Pyeongchang statt München

Alois Schloder, hier im Trikot der "Candidate City" München, zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung für Pyeongchang. (Foto: Armin Rohnen - www.stock4press.de)Alois Schloder, hier im Trikot der "Candidate City" München, zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung für Pyeongchang. (Foto: Armin Rohnen - www.stock4press.de)
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Alois Schloder hatte es schon vorher geahnt. Als die Nachricht durchsickerte, dass bereits der erste Wahlgang des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) eine Entscheidung gebracht habe, vermutete der ehemalige Eishockey-Nationalspieler und Bronzemedaillengewinner von 1976, dass die Südkoreaner das Rennen machen werden. Und tatsächlich wird nun nicht München, sondern Pyeongchang die 23. Olympischen Winterspiele vom 9. bis 25. Februar 2018 ausrichten.

„Das ist für mich eine abgekartete Sache. Das stand doch schon vorher fest“, sagte Schloder bereits vor der Bekanntgabe der Entscheidung durch IOC-Präsident Jacques Rogge gegenüber dem ZDF. „München hat eine glaubwürdige Bewerbung mit viel Phantasie abgegeben“, erklärte Schloder. „Das Konzept war hervorragend.“ Das Geld hat damit wohl wieder die Entscheidung für eine siegreiche Kandidatenstadt gegeben. „Ob das der richtige Weg ist?“, fragte sich Schloder.

„Das müssen wir als Sportsleute akzeptieren, aber es ist schon schade“, erklärte DEB-Vizepräsident und Eishockey-Ikone Erich Kühnhackl gegenüber Hockeyweb. „Es ist schade, dass wir die Olympischen Spiele in München nicht zu sehen bekommen und zweimal schade, dass wir dieses Eishockeyturnier nicht zu sehen bekommen.“ Kühnhackl unterstrich noch einmal die Bedeutung des Olympischen Eishockeyturniers. „Man sieht, welches Gewicht Olympia hat, wenn selbst die NHL – wie alle anderen Ligen der Welt – eine Pause einlegt, sodass die Stars aller Nationen dabei sind. Deswegen und weil das Turnier nur alle vier Jahre stattfindet, ist die Wertigkeit natürlich viel höher als die einer Weltmeisterschaft.“ Über die Hintergründe der Entscheidung wollte Kühnhackl nicht spekulieren. „Solche Entscheidungen folgen eigenen Gesetzen. Und es ist wohl besser, wenn wir nicht alles wissen“, zeigte sich der DEB-Vizepräsident da auch etwas desillusioniert. „Es ist nur schade. Denn es wäre einfach mal wieder an der Zeit gewesen, dass die Winterspiele in Deutschland stattfinden.“

Neben Pyeongchang hatten sich Annecy in Frankreich sowie München mit Garmisch-Partenkirchen beworben. Die Chance auf ein großes Eishockeyturnier mit den Stars der NHL auf deutschem Eis ist damit zumindest für 2018 dahin. Erst einmal fanden die Winterspiele in Deutschland statt. Gastgeber 1936 war Garmisch-Partenkirchen. Die Sommerspiele fanden 1936 in Berlin und 1972 in München statt.


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