Osterloh: „Mein Traum ist die Meisterschaft“

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Am Dienstag beginnen die Play-offs 2010. Die Frankfurt Lions gehen von Tabellenplatz zwei in die Endrunde. Noch steht der Gegner nicht fest. Für Lions Verteidiger Sebastian Osterloh (Foto by City-Press) ist dies auch egal. Für ihn zählt nur die eigene Mannschaft und der Traum vom Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Hockeyweb Redakteur Frank Gantert sprach mit Osterloh.

Herr Osterloh, am Dienstag beginnen die Play-offs. Wie sehr fiebern Sie und die Mannschaft dem ersten Bully entgegen?

Wir können es kaum abwarten. Die Stimmung ist sehr gut im Team. Alle sind heiß und gut gerüstet für das 1. Spiel vor hoffentlich ausverkauftem Stadion. Ich freue mich auf unsere Fans, die sicher für eine tolle Atmosphäre sorgen werden. Wir wollen auf dem Eis unseren Teil dazu beitragen, dass die Play-offs unvergessen bleiben.

Am Ende der regulären Saison belegt ihr den 2. Tabellenplatz. Eine großartige Leistung. Zwischendurch hattet ihr mal einen Hänger. Wie fällt Ihr Resümee aus?

Wir sind sehr gut gestartet. Das hat gezeigt, zu was wir im Stande sind. Anschließend sind wir in ein Tief gekommen. Das hat aber jede Mannschaft im laufe der Saison. Wichtig war, dass wir die Ruhe bewahrt haben. Wir haben uns auf dem Tief herausgearbeitet und sind genau im richtigen Moment in einem Hoch.

Wie wichtig ist es mit so einem Hoch in die Play-offs zu gehen?

Sehr wichtig. Wir haben alle viel Selbstvertrauen und glauben an uns. Die letzten Spiele haben wir erfolgreich absolviert. Dies beweist, wir haben viel richtig gemacht. Wenn du im Tief bist, dann zweifelt man alles an und spielt ohne Selbstvertrauen. Daher ist es von Vorteil, dass wir gut drauf sind.

Im Laufe der Saison konnten viele Parallelen zur letzten Saison gezogen werden. Guter Start, viele Verletzte und einige Niederlagen. Der Unterschied hat sich in den letzten Wochen gezeigt, dass die Mannschaft gut aus dem Tief herausgekommen ist. Was war der Schlüssel hierfür?

In erster Linie wir Spieler und die sportliche Leitung. Im Vergleich zur letzten Saison haben wir einen viel besseren Zusammenhalt untereinander. Wir sind ein Team. Keiner lässt den Star heraushängen. Es ist wirklich so, dass unser Star die Mannschaft ist. Jeder arbeitet für den anderen. Es gibt keinen Ausreißer. Das könnte in den Play-offs ein Vorteil für uns sein.

Der Gegner in den Play-offs steht noch nicht fest. Augsburg oder Ingolstadt stehen zur Auswahl. Welche Rolle spielt der Gegner?

Na ja, es wäre schon gut, wenn wir ihn schon kennen würden. Dann könnten wir uns bereits darauf einstellen. Auf der anderen Seite ist es egal, weil wir meist nur nach uns schauen. Wir müssen unser Spiel durchbringen, egal wer der Gegner ist. Außerdem kennen wir Augsburg und Ingolstadt aus der Runde. Beides sind sehr gute Mannschaften.

Auf keinen Fall heißt der Gegner Mannheim. Ist das Ausscheiden des Erz-Rivalen ein Thema in der Mannschaft gewesen?

Ach, für uns Spieler ist das eigentlich nicht so entscheidend. Wir konzentrieren uns auf unsere Aufgaben. Klar weiß ich aber, dass sich sicher einige in Frankfurt darüber sehr freuen.

Zu Ihnen persönlich. Wie beurteilen Sie Ihre eigene Leistung in dieser Saison. Aus meiner Sicht spielen Sie Ihre beste Saison in Frankfurt.

Ja, ich fühle mich so gut wie nie. Ich habe mich sehr gute entwickelt in dieser Saison und bekomme viel Eiszeit von unserem Trainer. Auch in kritischen Situationen vertraut mir Rich Chernomaz. Das tut sehr gut. Es macht sehr viel Spaß in Frankfurt zu spielen.

War dies mit ein Grund, dass Sie Ihren Vertrag um 2 Jahre verlängert haben?

Auf jeden Fall. Sportlich bin ich sehr zufrieden. Noch wichtiger, meine Frau und mein Kind fühlen sich hier sehr, sehr wohl. Zudem ist die Organisation der Lions spitze. Damit meine ich Mitarbeiter der Geschäftsstelle. Sie sorgen dafür, dass es mir als Spieler mit meiner Familie gut geht.

Respekt vor so einer Aussage. Der ein oder andere im Team wird die Lions verlassen, weil er woanders mehr verdient. Das hätten Sie auch machen können.

Ja klar, aber für mich ist Geld nicht alles. Wie gesagt, hier passt einfach alles und dafür verzichte ich gern auf mehr Gehalt.

Wie wichtig ist Ihnen Trainer Chernomaz?

Es ist meine 4. Saison mit und unter Rich Chernomaz. Rückblicken kann ich sagen, dass wir nicht immer das beste Verhältnis hatten. Heute ist es so, dass wir uns gut verstehen und ich ihm viel zu verdanken habe. Inzwischen verstehe ich ihn und er mich. Er ist ein guter Trainer, der immer das Beste herausholen möchte.

Sie haben gesagt, das Team ist in einem hoch. Haben die Lions das Zeug Berlin vom Thron zu stoßen?

Ich würde lügen, wenn ich jetzt nein sagen würde. Wir wollen noch neun Mal gewinnen in dieser Saison. Mein Traum ist der Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Wir wissen aber, dass es sehr schwer wird, das zu schaffen. An Berlin denke ich noch gar nicht, da wir sie erst im Finale spielen, wenn beide so weit kommen.

Thema Nationalmannschaft. Wenn es nach der Leistung geht, müssten Sie bei der WM das Deutsche Trikot tragen. Haben Sie Kontakt zum Bundestrainer?

Nein und ganz ehrlich beschäftige ich mich damit auch nicht. Ich gebe im Verein immer alles. Ob ich die WM spiele entscheiden dann andere.

Wie sehen die Tage bis Dienstag bei Ihnen ganz persönlich aus?

Wir haben täglich Training. Ansonsten esse ich viel Nudeln oder Reis, trinke viel und gehe rechtzeitig schlafen. Im großen und ganzen läuft nicht viel anderes, wie vor einem Meisterschaftsspiel.

Trifft sich die Mannschaft noch einmal und schwört sich ein auf die Play-offs?

Das haben wir am Donnerstag getan. Wir haben in der Kabine gesessen, zusammen getrunken und gegessen. Jeder weiß, was zu tun ist. Die Meisterschaft ist nicht nur mein Traum, wir alle träumen davon.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg Ihnen und den Frankfurt Lions ab Dienstag.

Danke schön.

(Frank Gantert)

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