O2-World feierte Richtfest

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Noch ein Jahr Geduld, dann gilt es für die Eisbären Berlin

vom urigen Wellblechpalast im Berliner Stadtteil Hohenschönhausen in die

moderne  O2-World zu ziehen. Diese

Multifunktionshalle entsteht momentan auf einem ehemaligen Bahngelände,

zwischen den Berliner Bahnhöfen Ostbahnhof und der Warschauer Strasse, in

direkter Nachbarschaft der „Universal Music Group“, oder dem Musiksender „MTV“.

Schon ein Jahr nach dem ersten Spatenstich feierten der

Bauherr, die Anschutz Entertainment Group, sowie der Namensgeber, das

Mobilfunkunternehmen O2 und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit,

zusammen mit 400 geladenen Gästen das traditionelle Richtfest.

In ihren kurzen Ansprachen stellten Detlef Kornett (Geschäftsführer

der Anschutz Entertainment Group), sowie Jaime Smith Basterra (Chief Executive

Officer von O2 Germany) und Klaus Wowereit unabhängig voneinander fest, dass

diese Arena ein deutlicher Gewinn für Berlin sein wird. Vor allem der Berliner

Wowereit ist darüber froh, dass nun viele Events nicht mehr an Berlin

vorbeiziehen können und werden, weil die Kapazitäten nicht ausreichten.

Tatsächlich gibt es in der Hauptstadt nur zwei große Hallen,

die aber mit einer Kapazität von jeweils ca. 12 000 Besuchern schon am obersten

Limit sind. Dagegen soll die neue Berliner Multifunktionshalle bis zu 17 000

Zuschauer fassen. 

Es wird also nicht nur Eishockey in der O2-World gespielt.

„Wir wollen dieser wundervollen Stadt eine Bühne geben, wo sich die Weltstars

dem Berliner Publikum zeigen können.“, ist Kornett nimmermüde zu erklären.

Nicht ganz ohne Eigennutz, denn die Anschutz-Gruppe promotet bzw. produziert

Künstler von Weltformat wie beispielsweise Justin Timberlake oder Beyoncé

Knowles.

Der belgische Mädchenchor „Scala“, welcher in Deutschland

spätestens seit der Coverversion des Hits der Punkrockgruppe Die Ärzte  „Schrei nach Liebe“ bekannt wurde, ließen im

noch kahlen grauen Rohbau des weiten Rund ein wenig Weltmusik ertönen. Mit

Liedern von U2 oder Depeche Mode zogen sie viele der 400 Gäste auf einen entspannenden

Klangteppich, rundeten somit die Veranstaltung ab und ließen Zeit, das neu Entstandene

einwirken zu lassen.

Aber auch beim Eishockey soll der internationale Glanz nicht

fehlen. Zwar ließ sich Kornett nicht genauer in die Karten schauen, aber was am

29. und 30. September dieses Jahres in der Londoner O2-Arena stattfindet (mit den LA Kings und dem Stanleycupsieger

Anaheim Ducks tragen Teams der NHL zwei Spiele auf europäischen Boden aus), wäre ebenfalls

nächstes Jahr in Berlin denkbar.

„Wir hoffen mit dem Rückenwind dieser Veranstaltungen in

eine gute Verhandlungsposition zu kommen. Vorstellbar wäre es, so ein Spiel

nach Berlin zu holen“, sagte Kornett kurz und knapp. Vielleicht ein

Trostpflaster für so manch einen eingefleischten Wellblechpalast-Fan, der die

urigen Gemäuer in Hohenschönhausen nur ungerne verlässt. (ovk/mac)

Foto by mac: Jaime

Smith Basterra, Detlef Kornett und Klaus Wowereit lauschen dem Richtspruch vom  zünftig angezogenen Polier.