Niederlage mit erhobenem Haupt

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Alles oder Nichts – dieses Motto hatten sich die Augsburger Panther auf die Fahnen geschrieben, denn eine weiteren Niederlage gegen Wolfsburg hätte zugleich das Ende der Saison bedeutet. Andernfalls hätte ein fünftes Spiel, dann wieder bei den Niedersachsen, über den Einzug ins Playoff-Viertelfinale entscheiden müssen. Doch dazu kam es nicht mehr, denn nach langem Kampf setzten sich die Grizzlies letztendlich verdient in der Verlängerung durch und schickten die Panther in den Urlaub.

Eine Schrecksekunde gab es für die Hausherren bereits nach etwas mehr als einer Minute. Rhett Gordon blieb nach einer ungeahndeten Attacke eines Gegenspielers zunächst liegen und humpelte dann in die Kabine. Ein Muskelfaserriss in der Leiste machte einen weiteren Einsatz des kampfstarken Angreifers, der tags zuvor für ein weiteres Jahr in Augsburg unterschrieben hatte, unmöglich. Ansonsten glich die Begegnung von Beginn an dem grandiosen Kampf der beiden Mannschaften vom Vorabend. Doch eines war diesmal anders, denn die Panther brachen schon früh den Bann, an Oliver Jonas im Wolfsburger Tor zu scheitern. Binnen 80 Sekunden überwand Chris Collins den gegnerischen Schlussmann gleich zweimal. Dafür war aber auch die Leistung der Schiedsrichter weit entfernt vom Sonntagabend. So konnten dann die Gäste nach einer lächerlichen Strafe gegen Steve Junker wenig später durch Marvin Degon bereits wieder verkürzen. Hochkarätige Chancen gab es in der Folge auf beiden Seiten genügend, doch nur die Grizzlies konnten eine davon kurz vor der Pause zum Ausgleich durch Sebastian Furchner nutzen. Vorausgegangen war ein Fehler des doppelten Augsburger Torschützen Collins, der die Scheibe im eigenen Drittel nicht unter Kontrolle brachte.

Mehr und mehr gerieten die Panther dann unter Druck und hatten mit dem extrem schnellen Spiel der Grizzlies große Probleme. Als das Unparteiischen-Duo dann wieder zuschlug, nutzte Jan-Alex Alavaara das zur erstmaligen Führung der Gäste, die vor allem in läuferischer Hinsicht inzwischen deutlich überlegen waren. Die Schwächen im Powerplay waren zudem ein Grund dafür, dass die Panther die Partie nicht wieder offen gestalten konnten. Einmal mehr machte sich der Ausfall von Mathis Olimb, der mit Krücken auf der Tribüne saß, in dieser Hinsicht besonders schmerzlich bemerkbar. Nach zwei Dritteln sah es jedenfalls nicht so aus, als ob die Gastgeber die entscheidende Niederlage noch hätten verhindern können.

Und doch kämpften sich die Panther noch einmal zurück, als es angesichts des abgeklärten Wolfsburger Spiels wohl kaum mehr jemand zu hoffen gewagt hätte. Aus vollem Lauf drosch Matt Ryan die Scheibe hinter Jonas in die Maschen und weckte damit die nicht nur die Kulisse, sondern auch seine Mannschaftskollegen wieder auf. Viel hätte nicht gefehlt und der Spielverlauf wäre auf den Kopf gestellt gewesen, doch ein dummes Foul von Jeff Likens verschob den Vorteil dann wieder zugunsten der Grizzlies. So erlebten die Zuschauer immerhin noch eine richtig spannende Schlussphase, die beide Teams auf Augenhöhe absolvierten, die aber auch ohne eine Entscheidung in der regulären Spielzeit blieb.

Danach dauerte es allerdings nicht mehr lang, denn nach 46 Sekunden ließ Gregg Johnson seine Mannschaftskollegen jubeln und begrub endgültig sämtliche Augsburger Hoffnungen.

„Es war erneut eine Partie, die auf Messers Schneide stand und über weite Strecken sehr ausgeglichen war. Wir haben nach der Niederlage im ersten Spiel zurück in die Serie gefunden und sind auch heute nach dem starken ersten Drittel von Augsburg wieder zurückgekommen“, fasste es Toni Krinner zusammen. Wenngleich sichtlich enttäuscht, äußerte sich auch Larry Mitchell stolz über die Leistung seiner Mannschaft. „Vieles ist möglich mit Kampf und Einsatz und wir waren uns sicher, dass unser Team nie aufgeben würde. Wir sind optimistisch in die Verlängerung gegangen, doch Wolfsburg war am Ende abgeklärter.“

(mor)



Tore: (2:2 / 0:1 / 1:0 / 0:1)

1:0 (09:33) Collins ( Kreitl ; Murphy ) 5:4

2:0 (10:52) Collins ( Buzas )

2:1 (14:09) Degon ( Papineau ; Hospelt ) 5:4

2:2 (19:39) Furchner ( Kinch ; Johnson )

2:3 (24:22) Alavaara ( Ulmer ; Green ) 5:4

3:3 (48:07) Ryan ( Engelhardt )

3:4 (60:46) Johnson ( Furchner ; Ulmer )

Zuschauer: 4009

Strafzeiten: Augsburger Panther 12, Grizzly Adams Wolfsburg 10

Schiedsrichter: Richard Schütz, Moers / Georg Jablukov, Berlin


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