Nürnberg gewinnt das Tiger-Duell in StraubingDramatisches Spiel am Pulverturm

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Köppchen, Teubert, Reimer, Ehliz und Pfleger fehlten Coach Rob Wilson alle verletzt. Das kommentierte er mit einer gewohnt rauchigen Stimme: ’Vor allem der Reimer-Ausfall ist schwer, aber wir vermissen ihn nicht erst seit heute, sondern schon eine Zeit. Andere Spieler haben einen Schritt vorwärts gemacht und haben sehr gut gespielt. Aber ja, es war schwer, noch dazu in einem so schweren Spiel wie heute. Trotzdem hätte ich das nie als Ausrede gelten lassen.“

Straubing macht‘s in Überzahl

Das Spiel begann mit fünf Toren im Eröffnungsdrittel recht launig. Dabei machten die Hausherren bei vier Versuchen zwei Überzahltore, das niederbayerische Powerplay scheint endgültig zurück zu sein. Die fränkischen Gäste ließen aber zu oft die Disziplin vermissen, was ihnen das Drittel kostete. Rob Wilson erinnert sich: ’Wir hatten guten Speed im ersten Drittel, haben aber wir haben zwei Tore in Unterzahl genommen. Das war etwas frustrierend. Aber für ein Sonntagsspiel war das Tempo von beiden Mannschaften sehr hoch.“

Nürnbergs starkes Drittel

Es war ein typisches Spiel der Franken, denn wieder Mal vergeigte man den ersten Abschnitt, doch umso besser lief es im zweiten. Rob Wilson: ’Im zweiten Drittel haben wir die Scheibe besser abgesichert, dann lief es auch besser. Und dann hatten wir auch noch das nötige Glück.“ Es lief so gut, dass Straubings Basti Vogl erneut das Tor verlassen musste und gegen Dimitri Pätzold ausgewechselt wurde. Das Mitteldrittel gehörte klar den Gästen, die Straubing phasenweise keine Luft zum Atmen ließen und das Drittel völlig zu Recht mit 3:0 gewinnen konnten. Nürnbergs Leo Pföderl meint dazu: ’Heute war es im ersten Drittel so, dass wir viele Strafen hatten. Da ist es dann schwierig. Straubing hat die Überzahl gut gespielt und die haben zwei Tore gemacht. Das einzige, das dann zählt, ist, dass wir das dann im Zweiten besser machen. Und das haben wir dann gemacht.“ Straubings Alex Oblinger sagt zum Spielverlauf: ’Die Ice Tigers sind eine Super-Mannschaft, die stehen nicht umsonst da oben. Dass du vielleicht eine Phase hast, in der die dich unter Druck setzen, das wird immer so sein. Ich glaube, wenn du gegen die Topmannschaften spielst, musst du genau in den Phasen hinten dicht zusammenstehen. Heute haben in wir in einer Nürnberger Druckphase hinten nicht ganz so gut gespielt und haben halt die Tore bekommen. Manchmal fallen auch Tore, obwohl keiner einen richtigen Fehler gemacht hat.“

Dramatik pur

Der Schlussabschnitt war lange ein Spiel mit offenem Visier, doch in den letzten acht Minuten lief es nur noch in eine Richtung. Auf das Tor von Andy Jenike. Coach Wilson sagt: ’Die letzten sieben, acht Minuten war es noch Mal schwerer. Das waren drei wichtige Punkte, über die wir sehr froh sind.“ Straubing konnte verkürzen und hatte mehrfach Pech. Trotz des großen Kampfes sollte es nicht mehr reichen. Alex Obinger erzählt: ’Alles in allem haben wir heute ein sehr gutes Spiel gezeigt und nicht aufgegeben. Wir haben uns mit einer Mannschaftsleistung zurück ins Spiel gebracht.“ Man muss schon zurückfragen, warum sie nicht aufgegeben haben, den nach dem zweiten Abschnitt hätten andere Teams vielleicht schon die Segel gestrichen. ’Obi“ verrät: ’Weil wir Herz in der Mannschaft haben. Weil wir nie aufhören, an uns zu glauben, und immer weiter machen. Es ist egal, gegen wen wir spielen und wie es steht. Wir haben Charakter in der Mannschaft, ich glaube, das hat heute jeder gesehen.“

Fehlende Konstanz

Doch das große Thema ist die Konstanz, beziehungsweise deren Fehlen. Dazu berichtet Oblinger: ’Heute das zweite Drittel, dann spielen wir ein Spiel super, dann wieder ein Spiel nicht so gut. Wir müssen jedes Spiel 60 Minuten unser Eishockey spielen, dann gewinnen wir auch unsere Spiele.“ Doch wer die Spieler der Nürnberger ansieht, der steht vor demselben Problem, das hat man auch heute wieder deutlich gesehen. Leo Pföderl gibt sich ratlos: ’Wenn wir das selbst wüssten, dann würden wir das ganz gerne abstellen. Es ist halt momentan so. An was das liegt, wäre schon interessant.“ Doch die Ice Tigers gewinnen solche Spiele und streichen die Punkte ein, so wie heute. Dabei gab es augenscheinlich gar keinen großen Unterschied zwischen den Teams. Das meint auch Pföderl und sagt zum Grund des Sieges: ’Vielleicht haben wir einfach etwas mehr Glück gehabt. Ab und zu brauchst du das auch und das hatten wir heute.“ Über die Torhüterleistungen legt man heute den Mantel des Schweigens. Pföderl kann das Lachen kaum unterdrücken: ’Ja, da waren schon ein paar Eier dabei, aber das geht im Eishockey schnell. Außerdem sieht jeder ja auch gerne Tore.“

Nicht gewonnen, aber trotzdem Sieger

Straubings Coach Bill Stewart fasst den Abend so zusammen: ’Nürnberg ist sehr, sehr intelligent, aber mein Team hat so viel Charakter. Gute Dinge führen zu guten Ergebnissen. Sie haben sehr hart gearbeitet. Wir haben das Spiel nicht gewonnen, aber für uns als Gruppe war das ein Sieg. Die Nürnberger Saison begann im April. Unsere begann heute. Das war ein großer Schritt unter sehr schwierigen Bedingungen.“

Tore: 1:0 (1:03) Mike Hedden (Kyle MacKinnon), 1:1 (8:42) Brandon Segal (Philippe Dupuis, Tom Gilbert), 2:1 (13:35/PP) Maury Edwards (Mike Hedden), 3:1 (17:50/PP) Mike Connolly (Dylan Yeo, James Bettauer), 3:2 (19:42) David Steckel (Oliver Mebus, Steven Reinprecht), 3:3 (25:51) David Steckel (Leo Pföderl), 3:4 (32:04/PP) Steven Reinprecht (Pföderl, Nichlas Torp), 3:5 (32:59) Patrick Buzas (Milan Jurcina, Brandon Segal), 4:5 (49:48) Mike Connolly (Kyle MacKinnon, James Bettauer).

Schiedsrichter: Michael Klein, Mark Lemelin; Linienrichter: Andreas Flad, Thorsten Lajoie.

Strafminuten: 10:14 (2:10, 8:0, 0:2).

Zuschauer: 3.965.


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