Panther-Duell geht an IngolstadtIngolstadt - Augsburg 6:3

Derek Hahn erzielt das Tor zum 4:3 für Ingolstadt. (Foto: Imago)Derek Hahn erzielt das Tor zum 4:3 für Ingolstadt. (Foto: Imago)
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Zum Schwäbisch-Oberbayrischen Derby ist  zunächst ein Blick in die Statistiken interessant. Der letzte Sieg des ERC datiert vom 2. Oktober 2013, ist also über ein Jahr her.  Für einen Heimsieg von Ingolstadt sprachen drei zuletzt  gewonnene Heimspiele mit mindestens fünf geschossenen Toren, während der AEV nur eines der letzten sieben Auswärtsspiele gewinnen konnte.

Und auch die frühe Form der Gäste schien Geschichte, der frühe Führungstreffer nach nur 20 Sekunden durch Jeffery Woywitka bewies aber, dass Statistiken nur bedingt als Orakel dienen.  Bullygewinn Augsburg, Woywitka mit dem Schuss von der blauen Linie und der Puck prallt gleich von zwei Verteidigern ab und lässt Timo Pielmeier keine Abwehrchance.  Die Antwort des ERC ließ aber nicht lange auf sich warten, Brandon Buck (5.), Christoph Gawlik (10.) und Stephan Kronthaler (16.) mit seinem ersten Tor in der DEL drehten das Spiel noch im ersten Drittel mit ihren Treffern zum 3:1. Augsburg ging etwas fahrlässig mit den gegebenen Möglichkeiten um und lediglich bei vier gegen vier brachten sie den Deutschen Meister in Bedrängnis.

Mit diesem Zwei-Tore-Vorsprung im Rücken zeigten sich die Gastgeber zunächst souverän und abgeklärt, ließen sich im Verlauf des Mittelabschnittes aber den Leberkäse von den Semmeln stibitzen. Augsburg einen Tick bissiger, druckvoller und dem nötigen Glück mit dem  Schläger.  Entsprechend verdient der Ausgleich, T.J. Trevelyan hämmerte den Puck in den Winkel (26.) und Michael Connolly war im Nachsetzen erfolgreich (35.) Somit alles wieder auf Anfang im letzten Drittel. 

Hier zogen die Gäste zu viele Strafen, Ingolstadt mit dem wiedergenesenen Derek Hahn und der fälscht in Überzahl einen Schuss von Thomas Greilinger erfolgreich ab (48.). Kurz darauf sahen die 4815 Zuschauer in der ausverkauften Arena eine der Szenen, die die Gemüter erhitzte. Steffen Tölzer läuft alleine auf Timo Pielmeier zu, mitten im Angriffsdrittel kollidieren beide. Zunächst wird Penalty für Augsburg angezeigt,  nach intensiven Diskussionen der Schiedsrichter bekommt Pielmeier zwei Minuten wegen unkorrektem Körperangriff und Tölzer muss wegen Behinderung in die Box. Für Augsburgs Larry Mitchell ein Unding: „Hier bekommt mein Spieler eine Strafe, weil er versucht hat, ein Tor zu schießen.“ Für Tölzer selber war diese Entscheidung selbst fragwürdig, man müsse aber dennoch einfach mehr Tore schießen, um wieder erfolgreich zu sein. Stoff für lang andauernde Gespräche lieferte dieses Derby allemal, die spielerischen Leistungen sollen aber im Vordergrund stehen. Denn das 5:3 durch Jared Ross war nicht nur die Entscheidung in diesem Spiel, sondern auch ein wunderschöner Treffer in Zusammenarbeit mit Thomas Greilinger. Augsburg kämpfte, musste 14 Sekunden vor Ende das sechste Tor kassieren, weil Ryan MacMurchy mit letztem Einsatz den Puck ins leere Tor bugsierte.

Der Sieg für Ingolstadt geht auf Grund der reiferen und technisch versierteren Spielweise in Ordnung. Wieder mehr als fünf Tore erzielt und die Heimbilanz verbessert. Augsburg zeigte Moral und hätte sich einen Punkt verdient gehabt und verlor seit über einem Jahr wieder gegen den ERC. „Ein typisches Spiel nach der Pause“, meinte Larry Hurras, der überraschend Fabio Wagner und Stephan Kronthaler in eine Verteidigerreihe steckte. Kronthaler dankte es ihm mit seinem ersten DEL-Tor, für ihn sei damit ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Sogar den Puck haben ihm die Kollegen gesichert und übergeben. Ein Duell, das auf unterschiedlichste Art und Weise in Erinnerung bleiben wird.


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