Maximilian Kastner in dieser Szene vor dem Straubinger Goalie Jeff Zatkoff, nicht ins Straucheln. (Foto: GEPA pictures/Marcel Engelbrecht)Red Bull München kam - anders als Maximilian Kastner in dieser Szene vor dem Straubinger Goalie Jeff Zatkoff, nicht ins Straucheln. (Foto: GEPA pictures/Marcel Engelbrecht)
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Konrad Abeltshauser outet sich auch als Derby-Fan. Obwohl er schon so manches Derby gespielt hat, freut er sich über jedes. Mit einem Schmunzeln erzählt er: „Derbys sind immer eine coole Sache. Vor allem die gegen Straubing und Augsburg, da merkt man schon, dass da noch etwas mehr Feuer drin ist als in anderen Spielen. Das macht dann den Spielalltag doch noch anders.“ Derbys sind oftmals doch körperlich sehr betont und haben eine starke physische Komponente, das war heute nicht so. Abeltshauser hat es aber auch so gefallen: „Spielerisch war‘s gut. Straubing hat auch technisch gute Spieler und schnell war es auch. Große Checks und Raufereien, bis auf eine kleinere, gab es nicht. Aber ein friedliches Derby ist auch schön und die Stimmung war gut. Ich glaube, dass sogar die Fans untereinander, auf einer schönen und freundlichen Basis, das ‚EHC‘ etwas hin und her geschoben haben. Das war eigentlich ganz cool. So war es, glaube ich, für alle ein schönes Derby.“ Doch leicht sind Derbys nie, verrät Stürmer Michael Wolf: „Insgesamt muss man sagen, dass es in Straubing nie leicht ist, egal ob die Fünfter, Sechster oder Zehnter sind. Das ist für uns immer ein schweres Spiel, in das wir fokussiert gehen müssen, weil sonst die Punkte hier bleiben.“

Vorteil München

Straubings Coach Tom Pokel war gewarnt: „Wir waren sehr gut vorbereitet, aber nach der Niederlage am Freitag von München wussten wir, sie kommen mit heißem Blut.“ Trotz der guten Vorbereitung kam München zu Beginn besser die Partie. Diese leichten Vorteile hielten an und München hatte Feld- und Chancenvorteile. Dabei spielten die Oberbayern mit viel Finesse. Hier ein Schlenker, da ein Rückhandpass, dort eine Körpertäuschung. Straubing hingegen machte es einfach und geradlinig. Spannend wurde es vor allem in den jeweiligen Überzahlen. Das lösten beide Teams nicht schlecht, doch da trotzdem keine Tore fielen, können es die Penaltykiller auch nicht so schlecht gemacht haben. Insgesamt war es ein gut anzusehendes Drittel, dem man nur das eine oder andere Tor gewünscht hätte, doch damit geizten die Teams ja bereits am Freitag.

Chancen genutzt

Tore sollte es im Mitteldrittel geben, zum Leid der Hausherren jedoch nur für München. Die Oberbayern nutzen zunächst eine Strafe gegen Kael Mouillierat, was den niederbayerischen Anhang auf die Palme brachte, da ihrer Meinung nach Sekunden zuvor eben jener Mouillierat ungeahndet gefoult wurde. Auch Coach Tom Pokel sah es anders als gepfiffen: „Eine Situation, in der ich dachte, wir sollten Überzahl haben, stattdessen spielen wir Unterzahl und haben das Gegentor kassiert.“ Die Münchner fackelten nicht lange und Michi Wolf zimmerte den Puck in die Maschen. Der Torschütze kommentierte: „Wir haben das erste Tor geschossen und das war auch der Schlüssel zum Erfolg.“ Kurz nach der Hälfte der Spielzeit fuhren die Landeshauptstädter einen Konter, den Yasin Ehliz im Nachfassen einnetzte. Straubing hatte Chancen, doch oft nicht zwingend genug. Zu oft wurde auf dieselben Spieler gesetzte und es schien, als ob Straubing unbedingt Jeremy Williams in Position bringen wollte, was dann irgendwann auch zu leicht auszurechnen war. Die zündende Idee war heute einfach nicht zu finden.

