Quo vadis? - Eisbären schauen nach vorne

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Seit vergangenen Samstag ist beim DEL-Klub aus der Bundeshauptstadt nichts mehr so wie es war. Spieler des EHC Eisbären werden verdächtigt während einer Testspielreise eine 20-jährige Schwedin vergewaltigt zu haben. Zwei der erfahrensten Cracks der Eisbären, Yvon Corriveau und Bradley Bergen, werden verdächtigt diese schlimme Tat begangen zu haben und werden deshalb seit vergangenem Samstag von den schwedischen Behörden festgehalten.



Am Dienstagnachmittag um 14.00 Uhr fand in Kristianstad die Anhörung der beiden verdächtigten Eisbärenspieler vor dem Haftrichter statt. Am Ende befand das Gericht, dass ausreichend Gründe vorlägen dem Antrag der Staatsanwaltschaft statt zu geben und eine 14-tägige Untersuchungshaft anzuordnen. Nach deren Ablauf findet ein weiterer Termin statt, zu dem die Staatsanwaltschaft ihren Antrag untermauern muss. Anklage wurde demzufolge bisher nicht erhoben. Die ermittelnde Staatsanwältin Pernilla Aström sprach jedoch von „neuen Erkenntnissen, die sich in den gestrigen Ermittlungen ergeben haben“.

Detlef Kornett, Europachef der Anschutz Gruppe und in Personalunion Geschäftsführer der Eisbären, trat unmittelbar nach Abschluss der Anhörungen in Schweden vor die im Sportforum versammelte Presse. Er betonte, dass es sich bei beiden Spielern um selbstverantwortliche Personen handle, die für ihr Tun und Lassen gerade stehen müssen. „Kein Verantwortlicher des Klubs und nicht die Fans werden verdächtigt einen folgenschweren Fehler begangen zu haben“, drang Kornett auf Objektivität und Sachlichkeit in der Öffentlichkeit.

„Wir wissen nicht was passiert ist, doch es handelt sich um schwere Vorwürfe. Wir tolerieren ein solches Auftreten von Angestellten nicht. Beide Spieler wurden von uns vorläufig suspendiert.“ Corriveau und Bergen werden weiterhin im Verfahren von den Anwälten des Klubs vertreten. Zudem wird weiter eng mit den schwedischen Behörden zusammengearbeitet. Kornett bat in der weiteren Berichterstattung der Medien über den Vorfall um etwas mehr Zurückhaltung mit Rücksicht auf die Familien der Beschuldigten.



„Entgegen anders lautenden Berichten eines Berliner Boulevardblattes haben alle Sponsoren ihre Zusammenarbeit mit dem EHC Eisbären bekräftigt“, teilte Kornett dann weiter mit. Einige Vertreter der Geldgeber befanden sich vor Ort und überbrachten persönlich diese erleichternde Botschaft. Kornett sprach den Sponsoren offiziell seinen Dank aus.

Auch auf die Verwirklichung des Hallenprojektes am Ostbahnhof hätte dieses Ereignis keine Auswirkungen, führte der Eisbärenchef aus. „Für dieses Projekt sind lediglich zwei Faktoren ausschlaggebend: Die Erteilung des Planungsrechts, was wir bis zum Jahresende erwarten, sowie die Wirtschaftlichkeit des Projektes. Um diese zu gewährleisten sind wir derzeit auf der Suche eines Namensrechtpartners. Auch dort sind wir guter Hoffnung auf Erfolg“, ließ Kornett keinen Zweifel am Festhalten an den umfangreichen Plänen aufkommen.



Abschließend gab sich Kornett kämpferisch: „Wir werden in unserer Entwicklung nicht still stehen. Die Eisbären avancierten in der vergangenen Saison mit attraktiven Sport zu einem Sympathieträger der DEL. Wir haben treue Sponsoren und phantastische Fans. Die Mannschaft hat in der vergangenen Saison um den Meistertitel gespielt, daran wollen wir anknüpfen. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft schon am Dienstagabend beim Spiel in Hamburg beweisen wird, dass sie intakt ist.“

Langjährige Kenner der Eishockeyszene gehen davon aus, dass weder Bergen noch Corriveau als Spieler ins Sportforum zurückkehren werden. Das hellt die sportlichen Erwartungen im Umfeld der Hohenschönhausener für die in der nächsten Woche beginnenden DEL- Saison nicht gerade auf. Ein Wust an Arbeit wartet auf alle Verantwortlichen, die es in kürzester Zeit zu bewältigen gilt. Dem Klub und den Fans ist zu wünschen, dass diese erfolgreich bewältigt wird.

Matthias Eckart für Radio Eiskalt


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