Packendes Derby mit zwei Gesichtern

Das Vorbereitungsprogramm des ERC IngolstadtDas Vorbereitungsprogramm des ERC Ingolstadt
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Dass es am Ende doch noch so nervenaufreibend werden würde, hätte man nach zwei Dritteln kaum für möglich halten können. Mit einem deutlichen 5:1 ging es in die letzte Drittelpause, vor allem in Überzahl agierte der ERC Ingolstadt zu souverän. Aber ein Eishockeyspiel dauert 60 Minuten, in denen man immer auf fast alles gefasst sein muss.

Ingolstadt bereits nach zwei Minuten in doppelter Unterzahl, jegliche Augsburger Initiativen zum Spielaufbau wurden früh gestört und hätten durchaus mit einem Shorthander belohnt werden können. Thomas Greilinger und Pat Kavanagh scheiterten aber noch nach durchdachtem Doppelpass an Dennis Endras im Kasten des AEV. Wie man ein Powerplay erfolgreich gestaltet, zeigten kurz darauf Thomas Greilinger und Prestin Ryan mit einem Doppelpack. Nachdem Schiri van Gameren weiterhin seine emotionale Seite zeigte und das Regelwerk penibelst umsetzte, durfte sich auf Augsburger Seite Jeff Likens in die Liste der Powerplay Torschützen eintragen. Erst Vince Bellissimo schaffte es kurz vor Drittelende, bei 5 gegen 5 die Führung für Ingolstadt auszubauen.

Das zweite Drittel verlief nur ärmer an Strafzeiten, Möglichkeiten gab es hüben wie drüben. Dimitri Pätzold steigerte sich im Vergleich zu den ersten zwanzig Minuten und hatte auch das Glück auf seiner Seite, als ein Abpraller von Ulrich Maurer vom linken an den rechten Pfosten trudelte, aber die Linie nicht überquerte. Als dann Steffen Tölzer in die Kühlbox musste, zeigte erneut Vince Bellissimo seine Cleverness, stürmte mit dem Puck durch zwei Zonen, alle Augsburger inkl. Dennis Endras warteten auf den Pass, stattdessen aber der Schlenzer ins rechte Eck.

Im letzten Drittel dann verkehrte Welt, der AEV drückte dem Spiel den Stempel auf, schnürte den Gegner im eigenen Drittel ein und konnte innerhalb von 30 Sekunden mit zwei Toren neue Hoffnung wecken. Erst nach sechs gespielten Minuten der erste nennenswerte Entlastungsangriff des ERC. Besonders Colin Murphy hätte zum Matchwinner auf Augsburger Seite werden können, zwei eigene Treffer und einmal Aluminium zeigten seine Klasse. Einen halben Überzahltreffer erzielte Tim Hambly nach 50 Minuten, Brett Engelhardt eilte gerade zurück aufs Eis, als sein Schuss von der blauen Linie durch unzählige Schlittschuhe ins Tor flog. Doch wer jetzt meinte, das war’s, irrte sich erneut. Wieder Colin Murphy und Rhett Gordon verkürzten auf 5:6, Augsburg dazu mit zwei Mann mehr und ohne Torwart auf dem Eis. Es half aber nicht, zwei gute Drittel und die Treffer in eigener Überzahl sicherten dem ERC diese drei Punkte. Lediglich 18 Minuten wurde in voller Besetzung gespielt, ein Schussverhältniss von 20:29 für die Gäste und jede Menge Emotionen prägten dieses spannende Derby, das Lust auf mehr Eishockey machte. (DM)

Tore:
1 : 0 Prestin Ryan (6.min) PP2
2 : 0 Thomas Greilinger (8.min) PP1
3 : 0 Prestin Ryan (10.min) PP1
3 : 1 Jeff Likens (12.min) PP1
4 : 1 Vince Bellissimo (18.min)
5 : 1 Vince Bellissimo (25.min) PP1
5 : 2 Colin Murphy (41.min)
5 : 3 Christian Chartier (42.min)
6 : 3 Tim Hambly (51.min)
6 : 4 Colin Murphy (58.min)
6 : 5 Rhett Gordon (60.min) PP2

Zuschauer: 4521
Schiedsrichter: Reik van Gameren