Nico Pyka: "Ich habe alles probiert!"

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Nico, nach 16 Jahren Profieishockey musst du verletzungsbedingt deine Karriere beenden. Eine Entscheidung, die alle sehr bedauern.

Ja, es ist auch mir schwer gefallen. Ich spiele seit meinem vierten Lebensjahr Eishockey. In der langen Zeit habe ich unheimlich viel erlebt, ich hatte viele schöne Momente. Ich werde das alles vermissen, nicht nur das Eishockey, auch das ganze drum Herum.

Gab es Reaktionen auf deinen Entschluss?

Nachdem es öffentlich war, habe ich viel Feedback bekommen. Es gab Telefonate, e-mails, Eintragungen auf meiner Facebook-Seite. Das hat mich schon noch mal traurig gemacht. Aber die Gesundheit geht vor, ich möchte auch mit 40 meine Tochter noch auf den Arm nehmen können.

Du hast über den Sommer hart gearbeitet, um wieder zurück zu kommen?

Ich habe alles probiert, auch in der Reha, habe vor allen Dingen versucht, Kraft aufzubauen, aber es hat mir auch die Eiszeit gefehlt. Nach dem Trümmerbruch im Dezember letzten Jahres und den darauf folgenden drei Operationen kann ich die Hand immer noch nicht richtig schließen. Zudem ist die Gefahr groß, dass sie bei Checks oder beim Pinchen wieder bricht. Ich habe auch Schmerzen beim Schießen. Thomas Popiesch hat mir die Wahl gelassen, aber die Ärzte gaben mir wenig Hoffnung. In Absprache mit allen habe ich mich dann entschieden, meine Karriere zu beenden.

Warst du in die Suche nach einer Neuverpflichtung mit involviert?

Wir haben uns öfter zusammengesetzt und haben auch probiert, mehrere Spieler zu bekommen. Thomas Popiesch versucht, das Optimum auszureizen.

Du hast ja eigentlich als Eiskunstläufer begonnen. Warum bist du dann zum Eishockey gewechselt?

Meine Mutter brachte irgendwann einen weinroten, ganz engen Trainingsanzug mit, da dachte ich mir, beim Eishockey wäre es vielleicht doch schöner. Es hatte also ästhetische Gründe (lacht). Mein Onkel war damals Nachwuchstrainer in Berlin, der hat alles für mich in die Wege geleitet. Ich glaube, es war die richtige Entscheidung.

Was war rückblickend dein schönstes Erlebnis?

Es gab viele. Ich bin mit der Nationalmannschaft Vize-Europameister geworden. Mein allerschönstes Erlebnis hat aber mit Eishockey nichts zu tun. Das war die Geburt meiner Tochter.

Du hast in Berlin einen Stretchlimousinenservice aufgebaut, ein zweites Standbein?

Der „P4 Limousinen- Service“ gehört meiner Frau, sie ist da auch Geschäftsführerin. Als ich aus New York das erste Auto importiert habe, wurde ich noch belächelt, aber inzwischen läuft es richtig gut. Klar wäre es eine Option, dort mit einzusteigen, aber eigentlich möchte ich noch etwas anderes auf die Beine stellen.

Was hast du für Pläne?

Zunächst müssen die Dinge mit der Berufsgenossenschaft geklärt werden. Aktuell bin ich krank geschrieben und muss sehen, wie sich die Dinge entwickeln. Ich habe vor dreieinhalb Jahren die B- Lizenz erworben, ich könnte später als Trainer arbeiten, es gab auch Angebote, als Schiedsrichter tätig zu werden. Auch eine Umschulung in Richtung Marketing ist denkbar. Für eine Entscheidung ist es aber noch zu früh. Erst wenn alle Sachen geklärt sind, kann ich sagen, in welche Richtung der Weg geht. Solange das letzte Wort nicht gesprochen ist, bleibe ich erst einmal in Dresden.

Du hast nach deiner Verletzung trotzdem mit an der Bande gestanden. Warum?

Es war und ist mir wichtig, die Mannschaft zu unterstützen und dem Team im Rahmen meiner Möglichkeiten weiter zu helfen.

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