Red Bull München schießt Straubing Tigers ans TabellenendeNiederbayern verlieren im Derby

Straubings neuer Goalie Drew MacIntyre konnte auch mit einer guten Leistung die Niederlage nicht verhindern. (Foto: Sandra Wichmann)Straubings neuer Goalie Drew MacIntyre konnte auch mit einer guten Leistung die Niederlage nicht verhindern. (Foto: Sandra Wichmann)
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In Straubing ruhten viele Hoffnungen auf den nachverpflichteten Goalie Drew MacIntyre. Keine Frage, er stand nicht nur im Mittelpunkt des Medieninteresses. Im Spiel zeigte er eine gute bis sehr gute Leistung und konnte sich vor allem im Mitteldrittel großartig auszeichnen. Das bescheinigten auch Münchens Derek Joslin und Konrad Abeltshauser. Joslin meinte: ’Ich denke, er war gut. Wir hatten einige gute Schüsse, die er rausgeholt hat. Ich denke, er hat ihnen heute eine Chance gegeben.“ Abeltshauser war der Meinung: ’Er hat zwei ganz große Saves gezeigt, mit denen er die Straubinger im Spiel gehalten hat. Da stand es noch 3:1 und das Spiel war noch weit offen. Er hat sie lange im Spiel gehalten und ein Superspiel gemacht. Ich glaube, trotz der Niederlage war es ein schöner Einstand für ihn.“ Drew MacIntyre sieht bei sich selbst noch Luft nach oben: ’Mein Spiel war okay. Ich bin aber enttäuscht über die letzten beiden Tore im Schlussdrittel. Ich habe mich gut gefühlt, aber ich kann das besser.“
Gestatten: Drew MacIntyre
Dass er nun in Straubing spielt, ist für ihn fast ein Geschenk. Er meinte nach dem heutigen Spiel: ’Die Organisation und die Stadt sind toll.“ Außerdem zeigt er sich als DEL-Fan: ’Ich mag die Liga, sie ist sehr professionell. Jeder kann gegen jeden gewinnen und die Leute sind großartig. Ich bin sehr froh, dass ich hier eine Chance bekomme, denn das war ein harter Sommer. Mental war das schon recht schwer, so lange ohne Job zu sein. Ich bin sehr dankbar dafür. Ich würde in dieser Liga gerne meine Karriere beenden und hier gerne noch ein paar Jahre spielen.“ In Zagreb bestritt er diese Saison fünf Partien, dazu meint er: ’In Zagreb war es toll, das hat mir sehr geholfen und hat Spaß gemacht.“ Jetzt ist es natürlich nicht ganz einfach, denn Straubing hat mit Basti Vogl und Dimi Pätzold zwei Goalies, die eigentlich das Potenzial zum Starter haben. MacIntyre sagt zu der Situation: ’Klar, das ist eine schwere Situation, das ist auch für die beiden nicht einfach, aber ich will dem Team genauso helfen, wie es die beiden auch wollen.“ Da hilft es natürlich, dass die Mannschaft offensichtlich intakt ist: ’Ich bin sehr gut aufgenommen worden. Es ist eine sehr gute Stimmung in der Mannschaft, tolle Jungs. Wie können sicher noch einige Erfolge einfahren.“
Packendes Derby
Im Spiel machte München im ersten Drittel erstaunlich viele Fehler und doch fuhren sie eine Führung ein. Derek Joslin fand: ’Na ja, die haben zuerst getroffen, aber wir hatten 17 Schüsse und sind immer besser rein gekommen.