Quo vadis, KEV? Mietvertrag für König-Palast steht wieder zur Debatte

Wolfgang Schulz, Aufsichtsratschef der Krefeld Pinguine. (Foto: Holger Kuhlmann/NRW Hockey)Wolfgang Schulz, Aufsichtsratschef der Krefeld Pinguine. (Foto: Holger Kuhlmann/NRW Hockey)
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Hauptakteur der Schlagzeilen ist auch in diesem Fall wieder Aufsichtsratschef Wolfgang Schulz, der 1995 maßgeblich an der Rettung der Seidenstädter beteiligt war und auch über zwanzig Jahre danach noch mit wenigen Gesellschaftern (Borgmann und Berten) den Standort am Leben hält, alle aber den Ausstieg vor langer Zeit angekündigt haben.

„Ich werde das Messer nicht im Schwein stecken lassen.“ So lautete im vergangenen Jahr die Botschaft nach dem Fanhearing von Wolfgang Schulz, als man fragte, was passiert, wenn nach 2017/18 kein Nachfolger in Sicht ist. Und ein Nachfolger ist nach wie vor nicht in Sicht.  Die Rheinische Post titelte am 6. Januar 2018: „Ohne Mietvertrag ist Schluss“. Wolfgang Schulz erklärte gegenüber der Rheinischen Post am Freitag, dass sich bisher noch kein potentieller Nachfolger gemeldet hat. Sollte ein Mietvertrag für den König-Palast zustande kommen, mache er weiter, aber nicht für weitere drei Jahre.

Knackpunkt des Mietvertrages sind neben der Logenvermarktung eine Beteiligung an den Gastroeinnahmen, wodurch den Pinguinen bis zu 500.000 Euro pro Saison an Einnahmen entgehen. In den Profiligen in Deutschland ist es üblich, dass die Klubs von den Gastronomieeinnahmen profitieren. Pinguine-Geschäftsführer Matthias Roos hatte bei einem Talkabend in einem Gespräch mit Fans mal vorgerechnet, wie andere Vereine davon partizipieren können, und seine Erfahrung ist für die Gesellschafter der Pinguine mit der Seidenweberhaus GmbH sehr wertvoll. Vorstellbar könnte aber auch sein, dass die Stadt Krefeld darauf besteht, Herrn Schulz zu weiteren drei Jahren Engagement zu zwingen und dem Aufsichtsrat der Pinguine das missfällt.

Das Verhältnis zur Politik sei sehr gut, so dass man davon ausgehen kann, dass das sportliche Aushängeschild der Stadt Krefeld auch in der Saison 2018/19 in der Deutschen Eishockey-Liga spielen wird. Dennoch ist es fünf vor zwölf in Krefeld, denn auch für die nächste Spielzeit würde man mit einem Minimaletat in der Liga bestehen wollen und weitere Leistungsträger verlieren. Die Fans  sehen seit drei Jahren das Sterben auf Raten der Pinguine; ob es da sinnvoll ist weiterzumachen, müssen die Gesellschafter entscheiden. Bis zum 8. Februar muss der Mietvertrag mit der Seidenweberhaus GmbH stehen, damit die Lizenz für die kommende Spielzeit beantragt werden kann, sonst verliert die DEL den nächsten Traditionsklub und mit dem Verlust der Pinguine verliert Deutschland auch eine Top-Adresse beim Eishockeynachwuchs, weil der Standort damit nicht mehr erhalten werden kann.

Holger Kuhlmann, NRW Hockey