Pinguine verlassen den letzten Tabellenplatz4:1-Erfolg gegen Wolfsburg

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Die Autostädter kamen mit der Empfehlung von 20 Punkten aus den letzten acht Spielen an den Niederrhein, hatten in den letzten fünf Auswärtsspielen aber nur  fünf Punkte einfahren können; die Pinguine hatten zwölf Punkte aus ihren letzten fünf Spielen geholt und führten im Duell gegen die Niedersachsen mit 6:3 Punkten und 11:8 Toren, mussten verletzungsbedingt auf Kyle Sonnenburg und Yared Hagos verzichten.

Bis zum Powerbreak in Minute neun waren die Grizzlys die bestimmendere  Mannschaft, fand das Spielgeschehen doch hauptsächlich im Krefelder Drittel statt. Außer einem schönen Schuss von Herberts Vasiljevs gab es für Sebastian Vogl nichts zu tun, wohingegen Tomás Duba wiederholt eingreifen musste und auch einige Schüsse sein Tor verfehlten. Die beste Phase im Spiel der Pinguine  war ihre Unterzahl in den Minuten zwei und drei, ihre Angriffsbemühungen waren eher harmlos. Während des Powerbreaks gab es eine eindrucksvolle Demonstration der Fans, die sich ganz klar für ein Verbleiben von Tomás Duba in Krefeld aussprachen. Nach dem Powerbreak gab es zunächst keine Veränderung des Spielgeschehens: Wolfsburg überlegen – Strafzeit für Krefeld, da  Schiedsrichter Brill wohl ein körperloses Spiel vorschwebte und er ohne Rücksicht auf den Nachteil, den die Grizzlys dadurch hatten, zweimal sehr schnell abpfiff – schwache Überzahl Wolfsburg --  nächste diskussions-würdige Strafzeit gegen die Pinguine und dann – quasi als ausgleichende Gerechtigkeit – in der gleichen Minute die erste Strafzeit gegen die Grizzlys, die von den Krefelder Fans beklatscht wurde. Beim Spiel 4:4 spielten die Pinguine wieder auf Angriff. In der 15. Minute musste zuerst Duba eine tolle Parade zeigen, danach scheiterte Vasiljevs knapp an Vogl. Nach einer Minute gab es Bully vor dem Grizzly-Käfig. Vom Bullypunkt weg ging Andreas Driendl mit der Scheibe in den Slot, sein Schussversuch wurde zwar von einem Grizzly geblockt, aber Vasiljevs nahm den Abpraller und beförderte die Scheibe nach halber Drehung kompromisslos hoch oben ins rechte Eck – 1:0 für die Pinguine, die nun Oberwasser hatten. James Sharrow schwächte Wolfsburg durch eine weitere Hinausstellung, Thomas Supis und Mike Collins verpassten es, die Krefelder Führung auszubauen.

Anfangs des Mitteldrittels kam die Scheibe zu Brent Aubin an der Krefelder blauen Linie, und obwohl  drei Pinguine neben dem Grizzly standen, fühlte sich keiner bemüßigt, sofort aktiv zu werden, so dass er allein auf Duba zulaufen konnte und den Ausgleich erzielte. Nun dominierte wieder Wolfsburg und Tomás Duba musste sich mit zwei tollen Fanghandparaden auszeichnen. Nach rund fünf Minuten hatten die Pinguine den Ausgleich verdaut, und Andreas Driendl  prüfte Vogl mit einem schönen Schuss. In der neunten Minute sahen die Zuschauer einen schönen Angriff, den Martin Schymainski mit einem Flachschuss auf Vogl abschloss, der nur abprallen lassen konnte. Henrik Eriksson nahm den Abpraller auf und setzte ihn zur etwas überraschenden 2:1-Führung in die Maschen. In der 31. Minute kam es noch besser: die Pinguine spielten nun entschieden nach vorne, Nick St. Pierre lupfte die Scheibe so auf Vogls Körper, dass sie wieder abprallte und diesmal war Mark Hurtubise zur Stelle und beförderte den Abpraller ins Tor zum 3:1. Damit war Vogls Arbeitstag beendet, Trainer Pavel Groß schickte Felix Brückmann ins Tor, der schnell Gelegenheit bekam, weitere Pinguin-Tore zu verhindern. In Minute 34 konnte Duba mit einem Schoner eine hundertprozentige Möglichkeit der Grizzlys entschärfen, die damit ihr Pulver fast verschossen hatten. Die Niederrheiner bestimmten das Spiel und legten noch einen Treffer nach: in der 40. Spielminute  blockte Daniel Pietta einen Schuss auf den Pinguin-Kasten und schickte postwendend Henrik Eriksson auf die Reise, mit dem Timothy Hambly nicht mithalten konnte, und Eriksson bezwang Brückmann halbhoch rechts zum 4:1. So ging es in die Pause.

