„Pinguine schockgefroren“ - Hamburg siegt in letzter Sekunde 4:3

Hamburg Freezers „frieren Pinguine ein“Hamburg Freezers „frieren Pinguine ein“
Lesedauer: ca. 3 Minuten

„Schockgefroren“ im wahrsten Sinne des Wortes, das ist es, was den Krefeld Pinguinen am 1. Advent in Hamburg widerfahren ist. Sie haben ein gutes, sogar ein sehr gutes Spiel gemacht, die Pinguine, und doch mussten sie mir leeren Händen zurückfahren, weil ihnen genau 2 Sekunden zu einem Punktgewinn fehlten.

Doch der Reihe nach: Die Freezers begannen furios und leidenschaftlich, sie wollten von Beginn an zeigen, wer Herr in der Color Line Arena ist. Die Halle war mit 12.803 Zuschauern wieder einmal ausverkauft. Und sie legten los, wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Bereits nach 27 Sekunden erhielten die Krefelder die erste Strafzeit. Selivanov war der Sünder, der wegen Haken eine 2. Min. Strafe absitzen musste. Die Hamburger ließen sich nicht lange bitten und nach genau 57. Sekunden Spielzeit war es der bis dahin „verhinderte Torjäger“ Bobby House, der für die Freezers die frühe Führung erzielte. Hochstimmung im „Freudenhaus“ der Liga.

Doch dieses frühe Tor weckte die Gäste auf. Einen Angriff auf den nächsten starteten sie auf das Tor von Boris Rousson. Es gab einige brenzlige Situationen zu überstehen, mit viel Glück und Geschick verhinderten die Hamburger den Ausgleich. Doch schon die erste Strafzeit der Freezers brachte den Ausgleich für die jetzt unermüdlich anrennenden Krefelder. Justin Kurtz war der Krefelder Torschütze zum verdienten 1:1 Ausgleich, als Martin Walter in der 10. Min. auf der Strafbank saß. Am Ergebnis änderte sich in den ersten 20 Minunten nichts mehr, die Zuschauer hatten ein interessantes erstes Drittel gesehen.

Das zweite Drittel begann ähnlich furios wie das Erste. Krefeld erhielt in der 24. Min. eine Strafzeit gegen Schnitzer, Hamburg dominierte in Überzahl und wieder war es einer der bis dahin „verhinderten Torjäger“, in diesem Fall Brad Purdie, der

Ex-Krefelder, der zum 2:1 traf. Die Freezers setzten nach, sie wollten das Spiel für sich entscheiden. In der 27. Min. war es dann auch soweit: Brandon Reid, der wie immer quirlige und pfeilschnelle Stürmer der Freezers traf zum 3:1. Der Jubel kannte keine Grenzen, für alle Zuschauer in der Arena war das die Vorentscheidung.

Doch die Pinguine waren damit keineswegs einverstanden. Sie schüttelten sich kurz und standen wieder auf. Nur zwei Minuten später verkürzten sie auf 3:2 durch Alexander Selivanov, ein kollektiver Sekundenschlaf der gesamten Freezers Abwehr ermöglichte diesen Treffer.

Hamburg konterte und hatte innerhalb von wenigen Minuten Torchancen in Hülle und Fülle. Doch ein starker Robert Müller im Tor der Gäste verhinderte die Entscheidung zu Gunsten der Hamburger. Krefeld befreite sich wieder von dem Druck der Hausherren und erzielte nach einem katastrophalen Fehler des Hamburger Routiniers Darren Van Impe den Ausgleich zum 3:3. Torschütze in der 37. Min. war Steve Brulè.

Das letzte Drittel sollte also die Entscheidung bringen. Und es ging munter weiter, offener Schlagabtausch beider Mannschaften, in einem überaus fairen und anständigen Eishockeyspiel, das von dem Schiedsrichter Dahle gut geleitet wurde. Beide Mannschaften hatten gute Gelegenheiten, um in Führung zu gehen, doch beide Torhüter waren nicht zu bezwingen.

Dramatisch wurde es in der 56. Minute. Steve Brulè musste für 2. Min. auf die Strafbank. weil er den Puck in die Zuschauerränge geschossen hatte. (Regel 554 c) Nur 37 Sek. später ereilte Scott King das gleiche Schicksal. Krefeld spielte 1. Min. und 23. Sek. mit zwei Spielern weniger. Doch die Freezers schafften es nicht, sehr zum Unwohl ihrer Fans - die lautstark pfiffen, aus diesem numerischen Vorteil eine Nutzen zu ziehen. Die Pinguine hielten ihr Tor sauber und sicherten sich damit einen Punkt, so dachten alle in der Arena.

Doch sie hatten die Rechnung ohne Dave Tomlinson gemacht. Es war es, der an diesen Nachmittag für eine Welle der Begeisterung sorgte, der diesen 1. Advent zu einem Festtag für die Hamburger Fans werden ließ.

Die Stadionuhr zeigte 59:57, als er mit seinem Treffer zum 4:3, Hamburg spielte in Überzahl – Wright saß für 2. Min. auf der Strafbank, die Arena in einen wahren Freudentaumel versetzte. Ein glücklicher Sieg für die Hamburg Freezers, die an diesem Nachmittag in einem Spiel zweier starker Mannschaften Werbung für das Eishockey gemacht haben.

Ergebnis: 4:3 (1:1, 2:2, 1:0)

Tore:
1:0 00:56 B. House (D. Tomlinson, B. Purdie) 5:4

1:1 09:32 J. Kurtz (S. King, A. Selivanov) 4:5

2:1 23:52 B. Purdie (B. House, D. Van Impe) 5:4

3:1 26:12 B. Reid (J. Dowd, C. Johnson)

3:2 28:20 A. Selivanov (S. Brulè)

3:3 36:25 S. Brulè (J. Kurtz, C. Herperger)

4:3 59:57 D. Tomlinson (B. Purdie, S. Peacock) 5:4

Strafzeiten: Hamburg Freezers 6 Min., Krefeld Pinguine 14 Min.

HS: Heiko Dahle

Zuschauer: 12.803


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