Penalty-Pleite nach ZitterpartieAugsburg – Krefeld 1:2 n.P.

Lesedauer: ca. 3 Minuten

„Wir waren heute gut genug, um zu gewinnen“, hatte AEV-Coach Larry Mitchell richtig erkannt. „Doch wenn man zwei Riesenchancen versäumt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis man dafür bestraft wird.“ Ab Ende des Schlussdrittels nahm das Augsburger Drama seinen Lauf. Die Hauptdarsteller des dritten Aktes: ein leeres Gästetor, ein Kyle Helms, der nur das Außennetz trifft sowie ein Florian Schnitzer und Ryan Thang, die es nicht schaffen, die Krefelder „Mauer“ zu durchbrechen. Es war zum Verzweifeln. Da die Panther jedoch nach wie vor 1:0 führten, hofften die Fuggerstädter, die letzen Minuten und Sekunden der regulären Spielzeit heil zu überstehen. Noch 13 Sekunden zeigte der Videowürfel an, als die Pinguine „das Unmögliche möglich machten“, wie es Christian Ehrhoff ausdrückte. „Man rechnet natürlich nicht mehr damit, versucht aber, sich in jeden Schuss zu werfen“, erklärte der KEV-Verteidiger. Und so ging es in die Verlängerung – zunächst einmal.

Dramatisch!

Doch was sich dort abspielte, toppte die Tragödie des Schlussabschnitts. Nicht nur bei den Anhängern, auch auf dem Eis schienen die Nerven blank zu liegen. Und so bat Augsburgs John Zeiler „Pinguin“ Daniel Pietta zu einem kleinen Tänzchen. Was folgte, waren jeweils zwei plus zwei Strafminuten wegen übertriebener Härte. Doch bevor die beiden mit ihren Kollegen Boris Blank (Krefeld) und Brian Roloff (Augsburg) das Penalty-Schießen gemütlich von der Bank aus verfolgen konnten, hielt Pietta in der Kühlbox noch ein kleines „Pläuschchen“ mit einigen Pantherfans auf der Tribüne. Larry Mitchell hatte zwischenzeitlich eine „nette“ Unterhaltung mit den Schiedsrichtern. Diese brummten dem AEV-Coach – wohl aufgrund eines Bully-Disputs – zwei Minuten auf, die Michael Bakos absaß, und bestraften den Trainer zusätzlich mit einem Spielausschluss. „Das war das erste Mal, dass ich eine Strafe bekommen habe“, ärgerte sich Mitchell über die Entscheidung und zeigte dafür kein Verständnis.

Und so stand der Showdown unter keinem guten Stern. Am Ende leuchtete dieser allerdings etwas heller für die Gäste, die mit Penalty-Treffern von Herberts Vasiljevs (zwei) und Boris Blank den späten Sieg einfuhren. Auf Seiten der Augsburger trafen „nur“ Kyle Helms und Sergio Somma je einmal.

Unglückliche Panther

Bereits in den ersten beiden Dritteln zeichnete sich ab, dass es am Freitagabend eine enge Geschiche werden würde. Noch zu Beginn wärmten sich die Teams mit harmlosen Torschüssen auf, doch von Minute zu Minute wurden die Chancen klarer. Beide Mannschaften schenkten sich nichts. So donnerte zum Beispiel Krefelds Mark Voakes den Puck an den Augsburger Torpfosten, später traf „Panther“ John Zeiler das Kreuzeck. Ins Netz ging die Scheibe zum ersten Mal in der 27. Minute. Nachdem die Gäste kurz zuvor noch ein starkes, aber ergebnisloses, Powerplay zeigten, war es Peter Flache, der sich genau überlegte, wie er Scott Langkow am ehesten überwinden könne. Lücke gefunden, abgezogen und der Puck war drin! Es war jedoch auch gleichzeitig das letzte Mal, dass der KEV-Goalie bis zum Penalty-Schießen hinter sich griff. Zu viele Ungenauigkeiten und Fehler hinderten die Panther, denen es nicht an Kampfgeist fehlte, an einem weiteren Tor. Die Krefelder dagegen wirkten immer sicherer, was sich mit dem Ausgleichstreffer von Boris Blank und Shootout-Sieg schließlich auch bewahrheitete.

Zwei Punkte „top“, Busfahrt „Flop“

„Es war sehr knapp, daher sind wir letztendlich zufrieden und happy“, erklärte Christian Ehrhoff, der vor allem AEV-Keeper Patrick Ehelechner lobte: „Er hat super gehalten und uns das Leben schwer gemacht.“ Wohl aber nicht schwer genug, denn am Ende machten die Panther lange Gesichter und die Pinguine freuten sich über zwei Auswärtspunkte. Weniger glücklich war Ehrhoff, der außerhalb des Lockouts für die Buffalo Sabres in der NHL aufläuft, jedoch über die acht Stunden lange Busfahrt. Das ist halt etwas anderes, als im Flieger halb Nordamerika zu überqueren. Am Sonntag geht es für den NHL-"Star" und seine Kollegen aber erst einmal wieder auf heimischem Eis weiter. Zu Gast im Königpalast: die Düsseldorfer EG. Die Augsburger Panther müssen in Wolfsburg ran. Die Partie überträgt ServusTV ab 17:45 Uhr.