“ Dabei machten die Hausherrn genau da weiter, wo sie im letzten Spiel aufhörten. Mit viel Einsatz, Leidenschaft und hellwach kamen sie zu einigen guten Chancen. Doch die abgezockten Münchner ließen sich nicht den Schneid abkaufen. Auch das zweite Drittel bot Rasse, Klasse, harte Checks am Rande der Legalität, strittige Entscheidungen, Kampf und Leidenschaft. Also alles, was zu einem echten Derby mit Feuer unterm Dach dazu gehört. Tore gab es nur eines für München, doch das lag an Straubings neuem Goalie, der zweimal mit einem ’Big Save“ den Puck aus der Luft fischte. Im Schlussdrittel wurde das Ergebnis deutlich, ehe Straubing das letzte Tor beisteuerte. Ein Problem waren auch unnötige Strafen. Darunter zweimal zu viele Spieler auf dem Eis und eine Torwartbehinderung. Das dürfte Bill Stewart nicht sonderlich milde stimmen. Doch auch Don Jackson dürfte mit einer Ausbeute von einem Tor bei sieben Überzahlversuchen nicht wirklich glücklich werden. Wenn die Oberbayern eine Schwachstelle haben, dann ist das nach wie vor das Powerplay. Koni Abeltshauser sieht das aber nicht so negativ: ’Ich finde, es ist schon besser als die letzten Jahre, klar, wir sind immer noch keine Mannschaft, die das beste Überzahl der Liga hat, aber darum schauen wir ja auch, dass wir bei fünf gegen fünf genügend Tore schießen.“ Und er meint weiter: ’In den Überzahlsituationen konnten wir etwas den Druck rausnehmen und wir konnten wieder etwas durchschnaufen, das hat das Spiel dann noch etwas einfacher für uns gemacht.“ Derek Joslin fand: ’Ja, die hatten ein wenig Ärger mit den Strafen.“
Hartes Pflaster Pulverturm
In Straubing sagen Gastspieler immer wieder, dass es hier sehr schwer zu spielen ist. Münchens Coach Don Jackson meinte: ’Wir hatten es die letzten Jahre schwer gegen Straubing,“ doch er ist insgesamt zufrieden: ’Bei dem Auftritt des Teams, kann man nichts bemängeln.“ Eine Reihe hat sich sogar Extralob verdient: ’Die Macek-Reihe war heute sehr heiß und auch alle anderen haben gut gearbeitet.“ Konrad Abeltshauser, der seine Schiene nach der Verletzung wieder los ist, erinnert sich: ’In Straubing ist es immer beinhart, genauso war es auch heute wieder.“ Bei dem Lied singt Derek Joslin mit: ’Das ist hier echt hartes Pflaster für uns. Die letzten Jahre war das immer schwer. Das gibt uns heute einen Schub Selbstvertrauen. Wir haben heute das gemacht, was gemacht werden musste.“ Straubings Drew MacIntyre kommentierte das Spiel so: ’Das war heute Abend ein harter Start gegen eine große Mannschaft, das können wir besser.“ Die Unterschiede zwischen den Teams beschreibt er so: ’Die sind eine sehr ausgeglichene Mannschaft, die sehr hart arbeitet. Die machen die Kleinigkeiten sehr gut, darum haben sie so viel Erfolg. Und sie haben einige sehr gute Spieler. Da müssen wir lernen.“ Bill Stewarts Stimmung ist irgendwo zwischen enttäuscht und hoffnungsvoll: ’Ich bin schon etwas enttäuscht. Wir haben gut gekämpft, aber bei München gibt es viele Spieler, die den Unterschied ausmachen. Im zweiten Drittel hat uns Drew MacIntyre durch zwei Big Saves das Momentum gegeben, doch leider konnten wir es gegen einen starken Gegner nicht nutzen. Es ist eine harte Zeit für uns, aber wir werden den Blick nach vorne richten und am Sonntag in Iserlohn wieder angreifen.“
Die Zahlen
Tore: 1:0 (4:52) Austin Madaisky (Stefan Loibl), 1:1 (14:29) Markus Lauridsen (Keith Aucoin, Derek Joslin), 1:2 (19:53) Jason Jaffray (Keith Aucoin, Steve Pinizzotto), 1:3 (25:44/EA) Brooks Macek  (Steve Pinizzotto, Ryan Button), 1:4 (51:47) Ryan Button (Keith Aucoin, Steve Pinizzotto), 1:5 (54:41/PP) Yannic Seidenberg (Dominik Kahun, Mads Christensen), 2:5 (58:52) Thomas Brandl (Stefan Loibl, Adam Mitchell).
Schiedsrichter: Elvis Melia, Daniel Piechaczek; Linienrichter: Kilian Hinterdobler, Andreas Hofer.
Strafminuten: 14:6 (4:0, 4:2, 6:4).
Zuschauer: 4442.


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