Play-off-Wahnsinn in NiederbayernBerlin im Viertelfinale

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In der Berliner Tagespresse war vor dem Spiel die Angst vor dem Hexenkessen am Pulverturm förmlich zu spüren. Diesen Hexenkessel bereiteten die Straubinger Fans den Berlinern dann auch von Beginn an. Ebenfalls wie erwartet, legten die Niederbayern ein hohes Tempo vor und als die Straubinger in der fünften Minute das erste Überzahlspiel zur Führung nutzen konnten, war im Himmel über Bayern alles in bester Ordnung. Doch die Führung hielt nur gut 30 Sekunden. In der Folge war kaum noch eine Mannschaft vollzählig, da immer mindestens einer zusehen musste. Es gab das zweite Powerplay für die Hausherren und nach zwölf Sekunden die neuerliche Führung. Bis zur Pause hatten beide Teams noch ein paar zum Teil hochkarätige Chancen, doch mit der knappen Führung ging es erstmals zurück in die Kabinen.

Dass es hier genauso wie in Spiel eins eine enge Kiste war, sah man auch am Ergebnis nach dem zweiten Abschnitt. Auch hier hatten beide Mannschaften starke Phasen. Doch diesmal waren es die Gäste, die eine Strafe nutzen konnten. Vor den Toren ging es ohnehin hoch her, doch die Unparteiischen ließen auch eine etwas härter Gangart, um den jeweiligen Goalie zu schützen, zu. 

Im angedachten Schlussdrittel stieg die Spannung von Minute zu Minute und irgendwann war klar, das nächste Tor entscheidet. Gegen Ende der 60 Minuten hatten die Straubinger noch zwei Riesenchancen, doch sowohl Mike Hedden als auch Steven Zalewski konnten nicht verwerten. Als in der letzten Minute Constantin Braun vom Eis geschickt wurde, brannten die Niederbayern ein Feuerwerk ab, doch die Uhr lief ab.

So starteten die Tigers mit 1:11 Minute Überzahl in die Overtime. In dieser war eine Menge geboten, außer Tore. Es war ein zweigeteiltes Drittel, denn die ersten gut zehn Minuten nahmen sich die Berliner etwas zurück und kamen dann überfallartig. Vor Matt Climie brannte es mehrfach lichterloh. Doch die Entscheidung wurde vertagt.

Auf in die zweite Verlängerung. Jetzt war es nur noch eine Frage des Willens, den auch wenn die Berliner etwas frischer wirkten, richtig fit waren sie auch nicht mehr. Trotzdem hatten beide Teams auch unglaubliche Chancen, die aber oft aus Fehlern des jeweils anderen Teams entstanden. Zwischen den Pfosten wuchsen aber Matt Climie und Petri Vehanen über sich hinaus.

In der Pause zur dritten Verlängerung wurde auf den Rängen schon die Nummer von Pizza-Lieferdiensten gesucht. Doch nach 103 Minuten und 17 Sekunden fiel die Entscheidung. Es war wieder einmal Jamie MacQueen, der den Straubingern einen Strich durch die Rechnung machte. Während bei Straubing die Köpfe nach unten hingen, war auf Berliner Seite der Jubel groß.

Tore: 1:0 (5.PP) Sean Sullivan (James Bettauer, Scott Timmins), 1:1 (6.) Alex Roach, 2:1 (13.) Scott Timmins (Mike Connolly, James Bettauer), 2:2 (31.PP) Spencer Machacek (Bruno Gervais), 2:3 (104.) Jamie MacQueen (Constantin Braun).

Schiedsrichter: Daniel Piechaczek, Marian Rohatsch; Linienrichter: Lukas Kohlmüller,  Pascal Kretschmer.

Strafen: Straubing 14; Berlin 22.

Zuschauer: 5.614.