Pokal: Scorpions der Pokalpleite nur knapp entgangen

Scorpions erlegen tapfer kämpfende WölfeScorpions erlegen tapfer kämpfende Wölfe
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Nochmal mit einem blauen Auge davongekommen, wird man sich nach der

Pokalpartie beim Oberligisten Bremerhaven bei den Hannover Scorpions gedacht haben. Die Erinnerungen an das blamable Pokal-Aus in der ersten Runde (1:5 gegen Duisburg) vom letzten Jahr sind noch nicht verblasst. Erst in der Verlängerung konnten sich die

Niedersachsen diesmal mit 4:3 durchsetzen.

Nachdem man die Generalprobe gegen den Zweitligisten EHC Wolfsburg im

letzten Testspiel der Saison im heimischen Icehouse glanzlos, aber

erfolgreich mit 3:2 bestand, wollte man sich beim Zweitliga-Absteiger

REV Bremerhaven natürlich keine Blöße geben. Man trat zwar ohne Leitwolf

und Mannschaftskapitän Lenny Soccio an, erspielte sich im ersten Drittel

aber eine klare Feldüberlegenheit. Diese brachte zwar einige Chancen,

aber auch die Bremerhavener waren mit ihren Kontern desöfteren

brandgefährlich. In der 19. Minute klingelte es erstmals im Bremerhavener

Gehäuse. Augusta

lochte nach toller Vorlage von Frylén ein.

Vom zweiten Drittel sind zwei Dinge erwähnenswert: Zum einen das zweite Tor

der Scorpions, das Verteidiger Steve Wilson in Überzahl mit einem

Schlagschuß erzielte (28.) und zum anderen die Tatsache, dass der

Schiedsrichter wenig Fingerspitzengefühl bewies und an beide

Mannschaften diverse Strafzeiten verteilte. So standen nach zwei

Dritteln auf Seiten der Bremerhavener bereits 20 Strafminuten zu Buche,

bei den Gästen sogar 22. Dadurch konnte in den ersten beiden Dritteln

kein richtiger Spielfluss aufkommen, zumal beide Teams gar nicht so

unfair spielten, wie es die Strafzeiten vermuten ließen.

Der Schiedsrichter nahm sich im letzten Drittel dann auch zurück und so

hagelte es in den ersten zehn Minuten des letzten Drittels Tore anstelle

von Strafzeiten. Doch nicht der vermeintliche Favorit aus der Wedemark

setzte Akzente, sondern der Oberligist. In der 43. beendete Varvio die

Torflaute der Hausherren, indem er einen Schlagschuss zum 1:2

verwandelte. Die mit diesem Tor aufgewachten Fans verstummten aber drei

Minuten später wieder, als Lööf den Zwei-Tore-Vorsprung der Gäste wieder

herstellte. Doch fast im direkten Gegenzug schlugen die Pinguine in

Gestalt von Caudron erneut zu und verkürzten unter dem Jubel der Fans auf

2:3.

Bei den Scorpions schien mit diesem Tor der Faden verloren zu gehen,

während die Bremerhavener Blut geleckt hatten und merkten, dass sie das

Spiel noch drehen konnten. Fast zwangsläufig fiel in der 49. Minute dann der

inzwischen verdiente Ausgleich zum 3:3, erneut durch Caudron. In der Folge

berannten die Scorpions zwar wütend das gegnerische Tor, hatten jedoch

kein Glück im Abschluss, während die Konter der Seestädter immer ein

heilloses Durcheinander vor Kauhanens Kasten auslösten.

Die Scorpions, die nun ihrerseits Glück hatten, nicht noch in der

regulären Spielzeit das entscheidende vierte Tor zu kassieren, retteten sich

in die zehnminütige Verlängerung, die mit Chancen auf beiden Seiten

ähnlich turbulent und nervenzerreißend ablief wie die Schlussphase der

regulären Spielzeit. Sieben Sekunden vor Schluss der Verlängerung, die

Fans hatten sich schon auf ein Penaltyschießen eingestellt, traf dann Öberg

auf Vorlage von Teljukin zum letztlich glücklichen Siegtreffer für den

DEL-Club.

Die Zuschauer bekamen jedenfalls ein spannendes Pokalmatch geboten, das

wirklich für jeden etwas zu bieten hatte. Die Scorpions sind mit Glück

an einer erneuten Blamage vorbeigeschlittert und die Bremerhavener haben

demonstriert, dass sie eine spiel- und kampfstarke Truppe besitzen, die

sicherlich in den oberen Gefilden der Oberliga mitspielen wird.

Für die Scorpions wird es am kommenden Freitag ernst, wenn Ingolstadt, der

Ex-Klub von Olle Öst und Ilpo Kauhanen, in Mellendorf zum ersten Punktspiel

aufläuft. Bleibt zu hoffen, das Soccio bis dahin wieder fit ist, die

Trainer die Hintermannschaft noch feintunen können und das Team frisch

in diese Begegnung geht, denn laut Öst ist die Mannschaft vom harten

Trainingsprogramm derzeit etwas platt, was man ihr auch ein wenig

anmerkte. (S.Palaser)