Panther stolpern über sich selbst - 2:3 n.P. gegen Hamburg

Nach den zwei Auswärtsniederlagen in Iserlohn und Berlin ging es für die Augsburger Panther einmal mehr wieder darum, den Anschluss an die Playoffs nicht zu verlieren. Für den Gegner aus Hamburg hätte ein Sieg in Augsburg dagegen zumindest eine Sicherung des siebten Tabellenplatzes bedeutet. Immerhin konnte Panther-Coach Benoit Laporte auf alle Spieler des derzeitigen Kaders zurückgreifen, während die Gäste aus dem Norden den Förderlizenzspieler Christopher Schadewaldt aus Bietigheim holen mussten, um auf sechs Verteidiger zu kommen. Die Hausherren wollten den knapp 4000 Zuschauern an diesem Nachmittag eine gute Show bieten, am Ende aber verschenkte man zwei Punkte und es reichte nur zu einem 2:3 nach Penaltyschießen.
Wie üblich gehörten die ersten Minuten den Gastgebern, die zu zahlreichen Chancen kamen, ohne allerdings bereits für die Führung sorgen zu können. Den ersten ernsthaften Torschuss der Hamburger gab es in der 5. Minute zu verzeichnen, doch hatte Jean-Francois Labbé mit der Scheibe von Alan Letang nicht allzu viel Mühe. In Überzahl – Jochen Molling saß draußen – hielten die Panther Boris Rousson unter Dauerbeschuss, doch die längst verdiente Führung wollte einfach nicht gelingen. Als die Scheibe dann doch über die Linie rutschte, hatte der Schiedsrichter vorher auf Torraumabseits erkannt. Was mit einem Mann mehr nicht klappte, ging dann mit einem weniger. Björn Barta nutzte einen Fehler von Rousson und konnte im zweiten Versuch aus spitzem Winkel einschießen. Mit etwas Glück überstand sein Team dann auch die Unterzahl ohne Gegentreffer, bis Shawn Carter wieder mitspielen durfte. Auch in der Folge drängten die Gäste auf den Ausgleich und hatten ziemlich Pech, als die Scheibe aus dem Gewühl heraus kurz vor der Torlinie liegen blieb und sie der Augsburger Keeper doch noch unter Kontrolle bekam.
Auch aus einer weiteren Überzahl zu Beginn des Mittelabschnitts vermochten die Freezers kein Kapital zu schlagen. Die größeren Spielanteile und hochkarätigeren Torchancen hatten nach wie vor die Panther. Dementsprechend glücklich war daher der Hamburger Ausgleich. Der Abpraller nach einem harmlosen Schuss von Sasa Martinovic kam Kapitän Jürgen Rumrich direkt auf die Kelle und der traf aus kurzer Distanz. Nun kamen die Gäste auch besser ins Spiel, was aber auch an der zunehmenden Nervosität auf Augsburger Seite lag, wo die bisherige spielerische Linie etwas verloren gegangen war. Deutlich wurde das an einem Überzahlspiel der Augsburger, bei dem der gegnerische Torhüter nicht einmal Kontakt mit der Scheibe hatte. Allgemein verflachte die Partie nun zusehends und die Fehlerquote auf beiden Seiten stieg stetig an.
Daran änderte sich auch nach der zweiten Pause zunächst nicht viel. Die Hausherren hatten die klareren Chancen, trafen aber nicht, die Gäste wirkten spielerisch etwas abgeklärter. Das Spiel zog sich so dahin, die kämpferische Einstellung nahm auf beiden Seiten zu, doch wirkliche Höhepunkte gab es nur wenige. In der 53. Minute bemühte sich der Unparteiische vor den Fernseher, doch das Video zeigte keinen Treffer für Panther-Kapitän Duanne Moeser. Erst in den Schlussminuten wurde es noch einmal dramatisch. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende brachte Francois Methot die Panther wieder in Front, doch war die Freude verfrüht. Denn ein schneller Konter als Folge eines Scheibenverlustes hinter dem Hamburger Tor ermöglichte Craig Johnson einen Alleingang, den er 33 Sekunden vor der Schlusssirene zum 2:2 abschloss. Die Augsburger Verteidiger Arvids Rekis und John Miner, normalerweise eine sichere Bank in der Defensive, standen jeweils auf beiden Seiten der blauen Linie an der Bande, sodass sie den Gegenstoß nicht mehr verhindern konnten. Das Penaltyschießen ist bekanntlich die Sache der Panther nicht und so blieb auch an diesem Abend der Zusatzpunkt bei den Gästen. Während für Augsburg nur Ronny Arendt verwandelte, waren für die Freezers Bobby House und Robert Francz erfolgreich.
„Es ist für mich einfach unerklärbar, wie zwei so erfahrene Verteidiger kurz vor Schluss einen solch gewaltigen Fehler begehen können“, erklärte Benoit Laporte frustriert nach dem Spiel. „Das hat uns zwei Punkte gekostet.“ Ab sofort, so der Coach weiter, gelte jedes Spiel als Playoff-Spiel, und entsprechend müsste sich die Mannschaft darauf einstellen. (mor)
Tore: (1:0 / 0:1 / 1:1)
1:0 (15:10) Barta ( Pudlick ; Bancroft ) 4:5
1:1 (27:20) Rumrich ( Martinovic ; Reid )
2:1 (57:38) Methot ( Carter ; Rekis )
2:2 (59:27) Johnson ( Peacock ; Rousson )
2:3 (60.00) Francz GWS
Zuschauer: 3942
Strafzeiten: Augsburger Panther 6, Hamburg Freezers 6
Schiedsrichter: Willi Schimm