Pinguin-Stürmer Roland Verwey im Interview

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Als Eishockeyspieler führt man ein angenehmes Leben. Nach

der Saison haben die Cracks mehrere Monate frei und können sich entspannen.

Meint man. Ganz so locker allerdings ist das Leben eines Profis während der

Sommerpause nicht. „Man kann sich nicht erlauben, auf der faulen Haut zu

liegen. Das wäre fatal“, bestätigt Roland Verwey. Der Stürmer absolvierte in

der abgelaufenen Spielzeit alle 57 Spiele (inklusive Play-offs)  im Trikot der Krefeld Pinguine, brachte es

dabei auf 17 Punkte (7 Tore, 10 Vorlagen). Persönlicher Rekord. Was nicht von

ungefähr kommt, denn Verwey arbeitet während des Sommers hart an seiner

Fitness, um optimal vorbereitet zu sein. Wie er sich fit hält und was ein

Eishockeyspieler alles beachten muss, damit er zu Beginn der neuen Saison auf

einem entsprechenden Leistungsniveau steht, erklärt Roland im nachfolgenden

Interview.


Roland, seit knapp zweieinhalb Wochen ist die Saison für

die Pinguine beendet. Wie verbringst Du Deine freie Zeit?

Ich habe zwei Wochen gar nichts gemacht und erst mal vom

Eishockey abgeschaltet. Nach so einer langen Saison braucht man einfach etwas

Abstand. Jetzt befinde ich mich aber schon wieder im Training.

Du sprichst es selber an. Das Vorbereitung der Krefeld

Pinguine beginnt erst Ende Juli/Anfang August. Da hat man doch eigentlich Zeit,

noch etwas länger zu entspannen, oder etwa nicht?

Ich persönlich sehe das etwas anders. Du musst als

Eishockeyspieler auch in den Sommermonaten ein entsprechendes Programm

absolvieren, um zum Trainingsstart in einer guten Verfassung zu sein.

Spätestens Anfang Mai muss man beginnen. Eishockey hat sich in den letzten

Jahren unheimlich entwickelt. Das Spiel ist noch körperbetonter und schneller

geworden. Da reicht es nicht mehr aus, wenn man erst kurz vor dem

Trainingsstart los legt. Ansonsten läufst du nur hinterher. Und außerdem wird

deine Fitness zu Saisonbeginn überprüft. Man darf sich also nicht erlauben, auf

der faulen Haut zu liegen.

Hat Dir der Verein einen Trainingsplan mitgegeben?

Ja, wir alle haben sogar einen sehr umfangreichen Plan

bekommen. Die hier in Deutschland ansässigen Spieler treffen sich sogar oft zum

mehrtägigen Sommertraining in Krefeld. Dort wird dann auch schon zwischendurch

überprüft, wie es um die Fitness bestellt ist.

Was muss ein Eishockeyspieler alles machen, um optimal in

Form zu kommen?

Ich kann da nur für mich sprechen. Wichtig ist vor allen

Dingen das Beintraining im Fitness-Studio. Im Eishockey lebst du von der Kraft

im Oberschenkel. Im Oberkörperbereich muss man natürlich auch etwas tun,

allerdings nicht zu viel. Wenn man es übertreibt, kann das die Schnelligkeit

hemmen. Es bringt dir nichts, wenn du viel Muskelmasse aufbaust, aber deswegen

nicht mehr von der Stelle kommst.

Was muss man noch machen?

Sprints sind für uns Spieler wichtig. Ich gehe dafür auf

einen Sportplatz. Dadurch verbessert sich der Antritt auf dem Eis. Nebenbei

spiele ich noch Tennis, Badminton oder fahre Fahrrad. Die Grundkondition hole

ich mir beim Joggen.

Wie viel Zeit nimmt so ein Trainingstag in Anspruch?

Das ist ganz verschieden. Es kommt immer darauf an, wie man

sich fühlt. Manchmal machst du von der einen Übung mehrere Wiederholungen,

dafür von der anderen weniger. Im Sommer bin ich aber insgesamt über den Tag

verteilt schon so drei bis vier Stunden mit dem Training beschäftigt.

Während die Pinguine-Cracks das Sommertraining bestreiten,

stehen sich noch die Düsseldorfer und der Berliner im Finale gegenüber.

Verfolgst du das Geschehen?

Auf jeden Fall. Ich habe mir die Spiele im TV angeschaut.

Und, für wen hältst Du jetzt?

Ich bin da sehr objektiv. Auf der einen Seite würde ich mir

wünschen, dass Berlin den Titel holt, denn dann wären wir immerhin gegen den

Deutschen Meister ausgeschieden. Auf der anderen Seite muss man vor der DEG den

Hut ziehen, denn sie hat es in dieser Saison inklusive Play-offs fast nur mit

drei Sturmreihen ins Finale geschafft.

Also, wer wird Deutscher Meister?

Schwer zu sagen. Ich denke, Berlin macht es, denn sie sind

von der Breite her stärker besetzt, hatten weniger kraftraubende Spiele und

jetzt zuletzt Pause. Es wird aber bestimmt eine sehr enge Serie.

(Foto by City-Press)


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