Panther zeigen Reaktion - Nach Fan-Protestaktion 4:3 n.P. gegen Köln

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Das Trauerspiel vom Freitag mit dem 1:7 gegen die DEG Metro Stars wollten die Fans nicht mehr kommentarlos hinnehmen und ließen daher in den ersten zehn Minuten der Begegnung gegen die Kölner Haie ihre Kurve leer, so dass die Pantherspieler zunächst in Richtung auf unbesetzte Ränge angreifen mussten. „Zehn Minuten für die Vergangenheit“ und später kurzzeitig „50 Minuten für Euch“ so stand es dafür auf Transparenten zu lesen. Der Begrüßungsapplaus fiel komplett aus und beim Verlesen der Namen während der Einlaufshow herrschte Stille im Stadion, auch in den Anfangsminuten machten sich nur die Kölner Fans ein wenig bemerkbar. Lediglich die Schiedsrichterentscheidungen wurden noch mit Pfiffen bedacht.

Die Personalsituation hatte sich seit Freitag natürlich nicht verbessert, so dass Trainer Paulin Bordeleau nach wie vor nur drei Blöcke zur Verfügung standen. Trotz der geisterhaften Atmosphäre war ein gewisses Bemühen auf Augsburger Seite nicht zu übersehen, der Erfolg blieb aber zunächst mäßig. In ihrer ersten richtigen Überzahl allerdings funktionierte es dann besser und Verteidiger Harlan Pratt traf zum trotz allem Zorn bejubelten 1:0. Die Fans kehrten nun langsam auf ihre Plätze zurück und nach exakt zehn Minuten setzten dann Trommeln und Gesänge wieder ein. Fast hätte Travis Brigley in Unterzahl die Führung ausgebaut, doch brachte er die Scheibe nicht zwischen den Schonern von Oliver Jonas hindurch. Die Haie wurden nur selten gefährlich und so konnten die Panther dem Anfangsdrittel weitgehend ihren Stempel aufdrücken. Kurz vor der ersten Pause scheiterte Henderson noch mit einem Schuss aus spitzem Winkel.

Die Frage war nun, ob die Hausherren wie zuletzt im Mittelabschnitt total einbrechen würden. Jedenfalls gelang es den Kölnern, den Druck zu erhöhen und damit die Fehlerquote in der Augsburger Defensive ansteigen zu lassen. So erzielte dann Ivan Ciernik auch den Ausgleich. Dass es mit dem Selbstvertrauen bei den Panthern nicht weit her ist, zeigte sich in 90 Sekunden doppelter Überzahl, wo einfach die letzte Konsequenz in den Aktionen fehlte und außer einiger Chancen nicht viel heraussprang. Andererseits waren die Gäste in gleicher Situation zwar ungleich gefährlicher, der Treffer durch Kopitz gelang ihnen aber erst, als zahlenmäßig wieder Gleichstand herrschte. Doch steckten die Panther diesmal nicht auf, man könnte sich nur wünschen, dass sich die Ausländer ein Beispiel am Einsatzwillen junger deutscher Spieler nehmen würden, denn wie Roland Mayr den Ausgleich erzielte, war durchaus sehenswert. Nachdem er sich durch drei Kölner getankt hatte, setzte er seinem eigenen Schuss nach und vollstreckte im Nachschuss aus schwierigem Winkel. Zweifellos waren die Gäste das spielerisch deutlich bessere Team und nahmen die teilweise konfuse Defensive ihrer Gegner des öfteren ziemlich auseinander, doch stimmte an diesem Abend über weite Strecken immerhin der Einsatz der Augsburger. Viel zu wenig kam aber weiterhin von den Angreifern aus Übersee, wenngleich Brigley wenigstens ab und an Bemühungen zeigt. Die gefährlichste Offensivaktion vor der zweiten Pause ging aber erneut von Mayr aus, der Jonas noch einmal zu einer Parade zwang. Er war es auch gewesen, der die Scheibe hinter seinem Goalie noch vor der Linie abfing, als sie hinter ihm auf dem Eis landete. Schiri Hascher sah zur Sicherheit noch mal auf Video nach, konnte dann aber nur bestätigen, was alle schon wussten: Kein Tor!

Nach dem Seitenwechsel erlebten die Augsburger Fans ihre Mannschaft endlich einmal so, wie sie es in den letzten Wochen schmerzlich vermisst hatten. Fast schienen die Haie ein wenig geschockt, doch nun witterten die Hausherren ihre Chance und nutzten sie auch. Bei erneut doppelter Überzahl stellte Harlan Pratt auf 3:2. Nun entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem die Panther zeitweilig fast gleichwertig agierten. Je weiter die Uhr rückte, desto mehr warfen die Kölner alles nach vorne und die Hausherren verteidigten mit Mann und Maus. Ein kapitaler Abspielfehler von Pratt hinter dem eigenen Tor bescherte den Haien schließlich den etwas glücklichen Ausgleich und vereitelte so einen perfekten Augsburger Abend.

Bereits nach 15 Sekunden der Overtime musste Kevin Bolibruck auf die Strafbank, doch diese Phase überstanden die Panther unbeschadet. Danach passierte nicht mehr viel und das bedeutete Penaltyschießen. Während auf Kölner Seite sämtliche Spieler scheiterten, trafen bei den Augsburgern Henderson und Brigley und sorgten so zumindest für einen fast perfekten Abend.

Zwar ärgerte sich Trainer Bordeleau über den wie schon im Hinspiel späten Ausgleichstreffer der Kölner, in erster Linie aber überwog die Erleichterung. Zwölf Stunden habe man am Samstag Gespräche mit den Spielern geführt, mit dem Ergebnis und den zwei Punkten war insofern zufrieden. Zwei Spieler hob er besonders heraus: „Roland Mayr hat heute ein Superspiel gezeigt, war Star der Mannschaft, und Wanhainen hat uns den verdienten Zusatzpunkt festgehalten.“ Für die Aktion der Fans habe er Verständnis, auch wenn er natürlich nicht glücklich darüber gewesen sei. Doug Mason trauerte dagegen hauptsächlich den verpassten Chancen seiner Haie hinterher, musste aber den Kampfgeist der Panther anerkennen. „Wir hätten die Anfangsphase ausnutzen müssen, danach kamen die Augsburger immer besser ins Spiel.“ (mor)

Tore: (1:0 / 1:2 / 1:1 / 1:0)

1:0 (08:14) Pratt ( Bolibruck ; Brigley ) 5:4

1:1 (21:23) Ciernik ( McLlwain ; Lüdemann )

1:2 (30:49) Kopitz ( Julien ; Tallaire )

2:2 (33:51) Mayr ( Menauer )

3:2 (46.59) Pratt ( Henderson ; Brigley ) 5:3

3:3 (57:14) McLlwain ( Julien ; Boos )

4:3 (65:00) Henderson GWS



Zuschauer: 2336

Strafzeiten: Augsburger Panther 26, Kölner Haie 24

Schiedsrichter: Alfred Hascher