Niki Hartl: „Play-offs müssen immer das Ziel sein“Ein Österreicher in Niederbayern

Niki Hartl wechselte von Wien nach Straubing. (Foto: Imago)Niki Hartl wechselte von Wien nach Straubing. (Foto: Imago)
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Viele Straubinger Fans Fragen sich: „Warum Hartl?“ Diese Antwort gab Coach Larry Mitchell schon. Hartl hat von vielen Seiten Lob bekommen. Unter anderem wohl auch von Straubings Ex-Coach Dan Ratushny, der Hartl in der österreichischen Nationalmannschaft im Einsatz hatte. Jim Boni, letzte Saison Hartls Coach bei den Vienna Capitals, und Larry Mitchell kennen sich natürlich auch, so dass ein guter Informationsfluss gegeben war.

Bleibt die Frage an Niki Hartl: Warum Straubing? „Früh nach der Saison hat mich mein Manager angerufen und gesagt, dass die Straubing Tigers interessiert an mir sind. Mein Traum war es immer schon, in Deutschland zu spielen. Da ist mir die Entscheidung relativ leicht gefallen.“ Wieso aber nicht Schweden oder Nordamerika? „Ein Vorteil war natürlich mein deutscher Pass. Ich habe von vielen Spielern und Trainern gehört, dass die deutsche Liga sehr professionell ist. Und schneller und härter. Ich denke, das liegt mir ganz gut.“

Die letzten drei Jahre spielte Hartl für die Vienna Capitals, davor zwei Jahre beim Villacher SV. Mit insgesamt 255 EBEL-Einsätzen ist er ein gestandener Profi, der nun in der DEL Fuß fassen will. Die persönlichen Ziele im ersten Jahr liegen auf der Hand „Das ist natürlich, dass ich mir einen Stammplatz erarbeiten will, dass ich mich gut in die Mannschaft intergiere und mit der Mannschaft ist natürlich ein großes Ziel, die Play-offs zu erreichen. Das muss immer ein Ziel sein.“ Dabei sind die Voraussetzungen in Straubing aber andere als in Wien, wo das Halbfinale immer angepeilt wird. „Ja, das ist hier etwas anderes“, sagt Hartl. „Man sollte sich nicht zu große Ziele setzen und vom Titel reden, aber die Play-offs müssen immer das Ziel sein. Ich habe jetzt nicht so einen Bezug zur deutschen Liga gehabt, aber mit harter Arbeit und dem Willen dazu, glaube ich, haben wir schon das Potenzial dazu.“

In der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) gibt es ein viel kritisiertes Punktesystem, nachdem jeder Spieler einen festgelegen Wert hat. Dieser richtet sich nach verschiedenen Kriterien. Auch das Alter spielt mit hinein und als österreichischer Nationalspieler bekommt man die maximale Punktezahl angerechnet. Jedes Team darf nur eine bestimmte Punktezahl erreichen. Für den einen oder anderen Spieler bringt das schon mal Probleme bei der Arbeitsplatzsuche mit sich. Hartl sieht das aber von einem recht selbstbewussten Standpunkt: „Es waren auch Angebote aus Österreich da, aber sobald man aus dem U24-Gesetz rausfällt, kommt man in die Punkteregel und da wird es immer schwerer. Aber ich glaube, wenn man gut genug spielt, dann wird man immer einen Verein finden.“

Von weiter entfernt betrachtet könnte man aber glauben, durch dieses Punktesystem machen sich die Österreicher die eigene Liga und vor allem die eigenen Spieler kaputt. „Das soll nicht überheblich klingen, aber ich habe mich bis jetzt nie schwer getan, einen Verein zu finden. Aber wenn man mal ohne Vertrag dasitzt, dann schimpft man natürlich sehr über die Punkteregelung. Das erschwert es einem sicher, dass man einen Vertrag bekommt.“ Wer bei einem österreichischen Top-Club gespielt hat, dürfte aber durchaus die eine oder andere Qualität vorweisen. Hartl ist das, was man einen Power-Forward bezeichnet. Daher ist sein größtes Plus „das Eisläuferische und dass ich sehr viel Geschwindigkeit ins Spiel bringe“, sagt Hartl.

Hartl wechselt im Doppelpack mit Derek Whitmore von den „Caps“. Das dürfte die Integration nochmals vereinfachen. „Auf alle Fälle“, bestätigt Hartl und sagt weiter: „Ich habe mich sehr gefreut, als ich gehört habe, dass Derek auch unterschieben hat, weil ich jetzt auch einen Spieler habe, den ich kenne.“ Ob die beiden sich auch in einer Reihe wiederfinden, darüber hat er sich noch keine großen Gedanken gemacht. „Das wird der Trainer entscheiden. Was ich so gesehen habe, sind wir viele gute Spieler.“

Ansonsten fällt auf, dass sich Hartl einige Tattoos hat stechen lassen. „Das hat auch familiäre Gründe“, berichtet er. Auch Wappen findet man auf seinem Oberarm. „Das ist das Salzburger Wappen.“ Auch seine Heimatstadt Zell am See, die im Bundesland Salzburg liegt, ist zu sehen. Hartl ist ein sehr heimatverbundener Mensch „Ja, auf alle Fälle.“ Obwohl jetzt nicht mehr in Österreich, ist er nun näher an der Heimat. „Wien/Zell am See ist schon weiter. Straubing ist nicht so tragisch, weil ich jederzeit heimfahren kann“, freut sich der Neu-Tiger.

Auch an Niki Hartl geht zum Schluss die Frage nach dem Titelfavoriten. „Richtig verfolgt habe ich die Liga nicht. Ich glaube aber, dass Berlin und Mannheim die Topvereine sind. Ich denke, das sind die Favoriten.“

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