Pinguine strapazieren das Nervenkostüm der FansKrefeld – Straubing 7:3

Mike Mieszkowski erzielte sein erstes DEL-Tor für Krefeld. (Foto: Imago)Mike Mieszkowski erzielte sein erstes DEL-Tor für Krefeld. (Foto: Imago)
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Gegen Tabellenschlusslicht Straubing konnten die Pinguine wieder ihre zuvor verletzten Adam Courchaine, Colin Long, Oliver Mebus und Francois Méthot aufs Eis schicken. Zu Spielanfang schienen sie wieder in ihrer Schlafphase zu sein, denn schon nach 8,6 Sekunden kam der erste Schuss Richtung Pinguine-Tor, und auch in der fünften Minute stockte den Zuschauern der Atem, als die Scheibe parallel zur Torlinie trudelte und Tomás Duba sie mit einem Hechtsprung von selbiger fegen musste, obwohl um ihn herum fast nur Pinguine spielten. Allerdings stand es da schon 1:0 für die Krefelder: in Minute 3 konnte Mike Mieszkowski bei einem Gestochere vor dem Tor von Dustin Strahlmeier den Puck über die Linie befördern und seinen ersten DEL-Treffer für die Pinguine erzielen. Nach acht Minuten zog Norman Hauner von links vor das Straubinger Tor. Zwar konnte Torwart Strahlmeier seinen Schuss  abwehren und die beiden nächsten nachsetzenden Pinguine verpassten die Scheibe, aber als vierter Angreifer war Colin Long nachgerückt und versenkte die nun frei liegende Scheibe zum 2:0. Mit dem Powerbreak in Minute 10 erhielt Josh Meyers die erste Strafzeit, welche die Tigers nach 22 Sekunden zum 1:2-Anschlusstreffer nutzten: Laurent Meunier kam in zentraler Position frei zum Schuss und den Abpraller von Dubas Schoner verwandelte Jared Gomes. Als in Minute 14 Josh Meyers von halb rechts Strahlmeier zum 3:1 überwand, der dabei nicht gut aussah, glaubten die Zuschauer an ein ruhiges Spiel, besonders als ein Straubinger 13 Sekunden später in die Kühlbox geschickt wurde, aber weit gefehlt: in Minute 17 erhielt István Sofron wegen eines Bandenchecks eine große Strafe. Vielleicht weil die Tigers sich noch eine kleine Bankstrafe einhandelten, träumten die Pinguine wohl schon vom Pausentee: zwei grobe individuelle Fehler von Fischer und Meyers ermöglichten den  Tigers innerhalb von 44 Sekunden den 3:3-Ausgleich und zum Drittelende gab es vereinzelte Pfiffe der total frustrierten Fans, von denen manche spöttisch sagten, Krefeld habe im ersten Drittel sechs Tore geschossen.

Die restliche Strafzeit im zweiten Drittel überstand Krefeld ohne Probleme, handelte sich aber gleich danach die nächste Strafe ein. Ziemlich überraschend fiel in Minute 27 das 4:3 für die Pinguine: Peter Flache war gerade auf die Strafbank geschickt worden, als David Fischer nach Zuspiel von Nick St. Pierre mit einem schönen Schlagschuss die Scheibe links oben in die Ecke drosch und damit seinen Fehler aus dem ersten Drittel wieder gutmachte. Ansonsten zeigte das Drittel, warum Straubing derzeit die rote Laterne hat: selbst beste Chancen ließ die Offensive gegen wenig  bis gar nicht überzeugende Krefelder Defensivarbeit aus. Selbst der insgesamt sehr gut spielende Tomás Duba zeigte erste Unsicherheiten, was bei dem Chaos, das teilweise in der Krefelder Verteidigungszone herrschte, kaum verwunderte. Kapitän Herberts Vasiljevs brachte es im Pauseninterview auf den Punkt: „Wir müssen weniger Fehler machen. Was wir für Fehler machen, das sieht aus, als ob wir das erste Mal Eishockey spielten.“

Das Schlussdrittel brachte zunächst keine große Änderung. Auf Krefelder Seite ließen Martin Schymainski und Daniel Pietta (2) gute Chancen aus, ehe Herberts Vasiljevs den Puck, der nach einem Schlagschuss von Meyers frei hinter Strahlmeyer  lag, zum 5:3 über die Linie drücken konnte. Auch bei einem 2:0-Angriff konnten die Pinguine den Puck nicht im gegnerischen Gehäuse unterbringen. Das gelang dann Andreas Driendl mehr zufällig: bei der Straubinger Schlussoffensive in Minute 59 lupfte er die Scheibe an der Krefelder blauen Linie über die Straubinger Verteidiger, die nicht wussten, dass Strahlmeier gerade sein Tor verlassen hatte, so dass der Puck den Weg ins Tor fand, obwohl er eigentlich leicht hätte abgefangen werden können. Nur 17 Sekunden später erzielte auch Martin Schymainski, dessen kämpferischer Einsatz die Fans wie immer begeisterte, sein Tor. Er setzte nach einem Pietta-Schuss nach und lenkte die Scheibe ins lange Eck zum 7:3. Wie schon nach einigen Partien zuvor zeigten die „Duba, Duba“-Sprechchöre der Fans nach Spielschluss, wem der Dank für die drei Punkte hauptsächlich gebührte. Krefelds Trainer Rick Adduono stimmte seinem Straubinger Kollegen Robert Wilson dahingehend zu, dass die Tigers zwei Drittel gut gespielt hätten, monierte aber die „unglaublichen Fehler“, die sein Team gemacht hatte. Allerdings lobte er auch den Charakter der Mannschaft, die nach dem Doppelschlag am Ende des ersten Drittels zurückgekommen sei.

Tore: 1:0 (3.) Mieszkowski (Perrault, St. Pierre), 2:0 (8.) Long (Kretschmann, Hauner), 2:1 (11.) Gomes (Yeo, Meunier) PP1, 3:1 (14.) Meyers (Sofron, Driendl), 3:2 (19.) Treille (Meunier, Yeo), 3:3 (20.) Brandt - PP1,  4:3 (27.) Fischer (St. Pierre, Perrault) PP1, 5:3 (46.) Vasiljevs (Driendl, Meyers), 6:3 (59.) Driendl (Vasiljevs, Fischer)- EN, 7:3 (60.) Schymainski (Courchaine, Pietta)

Schiedsrichter: Brüggemann, Daniels
Strafen:  Krefeld 4 + 25 Sofron,  Straubing 10
Zuschauer: 2847

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