Panther brechen ihren Bann

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Die Pinguine aus Krefeld waren in der letzten Saison eher Schreckgespenster für die Augsburger Panther, denn nicht einen einzigen Punkt konnten sie erringen. 0:5 und 1:6 lautete die Bilanz aus ihrer Sicht im Curt-Frenzel-Stadion. Höchste Zeit also, mal wieder eine Serie zu beenden, am vergangenen Donnerstag hatte es mit der Siegesserie der Mannheimer Adler schließlich auch geklappt. Insofern konnten Hausherren mit breiter Brust in die Partie gehen, was sie dann auch taten. Es wurde ein kurioses Spiel, das am Ende die Panther aufgrund der besseren Chancenverwertung deutlich mit 5:1 gewannen.

Bis auf Florian Kettemer, der wegen seiner Gehirnerschütterung noch weiterhin pausieren muss, waren die Panther komplett. Die übliche Anfangsoffensive brachte die Pinguine gehörig unter Druck, doch fehlte es an der nötigen Genauigkeit. Dennoch hatte Scott Langkow von Beginn an jede Menge zu tun. Die Gäste waren zunächst nur bei Kontern gefährlich, wobei als beste Chance ein Pfostentreffer von Richard Pavlikovsky nach knapp neun Minuten heraussprang. Besser machte es dann Patrick Hager beim ersten Powerplay des Spiels. Kurz vor dessen Ende bugsierte er die Scheibe ins Augsburger Tor. Auf der anderen Seite ließen die Panther wieder einmal reihenweise beste Möglichkeiten ungenutzt. Brett Engelhardt, Matt Ryan oder Colin Murphy hätten das Ergebnis längst umdrehen müssen. Gerade als die Krefelder immer besser in die Partie kamen und ihrerseits mehrere Großchancen versiebten, sorgte ein Doppelschlag binnen 31 Sekunden für neue Verhältnisse. Connor James und Matt Ryan, der einen Rückhandschlenzer durch die Schoner von Langkow platzieren konnte, ließen die heimischen Fans jubeln. Fast wäre der Rückschlag für die Pinguine noch heftiger geworden, doch dem Treffer von Steffen Tölzer versagte Schiedsrichter Jablukov nach Videostudium - angeblich wegenTorraumabseits – die eigentlich völlig verdiente Anerkennung.

Auch nach der Pause dürften beiden Trainern ob der defensiven Sorglosigkeit ihrer Akteure des öfteren die Haare zu Berge gestanden haben. Längst hätten 15 Treffer gefallen sein können, doch überbot man sich gegenseitig im Auslassen von Möglichkeiten. Insofern war es fast eine Überraschung, dass Rhett Gordon seinen Alleingang in Überzahl souverän mit einem Schuss unter die Latte abschloss. Als Darin Olver bei einer angezeigten Strafe gegen Krefeld dann das 4:1 folgen ließ und kurz darauf Christian Chartier das 5:1, sah das schon sehr nach einer Vorentscheidung aus.

Mit Daniel Kovacic anstelle von Langkow im Tor starteten die Krefelder in den Schlussabschnitt. Doch mit unnötigen Abwehrbemühungen wollte man sich weiterhin hüben wie drüben nicht aufhalten. Das Ergebnis war feinstes Hurra-Eishockey, das zumindest einigen Unterhaltungswert bot, ansonsten aber das Prädikat „vogelwild“ verdiente. Einziger echter Aufreger war dann eine unübersichtliche Szene dreieinhalb Minuten vor dem Ende, nach der Colin Murphy wegen eines Stockstiches eine Spieldauerstrafe erhielt. Der Schiedsrichter selbst hatte den Vorgang nicht gesehen und fällte sein Urteil nach „Einsagen“ seiner Linesmen. Da seitens der Gäste zuvor allerdings jegliche Aufregung oder gar Proteste unterblieben waren, darf man die Angelegenheit wohl zumindest als strittig bezeichnen. Möglicherweise hatten die gestreiften Herren angesichts der überaus fairen Partie lediglich noch nicht genügend Aufmerksamkeit genossen. Doch am Spielverlauf änderte das längst nichts mehr, denn vermutlich hätten die Pinguine in dieser Begegnung auch dann kein Tor mehr erzielt, wenn die Panther ausschließlich mit Feldspielern auf dem Eis gewesen wären.

„Wir haben unsere Chancen nicht genutzt, von den Leistungsträgern kommt einfach zu wenig und wir haben zu viele Fehler gemacht. Daher war die Partie nach dem zweiten Drittel vorbei“, lautete das knappe Fazit von Krefelds Coach Martin Jiranek. Larry Mitchell war die Freude über den Sieg angesichts der Strafe gegen Murphy samt folgender Sperre ein Stück weit verdorben, auch wenn er aus Selbstschutz auf weitere Kommentare Richtung Schieds- und Linienrichter verzichten wollte. „Wir haben stark begonnen, einige Chancen vergeben, aber letztlich ein gutes Spiel gemacht. Es gab einige falsche Entscheidungen in unserer Defensive, doch ich freue mich über die drei Punkte.“

(mor)

Tore: (2:1 / 3:0 / 0:0)


0:1 (11:30) Hager ( Gronvall ) 5:4

1:1 (17:34) James ( Collins ; Kohl )

2:1 (18:05) Ryan ( Beechey ; Chartier )

3:1 (32:37) Gordon ( Ryan ; Engelhardt )

4:1 (36:23) Olver ( Engelhardt ; Murphy )

5:1 (39:30) Chartier ( Ryan ; Beechey )



Zuschauer: 3160

Strafzeiten: Augsburger Panther 7 + 20 Murphy, Krefeld Pinguine 10

Schiedsrichter: Georg Jablukov, Berlin


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