Panther kommen unter die Räder

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Lange ist es her, dass sich Panther und Eisbären auf Augenhöhe begegnet sind, doch vor dieser Begegnung waren die beiden Mannschaften punktgleich Tabellennachbarn. Auf dem Eis allerdings zeigte sich dann doch die Wahrheit, und die besagte, dass die Berliner mehr als eine Nummer zu groß für die Augsburger waren. Auch wenn man zwei Drittel zumindest vom Ergebnis her mithalten konnte, der Endstand von 4:9 spricht da eine zu deutliche Sprache.

Gerade einmal drei komplette Blöcke konnten die Gäste aus der Hauptstadt aufbieten, Paulin Bordeleau dagegen aus dem Vollen schöpfen. Nach 22 Sekunden bekamen die Fans bereits das erste Überzahlspiel Marke „Panther“ zu sehen, sprich ohne Konzept und daher auch ohne echte Chancen. Kaum komplett, nutzten die Eisbären einen Fehler der Hausherren beim Wechseln und Richard Mueller schloss seinen Sololauf mit der Führung ab. Doch davon ließen sich die Augsburger diesmal nicht aus dem Konzept bringen. Binnen 42 Sekunden drehte Shane Joseph mit zwei Treffern die Partie umgehend. Bemerkenswert war daran vor allem: Der erste fiel sogar in Überzahl. Danach allerdings hatten die Panther alle Hände voll zu tun, diese Führung zu verteidigen, doch eine Sekunde bevor Brock Radunske von der Strafbank hätte zurückkehren dürfen, gelang Stefan Ustorf doch der Ausgleich. Und in dieser Geschwindigkeit ging es weiter, denn auch ihr zweites Powerplay vermochten die Berliner prompt zu nutzen. Ustorf bediente Mulock mustergültig und der schob zum 3:2 ein. So abwechslungsreich das Spiel vielleicht auch war, offenbarte dessen Verlauf doch eine nicht zu übersehende Schwäche in der Defensive der Gastgeber. Dennoch machten sie noch vor der Pause das halbe Dutzend voll. Ein Schuss von Mark Murphy rutschte Youri Ziffzer durch die Schoner. Damit waren die Panther sehr gut bedient, denn von den Chancen her hätten die Hauptstädter eigentlich klar führen müssen. Hatte doch - um nur ein Beispiel zu nennen - in der 13. Minute die Scheibe frei zum Verwandeln hinter dem schon geschlagenen Patrick DesRochers wenige Zentimeter vor der Augsburger Torlinie gelegen und nur der bereits erfolgte Pfiff vom einmal mehr recht eigenwillig agierenden Schiedsrichter Rick Looker dieses verhindert. Trotzdem waren zu diesem Zeitpunkt im Curt-Frenzel-Stadion so viele Treffer gefallen, wie in allen anderen zeitgleichen Spielen der DEL zusammen.

Auch nach dem Wechsel blieben die Eisbären das in fast jeder Hinsicht überlegene Team. Vor allem schneller und kombinationssicherer waren die Gäste. Die dritte Strafe gegen Augsburg bedeutete auch das dritte Tor in Unterzahl, erfolgreich war erneut Stefan Ustorf. Auch wenn die Panther ihrerseits das Powerplay schließlich besser gestalten konnten, an diese Effektivität kamen sie nicht heran. Dafür hatten sie Shane Joseph, der alles nachholte, was er in den ersten Spielen an Chancen ungenutzt gelassen hatte. Nach exakt 30 Minuten machte er seinen Hattrick mit dem neuerlichen Ausgleich komplett. Trotz aller Bemühungen von Schiri Looker, an dem außer vielleicht seiner Gestik auch an diesem Abend nichts Professionelles zu erkennen war, überstanden Joseph und Kollegen schließlich ihre erste Unterzahl in dieser Begegnung unbeschadet und konnten die Partie auf diese Weise weiterhin offen halten.

Die Unsicherheiten in der Defensive allerdings bekamen die Panther nicht wirklich in den Griff. Ein schneller Konter der Berliner bescherte diesen nach nur 29 Sekunden wieder die Führung, weil die Augsburger die Scheibe einfach nicht aus der Gefahrenzone brachten und Andre Rankel zum erfolgreichen Nachschuss kam. Diesmal konnten die Hausherren aber nicht mehr gegenhalten, sondern bekamen endgültig ihre Grenzen aufgezeigt. Tyson Mulock und Christoph Gawlik sorgten in etwas mehr als einer Minute für die Vorentscheidung und ließen die bis zu diesem Zeitpunkt noch kampfbereiten Panthen den Mut verlieren. Wenig später erhöhten Jens Baxmann und Tobias Draxinger sogar auf 4:9.

So war es wenig verwunderlich, dass Gäste-Coach Don Jackson erklärte, im Schlussabschnitt die in dieser Saison bislang beste Leistung seiner Mannschaft gesehen zu haben, und er war auch mit dem Powerplay sehr zu frieden. Davon konnte bei seinem Gegenüber natürlich keine Rede sein. Am Torhüter habe es nicht gelegen, dass man neun Treffer einstecken musste, vielmehr sei das Abwehrverhalten der Panther allgemein schlecht wie seit langem nicht gewesen und man habe zudem mit zu häufigen Scheibenverlusten dem Gegner zu viele Möglichkeiten gegeben. „In diesem Bereich haben wir noch sehr viel Arbeit vor uns.“ (mor)

Tore: (3:3 / 1:1 / 0:5)

0:1 (02:47) Mueller ( Walker )

1:1 (05:09) Joseph ( Pratt ) 5:4

2:1 (05:51) Joseph ( Murphy ; Olimb )

2:2 (08:36) Ustorf ( Walker ) 5:4

2:3 (13:19) Mulock ( Ustorf ; Quint )
5:4

3:3 (18:47) Murphy ( Joseph )

3:4 (22:36) Ustorf ( Quint ; Walker ) 5:4

4:4 (30:00) Joseph ( Murphy ; Olimb ) 5:4

4:5 (40:29) Rankel ( Busch )

4:6 (44:36) Mulock ( Ustorf ; Walker ) 5:4

4:7 (46:55) Gawlik ( Busch ; Felski )

4:8 (52:34) Baxmann ( Smith ; Felski )

4:9 (55:21) Draxinger ( Walker ; Smith )

Zuschauer: 3385

Strafzeiten: Augsburger Panther 18, Eisbären Berlin 18

Schiedsrichter: Rick Looker

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