Oh du Fröhliche… - Hamburg besiegt Ingolstadt 3:2

Hamburg Freezers „frieren Pinguine ein“Hamburg Freezers „frieren Pinguine ein“
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Ingolstadt ist nicht gerade der „Lieblingsgegner“ der angeschlagenen Hamburg Freezers. Insgesamt gab es bisher 10 Begegnungen beider Teams, davon konnten die Hamburger lediglich 4 gewinnen, daheim gab es sogar 3 Niederlagen in 5 Spielen.

Nach der desolaten Vorstellung am 23. Dezember in Köln, dort gab es mit 1:6 die höchste Niederlage seit Bestehen der Freezers, war die Mannschaft am 2. Weihnachtsfeiertag in der Pflicht.


Spielt das Team gegen Trainer Dave King, diese Frage stellten sich vor Spielbeginn viele der 12.803 Zuschauer in der ausverkauften Color Line Arena. Die Mannschaften legten sich von Beginn an mächtig ins Zeug, beide wollten die Niederlagen des letzten Spieltages vergessen machen. Das Tempo war hoch, doch Spielkultur wurde an diesem Weihnachtsnachmittag nicht geboten. Kampf und Einsatz waren angesagt, was der Stimmung auf den Rängen keinen Abbruch tat. Die Fans aus Ingolstadt waren mit einem Sonderzug angereist, ca. 850 an der Zahl, und sie sorgten zusammen mit den Hamburger Anhängern für Party-Stimmung in der Halle.


Das erste Drittel war arm an Höhepunkten, beide Mannschaften ließen nicht viel zu, sie neutralisierten sich und erstickten die Angriffsbemühungen im Keime, so dass Torchancen Mangelware blieben. Das änderte sich mit Beginn des zweiten Drittels. Schon nach zwei Minuten landete die Scheibe im Tor von Boris Rousson. Sutton erzielte nach Zuspiel von Goodall die 0:1 Führung für die Gäste aus Bayern, die zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient war. Nur 33 Sekunden später stockte den Freezers Fans der Atem. Marco Sturm fuhr allein auf Hamburgs Goalie Rousson zu, doch dieser parierte großartig und verhinderte damit eine Vorentscheidung.


Aber jetzt bewiesen die Hamburger, dass sie ein Team sind. Sie stemmten sich gegen den Druck der Ingolstädter, diese machten jetzt Fehler und mussten in der 27. Minute zwei Strafzeiten hinnehmen. Zuerst landete Harney auf der Sünderbank und nur 31 Sekunden später folgte ihm Ferguson. Die Freezers ließen sich diese Gelegenheit nicht entgehen und kamen durch „Chief“ Peacock zum Ausgleichstreffer. Nun ging es munter hin und her, beide Teams hatten gute Gelegenheiten, um in Führung zu gehen.

Wieder waren es die Gäste, die einen blitzschnellen Angriff nutzten. Mondt hatte vor das Tor gepasst und McDonald war einen Sekundenbruchteil vor Rousson an der Scheibe, 1:2 in der 38. Spielminute.


Das letzte Drittel war ausgeglichen und umkämpft. Wieder war es ein Überzahlspiel, das die Hamburger zum Torerfolg nutzen konnten. Harney saß auf der Strafbank, Hamburg setzte sich im Verteidigungsdrittel der Gäste fest und Brad Purdie fasste sich ein Herz, er zog knallhart ab und überwand Jimmy Waite mit dem Treffer zum 2:2 Ausgleich. Die Stadionuhr zeigte 50:49. Bis zum Ende blieb es bei diesem Spielstand, das Penaltyschießen musste die Entscheidung bringen: An diesem Abend waren es die Freezers, die auf das Tor vor ihrer Fankurve schießen durften und sie verwandelten durch Reid, Johnson und Plachta. Für Ingolstadt konnte nur McDonald verwandeln. Hamburg sicherte sich so den Extrapunkt, ein wenig glücklich vielleicht, aber die Mannschaft zeigte Willen und Einsatz.


„Mein Team hat gut gespielt, wir hatten einige gute Gelegenheiten, um das Spiel zu entscheiden. Momentan haben wir Probleme mit dem Unterzahlspiel. Daran müssen wir arbeiten.“ So der Kommentar vom Trainer der Ingolstädter, Ron Kennedy.

Einen sehr unschönen Vorfall gab es am Ende der Partie. Nach dem Schlusspfiff schoss der anscheinend frustrierte Andy McDonald den Puck in die Zuschauerränge und verletzte dabei eine Hamburger Zuschauerin, die den Puck ins Gesicht bekam. Leider sahen die Schiedsrichter diesen Vorfall nicht, da sie sich auf dem Eis um einige Spieler kümmern mussten, die trotz des Abpfiffs noch ein wenig raufen wollten.


Ergebnis: 3:2 (0:0, 1:2, 1:0, P: 1:0)

Tore:

0:1 21:40 K. Sutton (G. Godall, D. Ast)

1:1 27:49 S. Peacock (D. Van Impe, B. Reid) (5:3)

1:2 37:49 A. McDonald (N. Mondt, C. Mann)

2:2 50:49 B. Purdie (D. Van Impe, B. Reid) (5:4)

3:2 60:00 C. Johnson (Penalty)


Strafzeiten: Hamburg Freezers 8 Min., ERC Ingolstadt 12 Min.

Torschüsse: Hamburg 30, Ingolstadt 27

HS: Harald Deubert

Zuschauer: 12.803

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