Panther weiter auf Höhenflug

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Ein Spitzenspiel der DEL im Curt-Frenzel-Stadion – quasi selbstverständlich live übertragen im Pay-TV. Was für die Gäste aus Berlin, amtierender Meister und derzeitig souveräner Tabellenführer, seit Jahren Normalität ist, ist bei den Panthern, die sich durch den knappen Sieg in Hannover auf den dritten Tabellenplatz vorgeschoben haben, weitgehend Neuland. Der Augsburger Trainer Larry Mitchell wird nicht müde, die zunehmende Euphorie zu bremsen, die nach zuletzt fünf Siegen in Folge durchaus vorhanden ist, doch seine Mannschaft siegt ungeniert weiter. 6:4 hieß es am Ende einer sehenswerten Begegnung, die begeisterndes Eishockey bot.

Bei den Panthern fehlte weiterhin Florian Kettemer wegen einer Gehirnerschütterung, Chris Heid ging zudem angeschlagen in die Partie. Die Hausherren spielten verhaltener als sonst in der Anfangsphase, ohne sich allerdings zu verstecken. Spätestens, als Florian Busch auf die Strafbank wanderte, brannte es einige Male lichterloh rund um das Gehäuse von Rob Zepp, doch die Gäste überstanden die Unterzahl ohne Gegentreffer. Nun schlug die große Stunde von Schiedsrichter Roland Aumüller, der auf einen Schlag gleich zwei Augsburger auf die Strafbank schickte. 80 Sekunden konnten sich die Panther der doppelten Überzahl erwehren, dann brachte Denis Pederson die Eisbären in Front. Wenig später erwischte es dann allerdings die Berliner, als Stefan Ustorf eine lächerliche Strafe erhielt. Die Augsburger nahmen „die Wiedergutmachung“ gerne an und fackelten nicht lange. Darin Olver schob den Bandenabpraller nach einem krachenden Engelhardt-Schuss nach 17 Sekunden ins gegnerische Gehäuse. Auf diese Weise bekam das erste Drittel immerhin noch sein angemessenes Ergebnis.

Mit etwas mehr Glück hätten die Panther aus ihrem nächsten Powerplay mit der Führung herausgehen können, doch das holten sie kurz darauf nach. Brett Engelhardt zog ab und ließ Zepp keine Chance. Doch die Eisbären konterten eiskalt und bestraften einen Scheibenverlust der Gastgeber in der neutralen Zone mit dem Ausgleich durch erneut Pederson. Der Unparteiische begann nun etwas den Maßstab zu verlieren und dünnte beide Mannschaften regelmäßig aus. Richie Regehr brachte die Eisbären zwischenzeitlich bei 4:3 in Front, Rhett Gordon sorgte postwendend wieder für Gleichstand. Es wäre einfach ein packendes und hochklassiges Eishockeyspiel gewesen, hätte der Schiedsrichter nicht immer wieder durch merkwürdige Entscheidungen eine Hauptrolle für sich beansprucht. Die regelmäßigen „Aumüller raus“-Rufe musste er dafür einmal mehr in Kauf nehmen. Dank eines Überzahltreffers von Stefan Ustorf konnten die Gäste schließlich sogar mit einer knappen Führung in die zweite Pause gehen.

Damit war die Entscheidung aber noch lange nicht gefallen in dieser spannenden Begegnung. Chris Collins schloss eine lehrbuchmäßige Kombination mit einem satten Schuss in den Winkel ab und ließ die heimischen Anhänger wieder in Jubel ausbrechen. Jede Scheibe war nun hart umkämpft und beide Teams standen sich in nichts nach. Angesichts einer doppelten Überzahl der Panther rund fünf Minuten vor Schluss hatten diese dann alle Chancen, das Pendel zu ihren Gunsten ausschlagen zu lassen. Zwar bemühte der Schiedsrichter noch die Videoaufzeichnung, doch dann gab er den Treffer von Connor James, der die Hausherren auf die Siegerstraße brachte. Die Eisbären warfen nun alles nach vorne und die Augsburger verteidigten sich mit letzter Kraft. Doch die Gäste zogen sich wiederum das Missfallen des Unparteiischen zu, der erneut gleich zwei von ihnen auf die Strafbank schickte. Das 6:4 durch Colin Murphy war die Folge und die Begeisterung auf den Rängen brachte die ehrwürdige Augsburger Spielstätte dann endgültig ins Beben.

„Augsburg war sehr gut auf dieses Spiel eingestellt und hat im Powerplay für die Entscheidung gesorgt“, erklärte Don Jackson wieder lächelnd, der im Verlauf des Spiels verschiedentlich heftig gestikulierend mit dem Unparteiischen gehadert hatte.

Das Bild eines glücklichen Trainers gab dafür Larry Mitchell ab. „Wir haben gegen die beste Mannschaft der Liga mitgehalten und am Ende mit Glück gewonnen. Unser Team glaubt an sich, entscheidend waren heute das Überzahlspiel, die Moral und der Kampfgeist.“

(mor)

Tore: (1:1 / 2:3 / 3:0)


0:1 (09:52) Pederson ( Walker ; Walser ) 5:3

1:1 (16:12) Olver ( Engelhardt ; Murphy ) 5:4

2:1 (27:01) Engelhardt

2:2 (27:41) Pederson ( Hördler ; Regehr )

2:3 (28:11) Regehr ( Walker ; Roach ) 4:3

3:3 (31:16) Gordon ( Ryan ; Beechey )

3:4 (35:16) Ustorf ( Degon ; Walser ) 5:4

4:4 (47:13) Collins ( Junker ; James )

5:4 (54:50) James ( Murphy ; Olver ) 5:3

6:4 (58:09) Murphy (Olver ; Kemp ) 5:3



Zuschauer: 4670

Strafzeiten: Augsburger Panther 24, Eisbären Berlin 30 + 10 Regehr

Schiedsrichter: Roland Aumüller, Planegg

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