Fast ein Comeback

Mit bösen Vorzeichen begann der Schlussabschnitt – für die Tigers. Zunächst musste man eine Reststrafe aus dem Mitteldrittel überstehen und kaum war diese abgelaufen, setzte es die nächste. München wollte den Sack zu machen, was aber nicht gelang. Stattdessen wanderte nun ein Oberbayer und mit aller Macht kamen die Straubinger auf ein Tor ran. Tom Pokel: „Im dritten Drittel haben wir alles hineingeschmissen. Nach dem 1:2 habe ich gedacht, dass wir den Ausgleich schaffen. Wir machen guten Druck und haben Schüsse aufs Tor.“ Moral bewiesen die Niederbayern in jedem Fall. Die Tigers waren in der Folge voll dabei und mehrfach kurz vorm Ausgleich. Doch auch zwei weitere Überzahlen wollten das ersehnte Tor nicht mehr bringen. Obwohl unbeschadet überstanden, zufrieden wirkte Konrad Abeltshauser bei dem Gedanken daran nicht: „Im letzten Drittel waren wir etwas zu oft auf der Strafbank, da hat Straubing dann auch etwas Überwind bekommen und hat ein gutes Powerplay gespielt.“ Gut, aber eben ohne zählbares. Tom Pokel erklärt: „Ausschlaggeben war heute unser Powerplay im dritten Drittel, aber man hat gesehen und gespürt, dass am Ende sehr viel Kraft am Freitag verbraucht wurde. Wir waren die beiden Spiele zuvor in der Extrazeit.“ Auch ein sechster Feldspieler schaffte keine Abhilfe. Michael Wolf blickte zufrieden drein und sagte: „Straubing war die ganze Zeit im Spiel. Sie haben im letzten Drittel das Tor geschossen und waren dann voll da, da hat unser Unterzahl zum Schluss das Spiel gewonnen. Die haben vieles richtig gemacht, aber ich denke, wir haben verdient gewonnen.“ „Zum Schluss halt ein Empty-Net-Tor“, meinte trocken Konrad Abeltshauser, der ins leere Tor traf. Mit einem Lachen gesteht er dann aber: „Wenn ich ganz ehrlich bin, wollte ich auf ‚Voxy‘ (Anm.d.Aut.: Mark Voakes) passen und der hat ihn nicht angenommen und dann ist er durchgegangen. Wer mein Gesicht gesehen hat, hat gewusst, dass es nicht ganz so geplant war. Ich nehme das Tor trotzdem gerne mit.“

Viel Lob für alle

Gästecoach Don Jackson hatte nicht nur Lob für sein Team, er kommentierte die Partie so: „Das war die erwartet schwere Aufgabe. Die Straubing Tigers sind eine disziplinierte Mannschaft, die von Coach Pokel sehr gut vorbereitet war. Sie sind in der letzten Zeit eine sehr heiße Mannschaft. Wir haben defensiv stark gespielt und Danny aus den Birken hat gut gehalten. Ich bin stolz auf die Mannschaft.“ Ausschlaggebend für den Münchner Sieg war die Defensivleistung. Michael Wolf weiß aber, dass damit nicht nur die Verteidiger gelobt sind: „Das muss man insgesamt sehen. Wir fangen immer vorne an, dass die Stürmer gut zurückkommen, und natürlich die Verteidiger, dass die gute Pässe spielen. Und ganz zum Schluss natürlich Danny im Tor, der heute wieder sehr, sehr gut gehalten. Letztendlich können wir sagen, dass wir eine super Mannschaftsleistung geboten haben.“ Eine heutige Schwäche erkannte jedoch Konrad Abeltshauser: „Wir haben gut gespielt, aber wir haben die Powerplays nicht so genutzt, wie wir wollten, einer war zum Glück drin. Wir haben unser Spiel gut durchgezogen. Die Schüsse von außen hat Danny gut pariert und vor dem Tor haben wir gut aufgeräumt, dass es keine zweiten und dritten Chancen gibt.“ Auch Straubings Tom Pokel lobte den Gegner. Den stolz auf seine Jungs sah man ihm aber an: „Ich denke, das war eine sehr gute Defensivarbeit von München, die haben uns im ersten Drittel nicht besonders viel gelassen. Wir hatten etwas Schwierigkeiten in unserer Abwehrzone. Das zweite Drittel war ausschlaggebend. Obwohl wir heute verloren haben, bin ich sehr stolz auf das Team. Was die in den letzten fünf, sechs Wochen geleistet hat. Die Jungs haben mit Herz gespielt und alles auf dem Eis gelassen. Heute hat es nicht gereicht, aber wir können die Halle heute mit erhobenem Haupt verlassen.“

Tore: 0:1 (25:40/PP) Michael Wolf (Yannic Seidenberg, Justin Shugg), 0:2 (33:25) Yasin Ehliz (Andrew Bodnarchuk, Patrick Hager), 1:2 (44:09/PP) Antoine Laganière (Sven Ziegler, Jared Aulin), 1:3 (58:53/EN)Konrad Abeltshauser (Mark Voakes).

Schiedsrichter: Patrick Gogulla, Aleksi Rantala; Linienrichter: David Tschirner, Marius Wölzmüller.

Strafminuten: 10:14 (4:4, 4:4, 2:6).

Zuschauer: 5093.

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