Overtime-Wahnsinn in Mannheim, Eisbären verlieren auf der StrafbankDEL-Play-offs kompakt

Daniel Sparre (vorne) war der Held von Mannheim. (picture alliance / Fotostand)Daniel Sparre (vorne) war der Held von Mannheim. (picture alliance / Fotostand)
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Die zweite Runde im Play-off-Viertelfinale stand an. München rückte die Verhältnisse in der Best-of-Seven-Serie wieder gerade, auch die Grizzlys Wolfsburg glichen gegen den EHC Eisbären Berlin in einer ruppigen Partie aus. In Mannheim gab es gegen Ingolstadt einen dramatischen Kampf, in der die Kurpfälzer die Serie in der zweiten Verlängerung auf 2:0 stellten.

Adler Mannheim – ERC Ingolstadt 3:2 OT (0:0; 2:0; 0:2; 0:0; 1:0)

Was für ein Spiel. Was für ein Krimi. Was für ein Drama. Erst um 23:22 Uhr entschieden die Adler Mannheim das zweite Viertelfinal-Spiel gegen Ingolstadt für sich. Dabei hätte das Team von Coach Bill Stewart bereits in der regulären Spielzeit alles klar machen müssen. Mit 0:0 ging es in die Pause. Dann ging es los. Luke Adam machte das 1:0 (22.) In Überzahl legen die Gastgeber nach: Garrett Festerling (28.) beförderte den Puck aus spitzem Winkel ins Tor - 2:0! War’s das? Won wegen! Ingolstadt kam zurück. Thomas Greilinger (46.) bezwang Dennis Endras. Ville Koistinen schaffte den Ausgleich (54.). Verlängerung! Hier nahm der Wahnsinn seinen vollen Lauf. In der Adler Daniel Sparre zum Helden wurde. Erst vergab der Star einen Penalty (65.). Somit blieb es dabei. Noch nie wurde in der DEL eine Verlängerung durch einen Penalty entschieden. Dann machte Sinan Akdag das vermeintliche 3:2 - alle jubeln, doch der Videobeweis wurde bemüht. Und der Puck ging tatsächlich nur gegen den Pfosten (73.). Weiter 2:2! Zweite Overtime. Ingolstadts Laurin Braun hatte die Entscheidung auf dem Schläger, verpasste. Im Gegenzug explodierte die gesamte Kurpfalz. Sparre, ausgerechnet Sparre, erzielte das goldene Tor für die Adler nach 83:22 Minuten. Der konnte sein Glück kaum fassen: „Wir sind immer positiv geblieben. Es ist sicher ein großer Sieg. Aber es ist noch ein langer Weg.“ Und  ERC-Crack Fabio Wagner erklärte frustriert: „Wir hatten kurz davor noch die große Chance. Es ist bitter, in der zweiten Overtime zu verlieren.“   

Play-off-Stand: 2:0           

Fischtown Pinguins Bremerhaven – EHC Red Bull München 3:6  (0:3, 2:1, 1:2)

Nach der überraschenden 3:4-Heimniederlage nach Verlängerung gegen die Fischtown Pinguins schaffte Titelverteidiger Red Bull München an der Nordsee den Ausgleich in der Serie. Auch hier hatte das Team von Trainer Don Jackson vor 4.647 Fans mächtig Mühe. Erst am Ende der Partie setzte sich das Starensemble von der Isar gegen den aufopferungsvoll kämpfenden Underdog entscheidend ab. Nach 52 Sekunden sorgte Brooks Macek per Handgelenkschuss ins lange Eck für einen Traumstart der Red Bulls. Die Gäste waren im ersten Drittel deutlich überlegen und erspielten sich eine Reihe von Topchancen, von denen sie zwei verwandelten: Maximilian Kastner staubte nach einem Schuss von Andreas Eder erfolgreich zum 2:0 ab (13.), das 3:0 erzielte Keith Aucoin im Powerplay (18.). Dazu kamen Lattentreffer von Yannic Seidenberg (8.) und Michael Wolf (14.).  Nach dem Seitenwechsel meldete sich Bremerhaven stark zurück und verkürzte durch Michael Moore (23.). München stand nun unter Druck, hielt dem aber stand und zeigte sich vor dem gegnerischen Tor effizient: In Überzahl erzielte Patrick Hager das 4:1 (29.). Drei Minuten später schmolz der Vorsprung erneut auf zwei Tore, weil Wade Bergman von der blauen Linie traf. In der ersten Minute des Schlussabschnitts brachte Kristopher Newbury die Pinguins auf ein Tor heran. Beide Mannschaften lieferten sich danach ein höchst intensives und spannendes Duell. In der 56. Minute fiel die Entscheidung: Münchens Torhüter Danny aus den Birken verhinderte mit einer Glanztat gegen Kristopher Newbury den Ausgleich, im Gegenzug fälschte Frank Mauer einen Schuss von dem zum Glück in Spiel 1 nicht schwerer verletzten Dominik Kahun zum 5:3 für die Red Bulls ab. Kurz vor dem Ende markierte Jason Jaffray per Empty-Net-Treffer den 6:3-Endstand (58.). „Es war ein ähnliches Spiel wie vor zwei Tagen. Wir haben wieder früh geführt, hatten dann aber nach dem ersten Gegentor erneut Probleme“, gab Kahun, einer der Olympiahelden beim haushohen Favoriten, zu.

Play-off-Stand: 1:1

Grizzlys Wolfsburg – EHC Eisbären Berlin 5:2 (3:1, 0:1, 2:0)

Wolfsburg hat zurückgeschlagen. Und wie. Nach dem 1:4 in Berlin siegten die Niedersachsen diesmal mit 5:2. In einer extrem ruppigen Partie mit vielen Strafzeiten (insgesamt 140) zeigten die Grizzlys schnell die Krallen, lagen 3:0 in Führung. Christoph Höhenleitner (7.), Fabio Pfohl (12.) und Conor Allen (13.) hatten getroffen. Louis-Marc Aubry (15.), im ersten Spiel Doppeltorschütze, traf zum Anschluss. Sean Backman brachte das Hauptstadt-Team auf ein Tor heran (39.). Doch der Ex-Berliner Alexander Weiß (43.) und Brent Aubin (56.) machten alles klar. Die Eisbären schlugen sich vor 4.503 Fans, darunter knapp 1000 aus der Hauptstadt, letztlich selbst, kassierten vier Tore bei eigener Unterzahl. „Wir haben nicht schlau genug gespielt, um zu gewinnen, uns selber die Kontrolle genommen. Keine Ahnung, ob da zu viel Feuer drin war. Ein bisschen Geplänkel gehört dazu. So sind Play-offs“, resümierte EHC-Kapitän André Rankel. Auch Bären-Trainer Uwe Krupp brachte es auf den Punkt: „Am Mittwoch waren wir besser. Diesmal Wolfsburg. Am Sonntag geht es weiter.“ Grizzlys-Coach Pavel Gross meinte: „Ich bin froh über den Ausgleich. Es war ein Spiel voller Emotionen.“ Wohl wahr. Strafminuten: Grizzlys 18 plus 25 Höhenleitner (Check zum Kopf), Berlin 72 plus 25 Backman (Check zum Kopf)       

Play-off-Stand: 1:1


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Sonntag 05.02.2023
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Löwen Frankfurt Frankfurt
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ERC Ingolstadt Ingolstadt
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