Panther mit zweitem Derby-Sieg

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Hatte man die Straubinger in den meisten Prognosen vor der Saison eher als potentielles Schlusslicht eingestuft, strafen sie bisher alle Vorhersagen Lügen. Auf Grund der zuletzt gezeigten Leistungen und als aktuell Tabellenvierter gingen sie sogar als Favorit in die Begegnung am Sonntagabend. Dafür hatten die Panther am Freitag spielfrei gehabt und das schien am Ende den Ausschlag zu geben. In einer vom Verlauf her etwas eigenwilligen Partie setzten sich die Augsburger nach zwischenzeitlichem Rückstand doch noch mit 5:3 durch und bleiben damit bereits gegen den zweiten bayerischen Konkurrenten siegreich.


Bereits nach 37 Sekunden wanderte Straubings Verteidiger Wade Skolney auf die Strafbank, was den Hausherren zwar einige Chancen, aber nichts Zählbares einbrachte. Ihrerseits in Überzahl kamen die Tigers aber kaum aus ihrem Drittel, sodass Trainer Erich Kühnhackl bereits nach etwas mehr als vier Minuten seine Auszeit nahm. Eigentlich hatten es die Gäste nur ihrem Torhüter Mike Bales zu verdanken, dass sie noch nicht in Rückstand geraten waren. Hochklassig war die Partie zu diesem Zeitpunkt zwar nicht, doch zumindest schnell und von beiden Seiten mit viel Einsatz geführt. Hätten die Augsburger nicht weiterhin Probleme mit ihrem Powerplay gehabt, wäre auch eine deutlichere Führung nur Formsache gewesen, doch selbst mit zwei Mann mehr brachten sie die Scheibe trotz zahlreicher Möglichkeiten nicht im gegnerischen Tor unter. Reihenweise scheiterten Brigley, Joseph, Gordon und Pratt an ihrer Ungenauigkeit im Abschluss, beziehungsweise einem starken Mike Bales.


Auch im zweiten Drittel wussten sich die Straubinger oft nur durch Fouls zu helfen und eine neuerliche doppelte Überzahl nutzten die Panther schließlich. Rhett Gordon staubte nach einem Schuss von Chartier ab. Jetzt schien der Knoten geplatzt, denn knapp drei Minuten später erzielte Roland Mayr in ähnlicher Manier sogar das 2:0. Wie man perfekt Überzahl spielt, führten allerdings kurz darauf die Gäste vor. Zunächst Eric Chouinard und danach Eric Meloche schlossen lehrbuchmäßige Powerplay-Kombinationen zum bis dahin etwas überraschenden Ausgleich ab. Leider konnten sich die Hausherren davon nichts abschauen, denn ihre weiterhin zahlreichen Überzahlsituationen gestalteten sie eher konfus. Wenige Sekunden brauchten die Tigers ihrerseits bei 5:3 um durch erneut Chouinard in Führung zu gehen und den Spielverlauf damit endgültig auf den Kopf zu stellen. Insofern erteilten die Gäste den Augsburgern eine Lehrstunde, denn in Sachen Effektivität in Überzahl trennte die Kontrahenten in diesem Spielabschnitt dank der Straubinger Top-Reihe mehr als eine Klasse.


Das Spiel blieb auch im letzten Drittel kurios. Denn binnen 35 Sekunden hatten die Panther die Sache wieder zu ihren Gunsten gedreht. Erst schloss Marc Murphy ein Solo einmal rund um das Straubinger Tor - die Scheibe danach beinahe verloren - dann doch noch mit einem Flachschuss erfolgreich ab, dann vollendete Patrick Buzas ein gelungenes Zuspiel zum 4:3. Einige Minuten zum Durchatmen bekamen beide Teams, als Schiedsrichter Oswald nach einem Sturz behandelt werden musste, aber weitermachen konnte. Auf jeden Fall schalteten die Hausherrn nun wieder einen Gang hoch, während die Gäste dem hohen Tempo der ersten beiden Drittel langsam Tribut zollen mussten. Als Mathis Olimb aus spitzem Winkel mit einem Schlenzer auf 5:3 erhöhte, gab es auf den Rängen kein Halten mehr. Die Entscheidung war damit gefallen, denn ab diesem Zeitpunkt spielte eigentlich nur noch das Heimteam.


So lobte dann Erich Kühnhackl nachher das Überzahlspiel seiner Mannschaft, weniger zufrieden war er dagegen mit dem Rest. „Bei Fünf gegen Fünf waren wir zu offensiv, da müssen wir cleverer werden. Außerdem haben wir viele dumme Strafen genommen.“ Was der eine lobte, bemängelte der andere. „Wir müssen lernen, Powerplay zu spielen“, lautete der Kommentar von Paulin Bordeleau. „Im letzten Drittel haben wir mit viel Charakter gespielt, mehr gearbeitet und Glück gehabt.“ (mor)


Tore: (0:0 / 2:3 / 3:0)

1:0 (23:55) Gordon ( Suchan ; Chartier ) 5:3

2:0 (26:51) Mayr ( Buzas ; Radunske )

2:1 (28:06) Chouinard ( Schmidt ; Skolney ) 5:4

2:2 (29:49) Meloche ( Chouinard ; Schmidt ) 5:4

2:3 (36:31) Chouinard ( Meloche ; Schmidt ) 5:3

3:3 (43:33) Murphy ( Joseph ; Olimb )

4:3 (44:08) Buzas ( Mayr ; Radunske )

5:3 (48:33) Olimb ( Chartier ; Joseph )


Zuschauer: 3475

Strafzeiten: Augsburger Panther 16, Straubing Tigers 24

Schiedsrichter: Christian Oswald