Pflichtsieg für die AdlerStraubing – Mannheim 1:5

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Wenig auszurichten gab es für die Hausherren im ersten Drittel. Zwar hatte man mit Dylan Yeo den schussfreudigsten Spieler auf dem Eis, doch in Zählbares ummünzen konnte weder er, noch seine Mitspieler. Anders die Mannheimer, sie kontrollierten die Partie von ersten Bully weg. Straubing Langzeitverletzter Tommy Brandl hat das Spiel natürlich im Stadion verfolgt und meint: „Im ersten Drittel hat Mannheim Gas gegeben und gleich die Tore gemacht und wir sind ins Hintertreffen geraten. Da hat man schon gemerkt, was für eine Klasse die haben und welche Routine sie besitzen. Da wurden die Fehler eiskalt bestraft.“ Gleich zwei Fehler in Folge führten dann auch zur Adlerführung. Erst konnte Sacha Treille die Scheibe nicht im Straubinger Angriffsdrittel halten und dann wurde Dustin Strahlmeier von Jamie Tardif überrascht: „Das erste Tor ist ein bisschen blöd gewesen. Ich würde sagen, das war mein Tor, den hätte ich halten müssen.“ Dass, wenn Treille die Scheibe nicht abgegeben hätte, es auch nicht zum Schuss gekommen wäre, lässt Strahlmeier nicht gelten: „Wenn der Schuss kommt, dann sollte man ihn halten. Der war ja eigentlich auch nicht so gefährlich. Einfach nur aufs Tor, aber hat mich dann ein bisschen überrascht. Ich konnte den Pfosten nicht mehr richtig zu machen und er ist genau zwischen Pfosten und Schoner durchgerutscht.“ Für mehr Unmut sorgte beim Bacashihua-Vertreter aber das zweite Gegentor. „Beim zweiten habe ich mich ein bisschen aufgeregt, da wurde ich einfach im Torraum festgehalten und ich konnte mich nicht bewegen. Dass der dann trotzdem gegeben wird, kann ich nicht verstehen. Dafür gibt es die Regel, dass man den Torhüter im Torraum nicht behindern darf, und wenn ich mich nicht bewegen kann, dann ist das halt ärgerlich.“ Das Tor geht nach Videobeweis auf das Konto vom heute besten Spieler auf dem Eis, Jochen Hecht, der vor dem Treffer nahezu ungehindert durchs Straubinger Drittel kurvte.

„Im zweiten Drittel haben wir eigentlich ein sehr gutes Spiel abgeliefert und haben das Spiel auch weitgehend kontrolliert. Aber wir haben einfach keine Tore geschossen und die Mannheimer haben jeden Fehler ausgenutzt haben“, meint Brandl über den Mittelabschnitt und liegt in seiner Einschätzung recht gut. Straubing kam gut aus der Kabine und machte von Beginn an Druck auf die Adler. Doch die Gäste konnten die Drangphasen der Straubinger unbeschadet überstehen und fanden immer wieder zurück zu ihrem ruhigen Spiel. Straubing insgesamt verbessert und mit besseren Chancen. Die Beste hatte Marcel Brandt, als er Dennis Endras schon ausgespielt hat, doch das Anschlusstor verpasste. Als Jochen Hecht etwa zur Hälfte der Begegnung erneut einnetzen konnte, war das schon ein deutlicher Fingerzeig in Richtung Spielausgang.

Das Schlussdrittel war dem Mittelabschnitt recht ähnlich. Straubing kämpfte um den Anschluss, doch Jochen Hecht schlug zum dritten Mal zu. Als Blaine Down die Tigers doch noch auf die Anzeige brachte, war der Jubel groß, doch die neue Hoffnung hielt nur gut eine Minute. Dann setzte Matthias Plachta den Schlusspunkt.

Auch wenn es insgesamt wohl keine Überraschung ist, wenn der Erste den Letzten schlägt, so meint Brandl: „Man ist um jedes verlorene Spiel traurig. Es war ein wichtiges Spiel, weil wir am Freitag schon in Düsseldorf verloren haben. Das war schon sehr bitter. Es ist ja auch nicht so, dass wir heute gar keine Chance hatten, nur uns fehlt dann die Cleverness oder die Abgezocktheit. Die müssen wir jetzt in den nächsten Trainingseinheiten finden.“ Mannheims Coach Geoff Ward analysiert das Spiel: „Straubing hat uns heute einen harten Kampf geliefert. An einem anderen Abend, hätte das Spiel auch anders ausgehen können. Einer der Schlüssel war heute unser Torhüter, der heute überragend war. Er hat einige großartige Paraden gezeigt. Ein anderer war die Reihe Kai Hospelt, Jochen Hecht und Jon Rheault in der Jochen drei Tore gemacht hat. Außerdem haben wir die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht.“ Straubing Coach Rob Wilson erkannte den Einsatz seiner Mannschaft an: „Momentan ist jedes Spiel in Kampf für uns. Auch heute haben die Jungs sehr hart gearbeitet, aber uns fehlen ein paar Schlüsselspieler. Der junge Dustin Strahlmeier hat den gesperrten Jason Bacashihua vertreten, das ist keine leichte Situation für ihn. Heute haben wir gegen eine sehr gute Mannschaft gespielt, es hätte aber auch ein engeres Spiel werden können. Aber Mannheim hat die Tore geschossen, wenn sie sie gebraucht haben.“

Tore: 0:1 (11.) Jamie Tardif (Sinan Akdag); 0:2 (13.) Jochen Hecht (Kai Hospelt, Christoph Ullmann); 0:3 (27.) Jochen Hecht (Jon Rheault); 0:4 (46.PP) Jochen Hecht (Daniel Richmond, Kai Hospelt); 1:4 (47.) Blaine Down (Dylan Yeo, Carsen Germyn); 1:5 (48.) Matthias Plachta (Glen Metropolit, Sinan Akdag)

Schiedsrichter: Alfred Hascher, Markus Krawinkel; Linienrichter: Vladislav Gossmann, Robert Hauber
Strafen: Straubing 8; Mannheim 10
Zuschauer: 4.205