Red Bull München deklassiert die Adler MannheimDrittes Finale in Folge für München

Der Mann für die wichtigen Tore im Halbfinale: Münchens Mads Christensen (picture alliance / Sven Simon)Der Mann für die wichtigen Tore im Halbfinale: Münchens Mads Christensen (picture alliance / Sven Simon)
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Jedes Spiel hat seine Momente, die den Unterschied ausmachen – insbesondere in den Play-offs. In Spiel 5 der Halbfinal-Serie zwischen Meister München und Mannheim kam dieser bereits nach 45 Sekunden. Red Bulls-Trainer Don Jackson schilderte ihn so: „Wir waren eigentlich schon dabei zu wechseln und ich dachte, Mads bringt die Scheibe einfach nur tief, und dann schießt er sie blitzschnell genau an die richtige Stelle und macht das wichtige erste Tor.“ Mit der frühen Führung für die Bullen war eigentlich schon der Bann gebrochen. Nach Christensens Overtime-Treffer in Spiel 3 war es das zweite ganz wichtige Tor des Dänen in dieser Serie: Denn mit der Führung im Rücken ließen die Münchner nicht den Hauch eines Zweifels aufkommen, wer hier wen am Nasenring durch die Arena führt. Mannheim hatte kaum Luft zum Atmen und insbesondere die Sturmreihe mit Christensen, Ex-Adler Franky Mauer und dem vielleicht nächsten NHL-Export aus Deutschland Dominik Kahun war etwas zu schnell für die Mannheimer unterwegs. Insofern waren die weiterten Tore einfach eine Frage der Zeit. Und sie kamen – zunächst durch eine sehr schöne Einzelleistung von Andi Eder in Münchner Überzahl. Statt gepflegt zu kombinieren schnappte er sich einfach die Scheibe im Mitteldrittel, überlief den Mannheimer Verteidiger und vollendete mit einem schnellen Handgelenkschuss, Da es nach wenigen Minuten bereits das zweite etwas unglückliche Gegentor für Dennis Endras war, nahm Adler-Coach Bill Stewart seinen Stammkeeper vom Eis. Aber auch Back-Up Chet Pickard musste kurz danach hinter sich greifen, als Kahun eine schöne Kombination zum dritten Tor abschloss. Damit war das Spiel entschieden.

Im Mitteldrittel legten die Münchner noch zwei Tore nach, wobei insbesondere der fünfte Treffer durch Keith Aucoin wie im Training herausgespielt wirkte. Mannheim hatte danach noch ein paar hochkarätige Chancen, aber kaum jemand am Oberwiesenfeld hatte den Eindruck, Mannheim könnte die Bullen nochmals ernsthaft in Gefahr bringen. Angesichts eines starken Danny aus den Birken zwischen Pfosten der Münchner war auch relativ bald klar, dass selbst der Ehrentreffer für die tapfer kämpfenden Mannheimer ein frommer Wunsch bleiben würde. Im Schlussdrittel gab es dann das große Schaulaufen. Beide Fanlager feierten sich selbst und sorgten so für prächtige Stimmung im altehrwürdigen Olympia-Eisstadion.

„Wir waren heute sehr diszipliniert und haben im ersten Drittel sehr gut gespielt und zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht. Im zweiten Abschnitt hatten wir ein paar Probleme, da hat aber Danny aus den Birken in den wichtigen Momenten sehr gut gehalten. Es war eine sehr intensive und emotionale Serie, in der insbesondere das erste Spiel außer Kontrolle war. Allgemein waren zu viele Stöcke dort, wo sie nicht hingehören.“, sagte Don Jackson in seiner ruhigen, sachlichen Art nach dem Spiel. Sein Mannheimer Pendant Bill Stewart war hingegen so aufgeräumt und gut gelaunt, als hätte sein Team gerade den Finaleinzug klargemacht. Er gratulierte Don Jackson und Christian Winkler und zog sogar seinen imaginären Hut vor dem, was der EHC Red Bull München in den letzten Jahren aufgebaut hat. „München hat vor allem ein großes Selbstvertrauen, das sie sich nicht nur auf dem Eis holen, sondern abseits des Eises in der Kabine entwickeln, durch Spieler wie Jaffray, Wolf oder Aucoin – und das wirkt infektiös auf die anderen.“ Damit war diese Demonstration der Stärke des Meisters der beiden vergangenen Spielzeiten gegen das Top-Team aus Mannheim sehr gut zusammengefasst.

Nun haben die Bullen eine Woche Pause, ehe am kommenden Freitag das Finale beginnt. Außer Torschütze Andi Eder, der womöglich am Samstag für Münchens Kooperationspartner Rießersee in den Play-offs der DEL2 antreten muss.


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