Panther haben längst kapituliert - 2:4 gegen Frankfurt

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Wer wirklich noch irgendwelche Hoffnung auf sportliche Ambitionen

seitens der Augsburger Panther in dieser Saison hatte, nach der Partie

am Freitag in Iserlohn dürften diese endgültig gestorben sein. Also

müsste es wenigstens darum gehen, nicht auch noch die Sympathien der

immer weniger werdenden Fans zu verspielen. Doch genau das tat man am

heutigen Abend. Bis auf wenige Ausnahmen scheint sich die Mannschaft

endgültig aufgegeben zu haben. Ohne nennenswerten Widerstand über weite

Strecken ergab man sich in die Niederlage gegen die Frankfurt Lions.

Selten hat man im alten Curt-Frenzel-Stadion traurigere Szenen erlebt.


Bereits von der ersten Minuten an gerieten die Hausherren in der

Defensive durch ihr unkoordiniertes Spiel unter Druck und taten sich

schwer, eigene Angriffsaktionen zu starten. Als man dann schließlich zu

Chancen kam, wurden diese teilweise leichtfertig vergeben. Aber

wenigstens hielt man nun kämpferisch dagegen und konnte die Partie auf

diese Weise offen gestalten. Allerdings erwies sich das Augsburger

Powerplay einmal mehr als reines Trauerspiel. Als die Gäste

scghließlich Tempo und Druck etwas erhöhten, kamen die Panther sofort

erneut ins Schwimmen, doch letztlich überstanden sie das erste Drittel

zugebenermaßen mit etwas Glück ohne Gegentor.


Auch ihre erste Unterzahl überstanden die Panther noch, doch kurz

danach sorgte Dwayne Norris für die verdiente Führung der Frankfurter.

Shane Joseph hätte rund eine Minute später aus ähnlicher Position den

Ausgleich markieren können, doch traf er nur den Pfosten. Besser machte

es auf der Gegenseite Jeff Ulmer, der von hinter dem Tor den Augsburger

Goalie Rolf Wanhainen anschoss, von dem die Scheibe dann über die Linie

prallte. Minutenlang kamen die Gastgeber nicht mehr aus ihrer Zone

heraus und die Lions schossen aus allen Lagen – aber ohne zählbaren

Erfolg. Zu diesem Zeitpunkt konnten die Panther höchst zufrieden sein,

dass sie nicht schon weit deutlicher zurücklagen. Was DEL-Ligenleiter,

der an diesem Abend im Curt-Frenzel-Stadion zur „Visite“ weilte,

beispielsweise über die Verhältnissen im veralteten Kabinentrakt oder

den Arbeitsbedingungen der Medienvertreter gesagt hatte – diese seien

„unterirdisch“ – galt in gleichem Maße für das Spiel der Heimmannschaft.


Der Augsburger Offenbarungseid fand seine Fortsetzung auch im

Schlussdrittel. Tobias Wörle lief einfach durch zwei Panther hindurch

und vollstreckte zum 0:3, ähnlich mühelos ließ Chris Taylor das 0:4

folgen. Angesichts der aussichtslosen Situation applaudierten die

heimischen Fans jetzt nahezu jedem Pass ihres Teams, der den eigenen

Torhüter nicht unmittelbar in Gefahr brachte.  Kapitän Craig Darby

, mit Marc Murphy und Shane Joseph in der Reihe wenigstens zeitweilig

einer der raren Lichtblicke bei den Panthern, gelang schließlich der

Anschluss. Joseph verkürzte in Überzahl – Dwayne Norris hatte sich eine

Spieldauerstrafe wegen Crosschecks eingefangen -  beides war aber

nur noch von statistischem Wert. Dafür regierten nun mehrfach die

Fäuste. Schiedsrichter Roland Aumüller, der allein dadurch schon

positiv aufgefallen war, dass er zwei Drittel eigentlich sein Bestes,

nämlich gar nichts tat, war dadurch umgehend überfordert und so fand

ein im Grunde genommen schwaches Spiel ein nicht minder schwaches Ende.


Dafür war Frankfurts Trainer Rich Chernomaz wenigstens rundum zufrieden

– Kommentare zum Unparteiischen lehnte er allerdings mit dem Hinweis

auf wahrscheinliche Folgen ab. Mit solchen Gedanken würde sich sein

Gegenüber Paulin Bordeleau bestimmt liebend gern herumschlagen. War es

ihm letzte Saison gelungen, aus einer maroden Truppe noch ein

ordentliches Team zu formen, wagt man Ähnliches nun kaum mehr zu

hoffen. „Das ist eine Frage des Charakters der Spieler...“, erklärte er

vielsagend. (mor)


Tore: (0:2 / 0:0 / 2:2)

0:1    (24:07)  Norris ( Hackert ; Young )

0:2    (29:23)  Ulmer

0:3    (43:55)  Wörle ( Bresagk ; Norris )

0:4    (48:33)  Taylor ( Macholda ; Ulmer )

1:4    (54.37)  Darby ( Bolibruck ; Joseph )

2:4    (58:22)  Joseph ( Darby ; Brigley )  5:4


Zuschauer: 2356

Strafzeiten: Augsburger Panther 12, Frankfurt Lions 19 + 10 Alanko + 20 Norris

Schiedsrichter: Roland Aumüller, Planegg