Panther führten Haie vor

Die "Alex Hicks Initiative"Die "Alex Hicks Initiative"
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Mit einem gellenden Pfeifkonzert

verabschiedeten die Kölner Fans ihre Mannschaft, die sich nach Strich und Faden

blamierte. „Außer Weibel könnt ihr alle gehen!“ skandierten die

maßlos enttäuschten Zuschauer. Was sich zu Beginn des Schlussabschnitts abspielte,

war kaum zu glauben. Erst die sechste glasklare Augsburger Chance führte zum

alles entscheidenden 0:4. Vorher verpassten es Steffen Tölzer, Tyler Beechey,

Connor James und Jeff Likens, den vierten Treffer zu erzielen und das alles

innerhalb fünf Minuten. Danach hatten die Gäste keine Lust mehr, noch etwas für

ihr Torverhältnis zu tun. Auch eine 5:3-Überzahl verstrich ohne Veränderung auf

der Anzeigetafel. Das 0:5 war lediglich eine Zugabe.

 

Die Ausgangslage vor dem Spiel war klar.

Augsburg als die Überraschungsmannschaft der Liga schlechthin kam mit 29

Punkten auf dem Konto als Tabellendritter an den Rhein. Die Schwaben gewannen

sechs Partien in Folge, bevor sie im eigenen Stadion am letzten Freitag

sensationell mit 4:5 gegen Außenseiter Kassel verloren. Die Domstädter (22

Zähler) verließen in den letzten fünf Matches genauso viele Male als zweiter

Sieger die Glitzerfläche, davon zweimal gar mit 0:4 gegen die NRW-Rivalen

Iserlohn (in Köln) und zwei Tage zuvor in Düsseldorf.

 

Nach wenigen Sekunden hatten die

selbstbewussten Gäste die Führung auf dem Schläger, doch Chris Collins

scheiterte und Steve Junker konnte nur durch ein Foul gebremst werden. Köln

hatte seine erste große Chance durch Jason Jaspers, der ganz allein vor Dennis

Endras auftauchte, ihn aber nicht bezwingen konnte. Pech für die Haie, dass der

Unparteiische ein Tor in der 9. Minute durch Kevin Hecquefeuille wegen hohen

Stocks zu Recht nicht anerkannte. Zwischendurch grinsende Gesichter, als die

Auslosung für das Fußball-Pokalviertelfinale bekannt gegeben wurde. Der 1.FC

trifft auf Augsburg. Die Chancen blieben weiter verteilt, obgleich die Gäste

einen Tick in ihrer Spielanlage klarer und gefährlicher wirkten. Schlimm die

Konzentrationsfehler in der Kölner Defensivabteilung. So war es auch nicht

verwunderlich, dass die Schwaben die Führung aus allernächster Nähe

herausschossen, nachdem die Scheibe in die Mitte gepasst wurde und Jaspers zu

passiv zu Werke ging. Rhett Gordon hatte das 0:2 auf dem Schläger, doch die

Möglichkeit wurde vertändelt.

 

­­Typisch für die derzeitige Verfassung

der Kölner war eine Szene zu Beginn des Mitteldrittels. Da bot Haie-Chefcoach

Igor Pawlow in Überzahl Marcel Müller (der bisher nicht zum Einsatz kam) sowie

Kevin Hecquefeuille und Jerome Flaake auf. Chancen hatten allerdings die

Fuggerstädter. In Unterzahl scheiterte Brett Engelhardt nach einem 2:1-Konter,

doch wenige Sekunden danach hatten die bissigen Panther erneut eine

Möglichkeit, die diesmal genutzt wurde. Von diesem Treffer wurde kaum Notiz

genommen, weil ihn keiner so richtig mitbekam, selbst die Spieler nicht.

Offensichtlich war auch der gute Unparteiische überrascht, denn er bemühte den

Videobeweis. Bestechend das Powerplay der Gäste, die den völlig konfusen und

streckenweise überforderten Kölnern eine regelrechte Lehrstunde erteilten. Die

Vorentscheidung fiel nach einem Schlagschuss, der bei Lars Weibel hoch

einschlug und haltbar schien. Von den Haien war erst wieder in der 40. Minute

wieder etwas zu sehen, als Dusan Frosch eine Chance vertändelte.

 

­

­Tore: 0:1 (17;34) Junker (Collins,

James), 0:2 (21;44) Murphy, 0:3 (32;22) Chartier (Likens, Ryan), 0:4 (46;33)

Ryan (Gordon, Beechey), 0:5 (57;21) Olver (Maurer, Murphy). – Zuschauer:

6.563. – Schiedsrichter: Reiber (Aarau/Schweiz). - Strafminuten: Köln 14,

Augsburg 8 + 10 Ryan.