Im Schlussdrittel war das Spiel zunächst verteilt, bis in der 46. Minute Scott Valentine in die Kühlbox geschickt wurde, aber wieder wurden die Unterzahlqualitäten der Pinguine kaum gefordert. Als Valentine zurückkam, wurde er herrlich angespielt und lief auf Brückmann zu, zielte aber an der langen Ecke vorbei. Wolfsburg bemühte sich noch um Ergebnisverbesserung, aber Tomás Duba verhinderte mit zwei Superparaden in der 50. und 53. Minute eine Veränderung des Spielstandes. Eine Strafzeit für Jeffrey Likens 126 Sekunden vor Spielende brachte Wolfsburg um die Möglichkeit eines „Endspurts“, und die Krefelder spielten endlich einmal wie eine erfahrene Mannschaft die Zeit herunter, ohne sich auf überhastete Offensive zugunsten eines möglichen weiteren Tores ein zu-lassen. Und das zahlte sich schließlich doppelt aus: nicht nur, weil ein 4:1-Erfolg eine ziemlich deutliche Sprache spricht, sondern auch, weil Konkurrent Schwenningen so viele Gegentreffer kassierte, dass die Pinguine aufgrund des besseren Torverhältnisses endlich die rote Laterne abgeben konnten.

Tomás Duba, dessen gute Leistung wesentlichen Anteil am Sieg hatte, beurteilte das Spiel als „interessant“: „Im ersten Drittel waren wir nicht gut genug – trotz unserer 1:0-Führung. Zum Ende des zweiten Drittels hin waren wir das bessere Team und haben verdient gewonnen. Es ist schön für die Fans, dass wir nun zum Ende der Saison endlich gewinnen.  Die Krefelder Fans liegen mir sehr am Herzen. Sie behandeln mich als einen der ihren, und ich fühle, dass sie mich in ihr Herz geschlossen haben, und das ist eine große Verantwortung für mich. Ich fühle mich mit meiner Familie in Krefeld sehr wohl.“ Auch Norman Hauner sagte: „Wolfsburg war im ersten Drittel sehr überlegen. Durch den Ausgleich im zweiten Drittel haben wir uns nicht beeinflussen lassen, sondern haben unser Spiel durchgezogen und unsere Chancen genutzt. Im letzten Drittel haben wir nicht mehr viel zugelassen.“

Wolfsburg Cheftrainer Pavel Groß meinte, die Pinguine hätten sehr clever gespielt, und beklagte, dass die Linesmen insgesamt 15 Spieler von den Bullys weggeschickt hätten, was seines Erachtens dazu führen müsste, dass sie ihre eigene Art und Weise des Einwurfs der Scheibe einmal hinterfragten, worin Pinguin-Trainer Franz Fritzmeier ihm beipflichtete. Er erklärte den Sieg seiner Schützlinge wie folgt: „Wir haben heute sehr clever gespielt. Wir wussten nach dem 24-Stunden-Trip nach Berlin, dass es nicht einfach wird. Gestern beim Training haben wir gesehen, dass wir nicht ganz so frisch waren. Deswegen mussten wir gut stehen, damit wir nicht so viel Energie verbrauchten, deswegen hatte Wolfsburg am Anfang auch ein gewisses Übergewicht, aber wir haben die Phase gut überstanden, haben im richtigen Moment die Tore gemacht und letztlich auch verdient gewonnen.“

Tore: 1:0 (15.) Vasiljevs (Driendl), 1:1 (21.) Aubin (Voakes), 2:1 (29.) Eriksson (Schymainski, St. Pierre), 3:1 (31.) Hurtubise  (St. Pierre, Collins), 4:1 (40.) Eriksson (Pietta). Schiedsrichter: Brill, Winnekens. Strafen: Krefeld 8, Wolfsburg 8 + 10 (Sharrow). Zuschauer: 4006.