Panther bleiben dran: Überzeugender Sieg gegen zahnlose Huskies

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Die Ingolstädter Panther bleiben weiter erster Verfolger des Spitzenreiters aus Köln. Ohne voll gefordert zu werden, besiegten sie gestern vor 4100 Zuschauern in der heimischen Saturn-Arena den Tabellenletzten aus Kassel mit 5:0. Obwohl das Spiel zeitweise kaum DEL-Niveau erreichte, hatte es einige interessante Aspekte:



Was die Kassel Huskies auf dem Eis zeigten, spottet jeder Beschreibung. Lustlos, ohne Konzept und Engagement liefen sie über das Spielfeld. Selbst in Überzahl gelang es ihnen kaum, überhaupt einmal in das gegnerische Drittel vorzudringen, geschweige denn, ein halbwegs gefährliches Powerplay aufzuziehen. Die wenigen Kasseler Fans, die den weiten Weg an die Donau nicht gescheut hatten, trafen mit ihrem Transparent den Nagel auf den Kopf. „400 Kilometer, wozu?“, stand da zu lesen. Den Zuschauern war es ein Rätsel, wie ein Team, das mit klangvollen Namen nur so gespickt war – allein acht Huskies haben NHL-Erfahrung – eine derart desolate Leistung bieten konnte. Eigentlich ist nur ein Schluss möglich: Die Mannschaft hat einfach keine Lust und spielt möglicherweise gegen den Trainer. Mike McParland, vor einem knappen Jahr als Retter nach Kassel gekommen, ist anscheinend mit seinem Latein am Ende. Er hat schließlich die kanadische Prägung der Huskies zu verantworten und muss nun wohl die Konsequenzen tragen. Ein Corey Hirsch wirkte wie ein Amateurtorwart und ein Melanson (Spieldauerdisziplinarstrafe) oder ein Laflamme fiel nur durch Fouls oder Undiszipliniertheit auf.



Da hatten die heimischen Panther natürlich leichtes Spiel. Bemerkenswert war am Freitagabend allerdings, dass diesmal nicht die NHL-Stars Sturm und McDonald im Mittelpunkt standen, sondern andere: Martin Jiranek etwa, der in den letzten Spielen eher blass geblieben war. Ihm gelang das Kunststück, sogar zwei Überzahltore zu schießen. Nachdem das Powerplay bislang die große Schwäche der Panther gewesen war, hatte Trainer Kennedy das System geändert und fleißig üben lassen. „Wir spielen jetzt einfacher und konzentrierter in Überzahl, und das Ergebnis war heute zu sehen“, erklärte er. Zwei Tore und zwei Pfostenschüsse im Powerplay geben ihm Recht.

Auch Verteidiger Ficenec konnte diesmal glänzen. Mit seiner Technik und seiner Schnelligkeit wusste er schon immer zu beeindrucken, diesmal erzielte er dazu noch zwei wunderschöne Tore, wobei ein besserer Torwart das zweite aus gut 20 Metern sicher verhindert hätte.



Die Vorlage zu diesem Tor stammte übrigens von Andreas Loth, der im dritten Sturm an der Seite von Glenn Goodall immer besser zur Geltung kommt. Umso überraschter war die versammelte Presse, als Manager Wagner nach dem Spiel bekannt gab, dass der befristete Vertrag mit Loth zum 30.11. im beiderseitigen Envernehmen nicht verlängert werden wird. Das Pokalspiel in seiner alten Landshuter Heimat wird dann der letzte Auftritt des vielfachen Nationalspielers im Dress der Panther sein. Nach den Gründen für diese unerwartete Trennung befragt, meinte Loth, dass er vor vier Wochen, als die Entscheidung gefallen sei, zu wenig Eiszeit bekommen habe und er nicht auf der Ersatzbank versauern wolle. Um seinen nächsten Arbeitgeber machte er ein großes Geheimnis. Loth ließ nur soviel verlauten: „Ich gehe nicht nach Landshut zurück, sondern bleibe definitiv in der DEL.“ Es darf also spekuliert werden.

Trainer Kennedy bereitet der Abgang Loths kein allzu großes Kopfzerbrechen: „Er hat seine Gründe für die Vertragsauflösung“, meinte er dazu. „Wenn er weg will, soll man ihn nicht aufhalten.“ Insgeheim spekuliert der Panther-Coach mit einem kompletten Ausfall der NHL-Saison und hofft daher auf Verstärkung aus Übersee: „Spätestens im Dezember fällt die Entscheidung über den endgültigen Lock-Out. Dann holen wir noch mindestens zwei Stürmer aus der NHL, die uns dann in den Play-Off der DEL weiterhelfen können.“

Gut, dass die Ingolstädter noch drei Ausländerlizenzen offen haben. Bei schätzungsweise 500 NHL-Cracks, die noch nicht in Europa spielen, hätten die Panther dann freie Auswahl. Sollte allerdings die Aussperrung in Übersee beendet und die NHL-Saison doch noch begonnen werden, dann wären auch noch Sturm und McDonald weg, und Ingolstadt stünde vor einem großen Problem. (an)

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